Ansprechpartner und Meldeketten Corona-Virus: So sollten sich Sachsen-Anhalter verhalten

Lange war Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland ohne Corona-Fall. Seit Dienstag gibt es mehrere Infektionen. Was Sie tun sollten, wenn Sie erkrankt sind oder um der Infektion vorzubeugen: Ein Überblick.

Modell des Corona-Virus
Bisher hat sich noch kein Sachsen-Anhalter mit dem Corona-Virus infiziert. Alle anderen Bundesländer haben Krankheitsfälle. Bildrechte: imago images/Science Photo Library

Woher weiß ich, ob ich den Corona-Virus habe?

Eine sichere Diagnose ist nur durch einen Nachweis im Labor möglich. Entweder dadurch, dass der Erreger isoliert werden konnte oder seine DNA nachgewiesen konnte.

Stellen Sie sich diese beiden Fragen:

  • War ich in letzter Zeit in einem der Risiko-Gebiete? (China: Provinz Hubei, inklusive Stadt Wuhan; Iran: Provin Ghom; Italien: Region Emilia-Romagna, Südtirol, Lombardei, die Stadt Vo in der Provinz Padua in Venetien)
  • Habe ich die Krankheitssymptome von Corona? (Husten, Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Atemnot und/oder Kurzatmigkeit, Durchfall)

#MDRklärt Von Symptomen bis Inkubationszeit:

Coronavirus unter dem Mikroskop
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Was tue ich, wenn bei mir der Verdacht auf Corona besteht?

Wenn Sie die Krankheitssymptome haben, sollten Sie besser Zuhause bleiben. Melden Sie sich dann telefonisch bei Ihrem Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116117, auch am Wochenende erreichbar). Dasselbe gilt, wenn Sie in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit einem Infizierten hatten. Das weitere Vorgehen wird vom Arzt mit dem Gesundheitsamt abgestimmt.

Die Landesärztekammer weist daraufhin, besonnen zu agieren. Kammerpräsidentin Simone Heinemann-Meerz sagte: "Nicht jedes grippeähnliche Symptom ist als Verdacht wahrzunehmen, welches dem Arzt vorgestellt werden muss." Nur begründete Verdachtsfälle sollten auch getestet werden, um die Ärzte zu entlasten, so Heinemann-Meerz.

Welches Gesundheitsamt ist für mich zuständig?

Alternativ zum Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon: 116117), kann auch das zuständige Gesundheitsamt über begründete Verdachtsfälle informiert werden. Je nach Landkreis ist ein anderes Gesundheitsamt zuständig. Hier sehen Sie, welches in Ihrem Fall in Frage kommt.

Altmarkkreis Salzwedel

Gesundheitsamt
Amtsärztin Frau Dr. Cornelia Schmidt
Karl-Marx-Str. 32
29410 Salzwedel
Tel.: 03901/84 05 7

Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Gesundheitsamt
Amtsarzt Herr Dr. Preden
Am Flugplatz 1
06366 Köthen
Telefon: 03496/60 17 50

Landkreis Börde

Fachdienst Gesundheit 
Fachdienstleiterin Frau Dr. Kontzog
Bornsche Str. 2
39340 Haldensleben
Telefon: 03904/72 40 25 50

Burgenlandkreis

Gesundheitsamt
Amtsärztin Frau Dr. Ina Schmidt
Schönburger Str. 41
06618 Naumburg
Telefon: 03445/73 16 73

Stadt Dessau-Roßlau

Gesundheitsamt, Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Amtsärztin Frau Dipl. Med. Hörhold
Gustav-Bergt-Str. 3
06862 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340/2 04 20 53

Stadt Halle

Geschäftsbereich IV
Fachbereich Gesundheit
Fachdienstleiterin Frau Dr. Gröger
Niemeyerstr. 1
06110 Halle (Saale)
Telefon: 0345/2 21 32 20

Landkreis Harz

Dezernat III, Gesundheitsamt
Amtsärztin Frau Dr. Christiansen
Schwanebecker Str. 14
38820 Halberstadt
Telefon: 03941/59 70 23 01

