Verkehrsbehinderungen Schnee sorgt für Unfälle in Sachsen-Anhalt

Nach den jüngsten Schneefällen in Sachsen-Anhalt hat sich die Straßenlage inzwischen beruhigt. Am Mittwochmorgen hatte es teilweise massive Behinderungen im Berufsverkehr gegeben. Besonders betroffen war der Süden des Landes. Im Burgenlandkreis fuhren keine Busse.

Winterdienst räumt Schnee 1 min
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Mi 07.03.2018 12:00Uhr 00:28 min

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Nach den starken Schneefällen in Sachsen-Anhalt hat sich die Verkehrslage entspannt. Eine Polizeisprecherin im Burgenlandkreis sagte am Mittwochmittag MDR SACHSEN-ANHALT, es sei zwar noch winterlich; die Situation auf den Straßen habe sich aber inzwischen beruhigt.

Heftiger Schneefall und spiegelglatte Fahrbahnen hatten im Berufsverkehr am Mittwochmorgen vielen Autofahrern in Sachsen-Anhalt zu schaffen gemacht. Besonders betroffen war laut Rettungsleitstellen der Süden. Wie die Polizeidirektion Süd MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, gab es zwischen Dienstagabend und Mittwochfrüh im Burgenlandkreis, im Kreis Mansfeld-Südharz, im Saalekreis sowie in Halle mehr als 110 Unfälle. Mindestens fünf Menschen wurden demnach verletzt. Viele Autofahrer seien auf glatter Straße zu schnell unterwegs gewesen.

Massive Behinderungen im ÖPNV

Behinderungen hab es am Mittwochmorgen vor allem auch im Busverkehr. Weil zeitweise auf den Straßen nichts mehr ging, fuhren seit Dienstagabend im Burgenlandkreis gar keine Busse mehr. Die Verkehrsgesellschaft PVG teilte mit, dass gegen 8 Uhr am Mittwoch der Linienverkehr wieder angelaufen sei. Auch im Mansfelder Land kam es im Busverkehr zu Verzögerungen.

Probleme beim Schülerverkehr

Zufahrt zum Ort Ebersroda.
Verschneite Zufahrtstraße bei Ebersroda Bildrechte: MDR/Marie Luise Luther

Der erneute Wintereinbruch wirbelte im Süden auch den Unterricht an einigen Schulen durcheinander. Das ergaben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT. Die Sekundarschule "Am Schwanenteich" in Zeitz teilte mit, dass etwa ein Drittel der Schüler auf den Bus angewiesen sei. Viele Eltern hätten ihre Kinder mit dem Auto gefahren. Einige Schüler fehlten jedoch. Das Burgenlandgymnasium Laucha an der Unstrut erklärte, dass normalerweise 90 Prozent der Schüler per Bus in die Schule kämen. Wieviele Schüler fehlten, konnte nicht gesagt werden.

Schulbusunfall im Kreis Wittenberg

Im Landkreis Wittenberg wurden zwei Kinder bei einem Schulbusunfall verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus. Ihre Verletzungen sind nach Polizeiangaben aber nicht lebensbedrohlich. Der Schulbus war in Prettin gestartet und wollte nach Annaburg fahren. Zwischen den Ortschaften geriet der Schulbus auf glatter Fahrbahn ins Rutschen, kippte um und blieb auf der Seite liegen. Im Bus waren neben dem Fahrer drei Schulkinder im Alter von 12 bis 15 Jahren.

Auf der Autobahn 9 ereigneten sich wegen glatter Fahrbahn mehrere Unfälle. Wie die Autobahnpolizei mitteilte, krachte es seit Dienstagabend sechsmal. Verletzt wurde niemand. Betroffen war der Abschnitt nördlich von Coswig. Drei PKWs und drei Kleintransporter gerieten ins Schleudern und kamen von der Straße ab. Ein Auto rutschte seitlich gegen einen Sattelzug.

