Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch nimmt eine Petition von Schäfer Klaus Gerstenberg entgegen
Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (l.) nimmt eine Petition von Schäfer Klaus Gerstenberg (r.) entgegen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Petition übergeben Schäfer fordern finanzielle Hilfe vom Land

Sachsen-Anhalts Schäfer wollen mehr Geld vom Land. Um die Zukunft des Gewerbes zu sichern, sei eine Weidetier-Prämie nötig. Vertreter des Landesschafzucht-Verbandes übergaben am Donnerstag im Landtag in Magdeburg eine Petition. Die Landtagspräsidentin signalisierte Unterstützung.

Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch nimmt eine Petition von Schäfer Klaus Gerstenberg entgegen
Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (l.) nimmt eine Petition von Schäfer Klaus Gerstenberg (r.) entgegen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Schäfer von Sachsen-Anhalt haben am Donnerstag im Landtag in Magdeburg eine Petition übergeben. Darin fordern sie mehr finanzielle Unterstützung. Inzwischen gebe es in Sachsen-Anhalt mehr Wölfe als Schäfer. Lämmer ließen sich schlechter vermarkten, zudem seien die Preise für Wolle im Keller. Schafe zu halten, lohnt sich deswegen kaum noch: "Der Markt ist nicht da", sagt Schäfer Klaus Gerstenberg MDR SACHSEN-ANHALT.

Um die Zukunft des Gewerbes zu sichern, sei eine Weidetierprämie nötig, sagten Vertreter des Landesschafzucht-Verbandes. Nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern deutschlandweit haben Schäfer dafür insgesamt 120.000 Unterschriften gesammelt und ihren jeweiligen Landtagen übergeben.

Prämie für Tiere statt für Weidefläche

Bislang sind Prämien an die beweideten Flächen und nicht an die Anzahl der Tiere gebunden. Die Schäfer erhalten derzeit 300 Euro pro Hektar beweideter Fläche im Jahr. Die Schäfer fordern nun eine jährliche Weidetierprämie von 38 Euro je Mutterschaf und Ziege. In 22 EU-Mitgliedstaaten werden die Schäfer bereits mit etwa 500 Millionen Euro pro Jahr unterstützt.

Sachsen-Anhalts Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) kennt als Tochter eines Schäfers die Probleme der Branche. "Es ist fünf vor 12 Uhr", sagt sie MDR SACHSEN-ANHALT. "Da kann man nicht sagen: 'Wir machen das vielleicht in den Jahren 2023, 2024, 2025.' Dann gibt es diese Betriebe nicht mehr." Man müsse sich beeilen und versuchen, gemeinsam mit der EU diese Themen mehr zu forcieren.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 12. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2018, 21:02 Uhr

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5 Kommentare

13.04.2018 11:31 Florian 5

@Nilux Das ist nicht nur für die betroffenen Betriebe dramatisch. Dramatisch ist es vor allem für die betroffenen pflegeabhängigen Ökosysteme und Landschaftsräume wie Trockenrasen, Heiden, Nasswiesen. Ohne die Pflege der Schäfer gehen uns hier unersetzbare Natur- und Kulturgüter verloren.
Weil ein Gut keinen Markt besitzt ist es nicht wertlos. Dies ist meiner Auffassung nach ein fundamentaler Denkfehler. Wir sollten den Wert der Schäferei nicht auf die Produktion von Wolle und Fleisch degradieren. Hierfür gibt es tatsächlich keinen großen Markt mehr.

13.04.2018 10:16 Earth Spirit 4

"Zitat Anfang": "Der Markt ist nicht da", sagt Schäfer Klaus Gerstenberg MDR SACHSEN-ANHALT. "Zitat Ende"

Na damit ist doch alles klar oder nicht. Wenn Alles subventioniert werden würde, wofür kein Markt da ist, dann gute Nacht.

13.04.2018 07:46 Florian 3

Die 300 Euro kann man meiner Auffassung nach nicht so stehen lassen. Ein Schäfer bekommt in Sachsen-Anhalte knapp 300 Euro Direkzahlungen pro ha und Jahr. Zusätzlich kann so ziemlich jeder Schäfer 285 Euro pro ha und Jahr an MSL-Mitteln bekommen. Wird mit den Tieren ein Natura 2000 Lebensraumtyp oder ein geschütztes Biotop beweidet, was bei dem überwiegenden Teil der Fall sein sollte, können statt der MSL-Mittel, FNL-Mittel (freiwillige Naturschutzleistungen) beantragt werden. Das wären dann zusätzlich 450 Euro pro ha und Jahr. Beweidet man Flächen in einem Natura 2000 Gebiet können noch einmal 130 Euro pro ha und Jahr beantragt werden (Natura 2000 - Ausgleich). Für benachteiligte Gebiete und Hütehaltung gibt es nochmal Fördermittel. Insgesamt kann man im Optimalfall auf über 900 Euro pro ha und Jahr bekommen... Vorausgesetzt man weiß was man für Flächen (naturschutzfachlich) bewirtschaftet und hat einen anständigen Berater. Hier wird es wohl häufig mangeln.