Leere Hosentaschen.
Fast jeder Achte in Sachsen-Anhalt steht in der Kreide. Symbolbild) Bildrechte: colourbox

Schuldner-Atlas Jeder achte Sachsen-Anhalter hat Schulden

Die Zahl der Schuldner in Sachsen-Anhalt ist weiter hoch. Das geht aus dem aktuellen "Schuldner-Atlas" hervor. Der Landessüden ist stärker von privater Überschulung betroffen als der Norden.

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Etwa jeder achte Sachsen-Anhalter über 18 Jahre ist verschuldet. Das geht aus dem "Schuldner-Atlas 2018" hervor, den die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag vorgestellt hat. Demnach belegt Sachsen-Anhalt im bundesweiten Ranking den vorletzten Platz. Schlusslicht ist Bremen.

Weniger Fälle als im Vorjahr

Die Schuldnerquote, also der Anteil der verschuldeten Menschen an der volljährigen Gesamtbevölkerung, liegt in Sachsen-Anhalt bei etwa 12,7 Prozent. Insgesamt sind es 2.000 Fälle weniger als noch im Vorjahr. Durch den Bevölkerungsrückgang macht sich das der Studie zufolge in der Quote aber nicht bemerkbar.

Der Süden des Landes ist laut Ranking stärker von privater Überschuldung betroffen als der Norden. Aufgeschlüsselt nach Regionen zeigt sich zudem, dass in großen Bereichen von Halle-Neustadt der Anteil verschuldeter Personen am höchsten ausfällt. Am niedrigsten ist er in Dessau-Roßlau.

Positive Entwicklung ist da

Prokurist Martin Plath sieht allerdings auch positive Trends: So sei die Anzahl der Betroffenen seit 2006 leicht zurückgegangen. Auch die durchschnittliche Schuldenhöhe habe sich verringert.

Wir hatten 2006 eine mittlere Schuldenhöhe von mehr als 36.000 Euro, 2018 liegt diese bei 30.000 Euro. Das ist durchaus eine positive Entwicklung.

Martin Plath, Prokurist

Am stärksten habe die Überschuldung bei 30- bis 45-jährigen zugenommen, so Plath weiter. Vor allem bei der unwirtschaftlichen Haushaltsführung habe man deutliche Zuwächse festgestellt. Dabei handelt es sich um Personen, die mit ihrem Einkommen ihre Ausgaben nicht dauerhaft decken können. Plath empfahl Schuldnern, Beratungsstellen aufzusuchen.

Der "Schuldner-Atlas" wird jährlich von der Wirtschaftsauskunftei "Creditreform" erstellt. Das Unternehmen sammelt Wirtschaftsdaten und wertet sie aus.

Quelle: MDR/cw, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. November 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2018, 16:09 Uhr

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1 Kommentar

13.11.2018 19:55 Gunseter 1

Viele Leute machen Schulden, ohne sich dessen bewusst zu sein. Im Prinzip fängt es ja schon mit einer kurzfristigen Kontoüberziehung an. Reicht das Geld nicht, wird in den Dispo gegangen. Man macht Schulden, aber nennt es nicht so. Diese Fälle sind sicherlich im Schuldenatlas noch gar nicht berücksichtigt.

Dann gibt es noch den Unterschied, ob man "nur" Schulden hat, die man zurück zahlen kann - oder ob man überschuldet ist. Ein Kredit ist schnell abgeschlossen, aber das Abbezahlen kann eine Ewigkeit dauern. Viele Schuldner nehmen die Lage nicht ernst und passen ihren Lebensstil nicht an. Irgendwann ist der Schuldenberg so groß, dass die Einkünfte zur Tilgung nicht mehr ausreichen. Dann ist man überschuldet. Auf Deutsch: Es ist aus. Man ist Pleite! Dann kann alles mögliche passieren: Konto-Sperrung, Gerichtsvollzieher, Lohnpfändung, das volle Programm.

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