Starker Schneefall Rutschige Straßen und Winteridylle

Verschneite Straße aus der Sicht eines Autofahrers
Wer Mittwochfrüh mit dem Auto los musste, der hatte womöglich einen ungemütlichen Start in den Morgen. So wie hier in Annaburg im Landkreis Wittenberg sah es vielerorts in Sachsen-Anhalt aus. Bildrechte: Sascha Gehrmann
Verschneite Straße aus der Sicht eines Autofahrers
Wer Mittwochfrüh mit dem Auto los musste, der hatte womöglich einen ungemütlichen Start in den Morgen. So wie hier in Annaburg im Landkreis Wittenberg sah es vielerorts in Sachsen-Anhalt aus. Bildrechte: Sascha Gehrmann
verschneiter Park
Besser hatten es die, die gemütlich zu Hause bleiben konnten. Vom Fenster aus zeigt sich diese Straße in Wolfen einfach nur von ihrer schönsten Seite. Bildrechte: Jeanette Maschalleck
Berufsverkehr in der Hallischen Straße in Magdeburg.
Nervig war es dagegen in Magdeburg. Auf der Hallischen Straße war es matschig. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer
Wer in Lützen mit dem Auto zur Arbeit musste, der hatte ordentlich zu tun. Bildrechte: Editha Schubert
verschneite Winterlandschaft
Ein Spaziergang durch diese Winterlandschaft in Lützen ist dagegen ein Genuss. Bildrechte: Editha Schubert
Schleberoda im Winter. Häuser, Straße und Bäume sind mit Schnee bedeckt.
Schleberoda im Burgenlandkreis hat sich in ein Winterdorf verwandelt. Bildrechte: MDR/Marie Luise Luther
Zufahrt zum Ort Ebersroda.
Solche verschneiten Straßen wie diese hier bei Ebersroda sorgten für große Verkehrsbehinderungen. Bildrechte: MDR/Marie Luise Luther
Zwei PKWs stehen nach einem Unfall auf einer schneebedeckten Straße.
Auch im nördlichen Sachsen-Anhalt sorgte der Schnee für schwierige Straßenverhältnisse. Bei Klein Wanzleben stießen zwei PKWs zusammen. Beide Fahrer wurden verletzt. Bildrechte: Matthias Strauß/MDR
PKWs stehen bei Nacht auf schneebedeckter Straße mit Polizei.
Die B 246a war während der Bergungsarbeiten komplett gesperrt. Bildrechte: Matthias Strauss/MDR
Rettungsfahrzeuge und verunglückter PKW auf winterlicher Straße.
Bei Wellen im Bördekreis kam ein PKW-Fahrer von der Straße ab. Bildrechte: MDR/Hanns-Georg Unger
PKW nach einem Unfall an einem Baum.
Der Wagen prallte gegen einen Baum.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. März 2018 | 05:00 Uhr

Quelle: MDR/düs
Bildrechte: MDR/Hanns-Georg-Unger
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Im Burgenlandkreis sowie dem Kreis Mansfeld-Südharz lagen auf vielen Straßen Schneedecken, die mit Eis vermischt waren. Behinderungen gab es deshalb auf den Bundesstraßen 87 und 180 bei Naumburg. Zudem drohten bei Osterfeld und Leißling Bäume unter der nassen, schweren Schneelast umzuknicken. Im Landkreis Mansfeld-Südharz waren Räumfahrzeuge im Dauereinsatz. Schwierige Bedingungen herrschten nach Angaben der Leistelle vor allem auf der B 86 bei Sangerhausen. Einige LKWs standen dort quer.

Schnee auch im Osten und Norden

In der Nacht zogen die Schneewolken weiter nordwärts. Am Morgen präsentierte sich etwa auch Magdeburg unter einer Schneedecke. Nach Angaben der Magdeburger Verkehrsbetriebe kam es auch zu Behinderungen im Straßenbahnverkehr. Von der Polizei hieß es, die Lage sei aber noch überschaubar gewesen. In der Nacht kamen die Winterdienste nicht so schnell hinterher, viele Straßen waren spiegelglatt.

