Rettungsschwimmer der DLRG an der Blauen Lagune am Berzdorfer See in Sachsen
Sachsen-Anhalt fehlen ehrenamtliche Rettungsschwimmer. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Gewalt gegen Lebensretter Rettungsschwimmer fehlen – vor allem im ländlichen Raum

In Sachsen-Anhalt gibt es zu wenige Rettungsschwimmer. Das gilt besonders für den ländlichen Raum. Lange Fahrtwege, geringe Aufwandsentschädigungen und Gewalt gegen die Retter schrecken Ehrenamtliche ab.

Rettungsschwimmer der DLRG an der Blauen Lagune am Berzdorfer See in Sachsen
Sachsen-Anhalt fehlen ehrenamtliche Rettungsschwimmer. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalt fehlen ehrenamtliche Rettungsschwimmer. Das teilten die Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG mit. Gerade im ländlichen Raum seien die Helfer rar, während Städte wie Halle und Magdeburg wegen ihrer guten Infrastruktur kaum Probleme hätten, Ehrenamtliche zu finden.

Der DRK zählte zuletzt etwa 1.000 Retter, bei der DLRG kommen im Sommer 800 Helfer zum Einsatz. Zudem wurden etwa 250 Rettungskräfte allein im vergangenen Winter bei der DLRG neu ausgebildet. Damit könne der Bedarf aber nicht gedeckt werden.

Zunehmende Gewalt gegen Retter

Der Mangel an Rettungsschwimmern hat unterschiedliche Gründe, heißt es von den Verbänden. Abschreckend seien demnach unter anderem die höheren Ausbildungskosten, geringe Aufwandsentschädigungen, lange Fahrtwege – und zunehmende Gewalt gegen Retter.

Der DRK-Landesgeschäftsführer Carlhans Uhle sagte dazu: "Die verbalen, aber teilweise auch körperlichen Angriffe betreffen nicht nur Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, sondern Helfer ganz allgemein." Das schließe auch Rettungsschwimmer mit ein.

Mehr Anreize für Ehrenamtliche schaffen

Um mehr Rettungsschwimmer zu gewinnen, fordert Uhle die Politik zum Handeln auf. In anderen Bundesländern etwa könne die Zeit, die Einsatzkräfte für ihr Ehrenamt aufwenden, später auf die Rente angerechnet werden. Außerdem müsse mehr für die wichtige Arbeit geworben werden.

Bereits in der Badesaison im vergangenen Jahr fehlten ehrenamtliche Rettungsschwimmer in Sachsen-Anhalt.

Quelle: dpa,MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 23. April 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. April 2019, 14:08 Uhr

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8 Kommentare

24.04.2019 12:10 realist 8

Gohlis: Ihr Kommentar ist vollkommen daneben. Wollen Sie Namen und Adresse und dort vorsprechen? Es häufen sich die Vorfälle dermaßen, daß es keinerlei Stimmungsmache bedarf. Die Leute werden beklaut, beschimpft, behindert und vieles mehr. Da werden Stützpunkte von freiwillige Einsatzkräften aufgebrochen und Einsatzgerätschaften unwiederbringlich verschwinden. Das Ganze wirkt nicht gerade motivierend ein Ehrenamtlich tätig zu werden. Was halten Sie denn davon, wenn Sie im Löscheinsatz sind und man Ihnen währenddessen Ihr Auto klaut. Sind Sie da begeistert und schreien weiter so?

24.04.2019 09:34 jackblack 7

Hallo Mediator, sicher waren sie im vergangenen Sommer NICHT in einem Freibad, sonst wüssten Sie, wer sich dort wie die Axt im Walde benimmt und KEINERLEI Ansagen von weiblichem Personal befolgt.

23.04.2019 22:53 Stephan Krüger 6

Es wäre wünschenswert gewesen wenn in solchen Berichten auch die Freibäder erwähnt werden wo genau Rettungsschwimmer fehlen. Dann könnten bereits ausgebildete Helfer sich direkt vor Ort melden und unterstützen.