SUV auf der Rheinknie Brücke in Düsseldorf
Ein tödlicher Unfall mit einem SUV in Berlin hat eine Diskussionen ausgelöst. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Jörg Schüler

Nach tödlichem Unfall in Berlin Debatte um Beschränkungen für SUV in Sachsen-Anhalts Innenstädten

Ein tödlicher Verkehrsunfall in Berlin hat in Sachsen-Anhalt eine Debatte um große Sportwagen in Innenstädten ausgelöst. Die Grünen fordern Begrenzungen für SUV, der ADAC hält nichts von einem Verbot.

SUV auf der Rheinknie Brücke in Düsseldorf
Ein tödlicher Unfall mit einem SUV in Berlin hat eine Diskussionen ausgelöst. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Jörg Schüler

Nach einem schweren Verkehrsunfall in Berlin ist eine Debatte über die Beschränkungen schwerer Fahrzeuge in Innenstädten aufgekommen. Am Freitagabend war ein 42-jähriger SUV-Fahrer von der Straße abgekommen und tötete vier Fußgänger auf einem Gehweg, darunter einen dreijährigen Jungen.

Ungesunder Trend zu größeren Autos

Cornelia Lüddemann
Cornelia Lüddemann, Grünen-Fraktionschefin in Sachsen-Anhalt Bildrechte: MDR

Die Grünen fordern jetzt strengere Auflagen für große Sportgeländewagen. Die Grünen-Fraktionschefin in Sachsen-Anhalt, Cornelia Lüddemann, sagte in der Debatte um eine Begrenzung der Größe von SUV, die Diskussion sei in Sachsen-Anhalt eine andere als in Berlin. Es sei völlig klar, dass sich die Menschen in einem Flächenland mit einem eigenen Auto bewegen müssten. Allerdings finde sie den Trend, dass Autos immer größer und schwerer werden, ungesund. Lüddemann zufolge ist der Reifenabrieb der Hauptgrund, dass in Menschen und Tieren, in Wasserwegen und in den Meeren ganz viel Mikroplastik vorkommt.

SUV würden zudem deutlich mehr Treibstoff verbrauchen, so Lüddemann weiter. Die Städte seien ungesund und es stinke dort. Man sollte über Obergrenzen nachdenken, weil es für die Menschen gut sei.

Grafik mit Karte von Sachsen-Anhalt und der Aufschrift Der Tag in Sachsen-Anhalt und das Logo von MDR SACHSEN-ANHALT 12 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mo 09.09.2019 17:37Uhr 11:34 min

Audio herunterladen [MP3 | 10,6 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 21,1 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/podcast/der-tag/podcast-der-tag-suv-debatte100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Grafik mit Karte von Sachsen-Anhalt und der Aufschrift Der Tag in Sachsen-Anhalt und das Logo von MDR SACHSEN-ANHALT 12 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mo 09.09.2019 17:37Uhr 11:34 min

Audio herunterladen [MP3 | 10,6 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 21,1 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/podcast/der-tag/podcast-der-tag-suv-debatte100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion Sachsen-Anhalt, Matthias Büttner, sagte zu der Debatte, eine politische Instrumentalisierung der Unfallopfer zur Anheizung der Klimadebatte sei pietätlos. Zunächst müsse geklärt werden, wie es zu dem Unfall gekommen sei.

ADAC: SUV-Verbot weder umsetzbar noch sinnvoll

ADAC-Pressesprecherin Christine Rettig sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der ADAC halte ein Verbot von SUV in der Stadt nicht für umsetzbar, aber auch gar nicht für sinnvoll.

Christine Rettig - ADAC
Christine Rettig vom ADAC Bildrechte: ADAC

Entscheidend für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern ist vielmehr, dass das Kraftfahrzeug verantwortungsvoll geführt wird. Da kommt es nicht auf die Größe des Fahrzeugs an.

Christine Rettig, Pressesprecherin ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt

Eine Unfallvermeidung sei nicht mit dem Verbot einer Fahrzeugklasse zu lösen, so Rettig. Der entscheidende Aspekt sei Rücksichtnahme und richtiges Verhalten im Straßenverkehr.

Immer mehr SUV auf den Straßen

Sportgeländewagen sind ein seit Jahren wachsender Markt: Zwar machten die gut 3,1 Millionen SUV zum 1. Januar 2019 nur 6,7 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Autos aus. Allerdings bilden sie nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes auch das am stärksten wachsende Pkw-Segment. Alleine im vergangenen Jahr wurden fast 20 Prozent mehr SUV zugelassen, während sich die Zahl der neu angemeldeten Autos insgesamt nur um 1,3 Prozent erhöhte.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. September 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. September 2019, 19:29 Uhr

4 Kommentare

Anhaltiner vor 1 Wochen

Die Grünen fordern Begrenzungen für SUV, der ADAC hält nichts von einem Verbot.
Was hat eine 5% Partei zu fordern.Merkt diese Forderungen bis zur Landtagswahl und dann Schluss mit der Kasperei.

Huckeduster vor 1 Wochen

Es gab neulich einen schrecklichen Unfall mit einem Bus auf der Autobahn. Warum werden Busse nicht verboten? Die sind noch schwerer und größer als SUVs.
Man sollte nicht eine Verbotsgesellschaft erfinden.

nilux vor 1 Wochen

@Demokrat:
Der Schadstoffausstoß eines PKW kann direkt gemessen und entsprechend bepreist werden. Das ist auch schon der Fall. Dabei wäre es nicht ungewöhnlich, dass teurere, schwerere Fahrzeuge besser abschneiden als Andere. Neue Technologien wurden noch nie zuerst in billigen Kleinwagen verbaut, da die Gewinnspanne einfach wesentlich niedriger ist.
Ihre Argumentation ist daher eher von Neid statt von tatsächlichem Umweltbewusstsein geprägt. Und nein, ich fahre auch kein SUV. Bin dabei aber nicht so unentspannt.

Liebe Nutzer*Innen, wir haben unseren Kommentarbereich weiter entwickelt! Grundlage dafür waren auch die vielen konstruktiven Hinweise von Ihnen, wie z.B. zu doppelten Nutzernamen und das direkte Antworten auf einzelne Kommentare. Um nun mitzudiskutieren, registrieren Sie sich mit einer funktionierenden E-Mail-Adresse und klicken den Bestätigungslink an. Dann sollte es schon losgehen.
Einmal eingeloggt, können Sie in allen kommentierbaren Artikeln bei MDR.DE mitdiskutieren, können Ihre Kommentare verwalten und jederzeit einsehen. Wir können besser in die Diskussion kommen, Kommentare können von Ihnen bewertet und auch beantwortet werden, es ist ein übersichtlicherer Austausch möglich. Kommentare funktionieren in allen modernen Browsern. Gegebenenfalls müssen Sie ihren Browser aktualisieren.

Mehr aus Sachsen-Anhalt