So stießen auf der B 246a nahe Klein Wanzleben im Landkreis Börde zwei PKWs zusammen. Beide Fahrer kamen verletzt ins Krankenhaus. Ihre Wagen sind nur noch Schrott. Wegen der Bergungsarbeiten blieb die Bundesstraße in beiden Richtungen für rund zwei Stunden gesperrt.

Aus der Harzregion und der Altmark wurden keine größeren Behinderungen gemeldet.

"Ein letzter Wintergruß"

Nach den jüngsten Schneefällen in Sachsen-Anhalt erwartet der Deutsche Wetterdienst nun wieder steigende Temperaturen. Ein Meteorologe sagte: "Es war vorerst ein letzter Wintergruß." Die Werte im Tiefland kletterten nun tagsüber auf 7 bis 10 Grad, der Schnee werde schnell abtauen.

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Quelle: MDR/düs

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. März 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. März 2018, 14:14 Uhr

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5 Kommentare

07.03.2018 21:24 Nordharzer 5

@3, mit Halbwissen sollte man vorsichtig umgehen. Beton ist nur unter bestimmten Umständen und Naturstein nur bei manchen Sorten gefährdet. Und Betonkrebs - eigentlich Alkali-Kieselsäure-Reaktion-entsteht - entsteht ursächlich nicht durch das aufgebrachte Salz, sondern durch fehlerhafte Bestandteile, in Verbindung mit einem hohen Zementgehalt.

07.03.2018 14:37 Martha 4

Es wäre schön, wenn alles einfach wäre und alle etwas vernünftiger handeln würde. Aber es handelte sich in diesem Fall, eine Fa. welche im Auftrag der Stadt den Winterdienst übernimmt. Wenn z. B. 2 Fahrzeuge hintereinander fahren und beide Salz streuen, ist es zweifelhaft, ob das sinnvoll ist und die Umwelt schützt. Sicherlich wird es Fahrzeuge mit dementsprechender Technik geben - aber ist die Ausstattung der Winterfahrzeuge damit auch Pflicht? Gerade wenn auf den Straßen oder Rad- und Gehwege im Anschluss das Salz als regelrechter Haufen daliegt, stellt sich die Frage, ob eine solches Computerprogramm genutzt wird.
Ich möchte es auf keinen Fall verallgemeinern, sicherlich wird es auch Gebiete geben, wo der Einsatz von Salz verantwortungsbewusster gehandhabt wird.

07.03.2018 14:25 Lars 3

@ Martha:
Alles richtig im Kommentar. Mit Salz wird viel zu exzessiv gestreut. Ein weiteres Problem beim Salzen neben der Umweltproblematik ist,dass es viele Fahrbahnoberflächen angreift. Vor allem Beton und Naturstein mögen Salz überhaupt nicht.

Aber es interessiert niemanden. Städte, Gemeinden und Landes Behörden streuen Salz was das Zeug hält obwohl viele Gemeindesatzungen es nur in absoluten Ausnahmefällen erlauben.
Lieber wundert man sich, dass die Autobahnen und sanierte Straßen und Gehwege in Innenstädten nach 15 bis 20 Jahren komplett ersetzt werden müssen?

Stadtdessen wird dem Bürger das Märchen vom Betonkrebs aufgetischt. Aber was viele nicht wissen ist, dass der Betonkrebs nur in Verbindung mit Salz entsteht.

Wer soll das alles denn bezahlen? Ach ja ich vergaß,... der dumme deutsche Michel.

Und auch dran denken liebe Mitmenschen: alle Ressourcen sind endlich, auch Baustoffe. Wovon sollen zukünftige Generationen bauen,wenn weiter solcher Raubbau betrieben wird ?