Nachgewiesene Infektion in Brandenburg Schweinepestfall in Deutschland ist auch für Sachsen-Anhalt ein Risiko

Seit Jahren ist die Angst vor einem Schweinepestfall in Sachsen-Anhalt groß. Das Ministerium traf Vorkehrungen, Landkreise probten für den Ernstfall. Nun wurde die Seuche bei einem Tier in Brandenburg nachgewiesen. Sie stellt auch für Schweinehalter in Sachsen-Anhalt ein großes Risiko dar.

Wildschweine in einem Waldgebiet im Stadtbezirk Tegel in Berlin, 2016
Die Schweinepest kann Wild- und Hausschweine treffen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Brandenburg ist erstmal die Afrikanische Schweinepest auf deutschem Boden nachgewiesen worden. Das teilte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag mit. Sachsen-Anhalt hatte sich bereits Ende vergangenen Jahres auf die Ankunft der Seuche eingestellt und steht dennoch vor Problemen.

Denn Schweine-Haltern drohen bei einer Ausbreitung der Seuche schwere wirtschaftliche Folgen. Dessaus Kreisjägermeister Michael Mitsching sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Züchter könnten ihre Tiere nicht mehr verkaufen und Jäger das Wild nicht mehr absetzen. Das sei dramatisch.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Sie tritt ausschließlich bei Schweinen auf (Haus- und Wildschweine). Außerhalb der Ursprungsländer auf dem afrikanischen Kontinent wurde die Krankheit erstmals 2007 in Georgien nachgewiesen. Von dort aus verbreitete sie sich rasant über Osteuropa. Infizierte Tiere leiden an hohem Fieber, Apathie und Blutungen aus Nasen oder Ohren. Die Haut verfärbt sich blau. Außerdem zeigen erkrankte Tiere mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft. Sie verenden binnen weniger Tage. Einen Impfstoff gibt es nicht. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

Bei einer Infektion muss gesamter Bestand getötet werden

In Sachsen-Anhalt bereiten sich Behörden und Tierhalter seit Monaten vor: Ende vergangenen Jahres hatte das Landwirtschaftsministerium Zuchtbetriebe aufgerufen, penibel auf die Hygiene in den Ställen zu achten. Zudem waren scharfe Kontrollen angekündigt worden. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Seuche.

Sollte sich ein Hausschwein infizieren, müsse der gesamte Bestand des Züchters getötet werden. Das Veterinäramt teilte MDR SACHSEN-ANHALT damals mit, dass es einen Rahmenplan gibt. Dieser sehe bei Auftreten der Pest eine verstärkte Jagd von Wildschweinen vor. Außerdem seien mobile Sammelstellen und Wildschwein-Schutzzäune geplant.

Stendal probte im Februar für den Ernstfall

Noch im Februar 2020 hatte der Landkreis Stendal für den Ernstfall geprobt: 48 Einsatzkräfte sollten dafür ein verendetes Wildschwein in einem Wald bei Brunkau bergen und Proben für Untersuchungen entnehmen. Beteiligt waren zum Beispiel Veterinär- und Gesundheitsamt oder auch die Straßenmeisterei.

Schon seit Jahren ist die Angst davor groß, dass die Schweinepest in Deutschland eintrifft. Bereits 2018 hatte der Präsident des Landesbauernverbandes, Olaf Feuerborn (CDU), MDR SACHSEN-ANHALT gesagt: "Die Afrikanische Schweinepest schwebt wie ein Schwert über uns. Wir hoffen, dass es nicht zuschlägt."

Quelle: MDR/jh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. September 2020 | 11:00 Uhr

1 Kommentar

Critica vor 6 Wochen

Nun sind aber die Gesundheitsämter heillos überfordert. Neben Maskenmuffeln, Verfolgungslisten etc. müssen sie nun auch noch kontrollieren, welche Schweine auf der Straße herumlaufen und sich gegenseitig anstecken. Pfui aber auch.
Oder - was noch besser wäre - nun hört endlich die Coronadiktatur auf :)).
Vielleicht hat sich ja ein Schwein erbarmt und die Krankheit auf sich genommen, damit die Menschen im Land sich wieder frei und friedlich bewegen können :)).

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