Ultraschallbild, Nuckel und Informationsmaterial zum Schwangerschaftsabbruch
Bildrechte: imago/suedraumfoto

Fakten aus der Statistik Schwangerschaftsabbrüche fast halbiert und doch konstant

Offiziell eine Straftat und "Werbeverbot" für Ärzte: Schwangerschaftsabbrüche sind aktuell wieder Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Wie viele Eingriffe jährlich registriert werden und wie sich die Zahlen entwickelt haben, verraten drei Fakten aus der Statistik.

Ultraschallbild, Nuckel und Informationsmaterial zum Schwangerschaftsabbruch
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1.) Zahl der Schwangerschaftsabbrüche fast halbiert

2018 wurden in Sachsen-Anhalt laut Statistischem Bundesamt 3.222 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Damit hat sich die Anzahl seit 1996 (6.070 Fälle) fast halbiert. Bis dahin zurück reichen die offiziellen Zahlen. Zum Vergleich: In ganz Deutschland wurden im vergangenen Jahr 100.986 Schwangerschaften abgebrochen, 1996 waren es noch rund 130.000. Nimmt man die Zahlen von 1996 als Ausgangswerte (100 Prozent), so zeigt sich, dass der Rückgang in Sachsen-Anhalt deutlich stärker ist als im gesamten Bundesgebiet:

Diese auf den ersten Blick recht eindeutige Entwicklung muss bei genauerer Betrachtungsweise jedoch relativiert werden, denn:

2.) Abbrüche je 1.000 Frauen bleiben konstant

Setzt man die jährliche Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ins Verhältnis zu allen Frauen, die im jeweiligen Jahr zwischen 15 bis 49 Jahren alt waren, so bleibt der Anteil nahezu konstant. Bedeutet: In Sachsen-Anhalt gibt es mittlerweile deutlich weniger Schwangerschaftsabbrüche, aber eben auch deutlich weniger Frauen in der Altersgruppe 15-49.

Waren es 1996 noch rund 639.000, so sank die Anzahl im vergangenen Jahr auf etwa 384.000. Umgerechnet bedeutet das: Auf 1.000 Frauen kamen in den vergangenen 20 Jahren jährlich zwischen 8 und 9 Schwangerschaftsabbrüche und damit deutlich mehr als im Bundesschnitt:

3.) In Ehen gibt es weniger Abbrüche

Während auf der einen Seite die Zahl der Hochzeiten im Land seit Jahren konstant ist, gehen die Schwangerschaftsabbrüche bei verheirateten Paaren laut Statistischem Bundesamt seit Jahren konsequent zurück. Seit 2001 wird die Mehrheit aller Frauen beim Abbruch der Schwangerschaft mit dem Familienstand "ledig" registriert:

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Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: Fakt ist! aus Magdeburg | 01. April 2019 | 22:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. April 2019, 19:52 Uhr

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1 Kommentar

01.04.2019 13:53 Pfingstrose 1

Jeder frau ist es selbst überlassen über ihren körper zu entscheiden ob Kind ja oder nein. Aber man sollte wenn kein kinderwunsch vorhanden ist ist, verhüten. Die Pille gibt es kostenlos für Mädchen bis 22 Jahre. Und auch Frauen späteren Alters sollten auf Verhütung achten die ein bewegtes und aktives Sexualleben betreiben.

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