Landkreis Jerichower Land

Gesundheitsamt
Amtsarzt Herr Dr. Preisler
Bahnhofstr. 9
39288 Burg
Telefon: 03921/949-3900 oder 5395

Stadt Magdeburg

Gesundheits- und Veterinäramt
Amtsarzt Herr Dr. Hennig
Lübecker Str. 32
39124 Magdeburg
Telefon: 0391/5 40 60 01

Landkreis Mansfeld-Südharz

Gesundheitsamt
Amtsärztin Frau Dr. Achilles
Rudolf-Breitscheid-Str. 20-22
06526 Sangerhausen
Telefon: 03464/53 54 40 0

Landkreis Saalekreis

Gesundheitsamt
Amtsärztin Frau Dipl. Med. Muchow
Oberaltenburg 4b
06217 Merseburg
Telefon: 03461/40 17 00

Salzlandkreis

Fachdienst-34-Gesundheit
Amtsärztin Frau Dipl. Med. Leonhardt
Thomas-Müntzer-Str.41
06406 Bernburg (Saale)
Telefon: 03471/6 84 14 71

Landkreis Stendal

Gesundheitsamt
Amtsärztin Frau Dr. Schubert
Wendstr. 30
39576 Stendal
Telefon: 03931/60 79 00

Landkreis Wittenberg

Fachdienst Gesundheit
Amtsarzt Herr Dr. Hable
Breitscheidstr. 4
06886 Lutherstadt Wittenberg
Telefon: 03491/47 93 48

Die telefonische Vorinformation ist unbedingt notwendig, um Schutzmaßnahmen für andere Patienten im Wartebereich treffen zu können.

Was passiert, wenn ich als Verdachtsfall eingestuft werde?

Sollten bei Ihnen die Krankheitssymptome zutreffen, Sie kürzlich in einem Risikogebiet unterwegs gewesen sein oder Kontakt zu einer infizierten Person gehabt haben, werden Sie als Verdachtsfall eingestuft. Im Falle eines Verdachts wird ein Abstrich des Patienten genommen und überprüft. Im Labor kann der Virus eindeutig nachgewiesen werden, indem beispielsweise die DNA des Erregers nachgewiesen wird. Dieser Test dauert etwa 3 bis 5 Stunden. Für diese Zeit und maximal bis zu 14 Tagen – aufgrund der Inkubationszeit – kann das Gesundheitsamt für Verdachtsfälle Quarantäne verordnen.

In Sachsen-Anhalt werden potenzielle Corona-Patienten somit nicht anders als in anderen Bundesländern behandelt. Darauf hat auch nochmals der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen-Anhalt, Burkhard John, hingewiesen. John sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag, die Wege, das Virus nachzuweisen, seien in allen Bundesländern dieselben. Anlass für die Klarstellung waren Spekulationen im Internet, wonach es in Sachsen-Anhalt nur wegen vermeintlich lückenhafter Arbeit der Behörden noch keine bekannte Infektion mit dem neuartigen Virus gebe. Tatsächlich wurden inzwischen über 1.000 Personen mit Anfangsverdacht untersucht, so Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) im Interview mit MDR SACHSEN-ANHALT. (Stand: 6. März, 11:00 Uhr)

Wie verhalte ich mich in Quarantäne?

Was die Quarantäne für Sie und Ihre Angehörigen bedeutet, erfahren Sie im Detail in diesem Artikel:

Der Kontakt mit anderen Menschen sollte im Zeitraum der Quarantäne auf das absolute Minimum begrenzt werden.

Was passiert, wenn sich der Corona-Verdacht bestätigt?

Im Falle einer bestätigten Infektion wird die betroffene Person in einem Krankenhaus isoliert. Im neuen Landespandemieplan ist festgelegt, welche konkreten Krankenhäuser Patienten, bei den die Krankheit ausgebrochen ist, isolieren sollen. Neben den Unikliniken sollen diese Aufgabe auch andere Kliniken übernehmen, die über Beatmungsgeräte verfügen.

