Figuren in Arbeitskleidung unterschiedlicher Branchen stehen vor Euro Geldmünzen im Wert von 8,50
Sachsen-Anhalt gilt bisher als Niedriglohnland. Bildrechte: IMAGO

Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt Image als Niedriglohnland loswerden

Billiglohnland Sachsen-Anhalt? Damit soll bald Schluss sein. Laut Wirtschaftsminister Willingmann wird das Land künftig Unternehmen nicht mehr zu unterstützen, die zu geringe Löhne zahlen. Und auch die Firmen selbst hätten begriffen, dass sie Fachkräfte nur durch gute Löhne gewinnen können, so der Minister.

Figuren in Arbeitskleidung unterschiedlicher Branchen stehen vor Euro Geldmünzen im Wert von 8,50
Sachsen-Anhalt gilt bisher als Niedriglohnland. Bildrechte: IMAGO

Sachsen-Anhalt will sein Image als Billiglohnland hinter sich lassen. In der jahrelangen Unterstützung des Landes von Unternehmen, die eher geringe Löhne zahlen, sieht Wirtschaftsminister Armin Willingmann keine Zukunft mehr.

Der SPD-Politiker sagte MDR SACHSEN-ANHALT, allein durch den Fachkräftemangel würden die Löhne steigen. Auch die Firmen hätten inzwischen gemerkt, dass sie Arbeitskräfte nur bekommen, wenn sie wettbewerbsfähige Löhne zahlen.

Der neu gewählte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) freut sich am 23.11.2016 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) über die Glückwünsche nach seiner Vereidigung im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Wirtschaftsminister Armin Willingmann Bildrechte: dpa

Gleichzeitig setzt Willingmann vor allem auf zwei zukunftsträchtige Branchen für hochqualifizierte Arbeitskräfte: die Chemie-Industrie und die Medizintechnik. Beide seien in Sachsen-Anhalt erfolgreich und würden vom Land unterstützt. "Wir können aber noch mehr tun."

Um Fachkräfte zu gewinnen, setzt Willingmann vor allem auf Familienfreundlichkeit. Sachsen-Anhalt könne mit seiner Kinderförderung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für sich werben.

Der Wirtschaftsminister betonte auch, dass mehr Jobs für Arbeitskräfte mit geringerer Qualifikation nötig seien. Daher begrüße er den Ausbau der Logistikbranche in Sachsen-Anhalt.

Mindestlohn bleibt Niedriglohn

Seit 2015 gilt in ganz Deutschland der Gesetzliche Mindestlohn. Allerdings liegt auch der Mindestlohn mit aktuell 8,84 Euro pro Stunde im Niedriglohnbereich. "Die Höhe des Mindestlohns muss 2018 so weiterentwickelt werden, dass er wirklich existenzsichernd ist", sagte Hartmut Tölle, der Vorsitzende des für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt zuständigen IG-Metall-Bezirks.

Der Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt, Klemens Gutmann, sieht das ähnlich. "Der Mindestlohn hat sicher zur Angleichung in den unteren Lohngruppen beigetragen und dort auch zu einer Steigerung geführt. Für die Einkommenssituation insgesamt würde ich das nicht überbewerten", sagte er. Die wirtschaftliche Entwicklung trage dazu bei, dass immer mehr Menschen in Beschäftigung seien. 

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Quelle: MDR, dpa/as

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 05. Januar 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2018, 21:04 Uhr

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4 Kommentare

05.01.2018 17:32 Benutzer 4

"Daher begrüße er den Ausbau der Logistikbranche in Sachsen-Anhalt."
Danke für Lacher Herr Willingmann

Nur weil man in der Branche arbeitet hat man kein Anspruch auf ein Lohn der zum leben reicht Herr Willingmann?!.

05.01.2018 15:24 Steinbock 3

Der Mindestlohn beschreibt die Lohneinstiegsgrenze der Erwerbstaetigkeit bzw. sollte diese beschreiben. Als Einstieg waere er demnach fuer Anlern- und/oder Hilsarbeitertaetigkeiten zu zahlen. Der eigentliche Mangel des Gesetzes besteht dartin, dass besonders im Osten nicht der flaechendeckende Missbrauch des Mindestlohns fuer qualifiziertere Taetigkeiten unterbunden wird. Ein schlampiges halbherziges Gesetz... wie vieles was die SPD verzapft hat....

05.01.2018 08:21 tmp 2

Keine konkreten Pläne und kaum bis keine Fakten. Ich weiss nicht was diese Aussagen sollen. Mensch das lohnt doch Ihre Arbeit nicht daraus einen Artikel zu machen. Einzig spannend, aber nicht kritisch beleuchtet, ist die Aussage dass Sachsen Anhalt das Image als Billiglohnland verlieren solle UND demgegenüber dass er den Ausbau der Logistikbranche begrüßt. Mensch was will er denn nun, ist ja doch ein wenig unglaubwürdig oder?

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