Der Pandemie-Plan des Landes Sachsen-Anhalts ist erst Anfang März nach den Vorgaben des Bundes und des Robert-Koch-Instituts überarbeitet worden, erklärte Gesundheitsministerin Grimm-Benne. Darin sei auch geregelt, wie sich Behörden, Ämter und Institutionen im Fall einer weiteren Ausbreitung des Virus zu verhalten hätten.

Aufgabe des Gesundheitsamtes ist es beispielweise, die Infizierten namentlich zu registrieren und Kontaktpersonen zu identifizieren. Diese würden dann gegebenenfalls als Verdachtsfälle eingestuft werden und würden ebenfalls auf das Virus getestet werden und müssten unter Umständen in Quarantäne.

#MDRklärt Daher kommt der Ausdruck "Quarantäne"

Menschen, die möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sind, müssen in Quarantäne. Der Begriff ist schon sehr alt und entstand, als sich Europa einer schlimmeren Plage als dem Coronavirus ausgesetzt sah.

Daher kommt der Ausdruck "Quarantäne"  Ein Segelschiff im Abendrot
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Daher kommt der Ausdruck "Quarantäne"  Ein Segelschiff im Abendrot
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Im 14. Jahrhundert breitete sich die Pest aus, vor allem über Ratten in Segelschiffe.  Ein Segelschiff und eine Ratte
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Schiffe aus Pest-Gebieten mussten in Venedig und Ragusa 40 Tage warten, bis sie anlegen durften.  Venedig Markusdom
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"40 Tage" heißt auf Italienisch "quaranta giorni" – der Ursprung der Quarantäne.  Ein Segelschiff im Abendrot.
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 04. März 2020 | 06:00 Uhr

Quelle: MDR/mx
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Was passiert, wenn ich mit einem Infizierten Bahn gefahren bin?

Die Deutsche Bahn erklärt, dass ein Zug, in dem ein konkreter Corona-Verdachtsfall vorliegt, gesperrt und desinfiziert wird. Die erkrankte Person wird beim nächsten Halt an Rettungskräfte übergeben und versorgt. Das Zugpersonal sei für diese Fälle geschult. Außerdem sollen die Fahrgäste dann ihre Kontaktdaten hinterlegen (Online oder unter der Hotline: 0800/ 5 14 15 14). Sollten Sie mit dem betroffenen Zug gefahren sein, beobachten Sie, ob Sie die Corona-Symptome bekommen und wenden Sie sich dann im Ernstfall an Ihren Hausarzt.

Was ist, wenn mein Kind in einem Risikogebiet einen Skikurs hatte?

Alle Schülergruppen aus Sachsen-Anhalt, die aus Coronavirus-Risikogebieten zurück kommen, sollen zwei Wochen zu Hause bleiben. Darauf hat sich das Gesundheitsministerium am Freitag mit den Gesundheitsämtern verständigt. Es handelt sich laut Ministerium dabei um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Sie gilt für alle Schüler und Begleitpersonen, auch wenn sie keine Krankheitssymtome zeigen. Allein in Halle wollten die Amtsärzte von Fall zu Fall entscheiden.

Neben diesen drei Tipps ist es wichtig, dass Sie Papiertaschentücher sofort entsorgen, Handy und Brille regelmäßig reinigen. Aufs Händeschütteln sollten Sie verzichten und in öffentlichen Bereichen möglichst wenige Oberflächen mit den Händen berühren.

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Modell Coronavirus
Das Modell eines Coronavirus. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Quelle: MDR/jd,js

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 06. März 2020 | 19:00 Uhr

1 Kommentar

Steffen 1978 vor 28 Wochen

Richtig wäre es erstmal keine Panik zu schüren wenn das alles so schlimm ist müssten sofort alle Grenzen geschlossen werden einschließlich der Reiseverkehr die DDR hat so auch 40 Jahre überlebt also so ein Krisenmanagement geht ja garnicht aber was soll man auch anders von dieser unfähigen Politik erwarten

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