Schweinepest Preise für Schweinefleisch gestiegen

In China wütet die Afrikanische Schweinepest. Dadurch steigen die Preise auf das Schweinefleisch, nicht nur in China, sondern auch in Deutschland. Eine Erklärung, womit das zusammenhängt.

Verschiedene Sorten Aufschnitt liegen in der Auslage einer Fleischerei.
Die Preise auf Wurstwaren aus Schweinefleisch sind seit Februar um zwei Euro pro Kilogramm gestiegen. Bildrechte: dpa

Die Einkaufspreise für Schweinefleisch sind innerhalb des Jahres deutschlandweit um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die MDR SACHSEN-ANHALT vorliegen. Auch in Sachsen-Anhalt ist die Preissteigerung spürbar. Das bestätigte auch der Fleischermeister Ralf Gerlach von der Fleischerei Gebler in Rogätz bei Magdeburg.

Chinesen kaufen auf dem europäischen Markt ein

Schweinepest
Die Hausschweine sind bisher weniger betroffen von der Schweinepest in Polen an der deutschen Grenze. Bildrechte: Heute im Osten, MDR

Ein Grund dafür ist offenbar die Afrikanische Schweinepest. Sie wütet auch in Asien. Die Chinesen kaufen daher viel Schweinefleisch auf dem europäischen Markt ein. Das lasse wiederum die Preise in Deutschland steigen, so Gerlach. Der Fleischermeister spricht von Mehrkosten beim Einkauf von 70 bis 110 Prozent: "Fast ganz Europa liefert mittlerweile zu extrem hohen Preisen, weil die Chinesen diese Preise bezahlen. Das hat natürlich zu einer Marktverengung geführt."

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine hochansteckende Viruserkrankung. Sie tritt ausschließlich bei Schweinen auf (Haus- und Wildschweine). Außerhalb der Ursprungsländer auf dem afrikanischen Kontinent wurde die Krankheit erstmals 2007 in Georgien nachgewiesen. Von dort aus verbreitete sie sich rasant über Osteuropa. Infizierte Tiere leiden an hohem Fieber, Apathie und Blutungen aus Nasen oder Ohren. Die Haut verfärbt sich blau. Außerdem zeigen erkrankte Tiere mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft. Sie verenden binnen weniger Tage. Einen Impfstoff gibt es nicht. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut

Der Kunde trägt nur eine Teillast

Von Februar bis Oktober hätten sich die Einkaufspreise von Schweinefleisch nahezu verdoppelt, sagt der Fleischermeister. Das bedeute hohe Verluste. Seine Kunden hätten davon lange Zeit nichts mitbekommen, bis vor einigen Wochen: "Die Wurst- und Fleischwaren aus Schweinefleisch sind um 15 Prozent gestiegen. Bei der Salami ist es zum Beispiel so, dass wir seit Februar einen Preisanstieg von zwei Euro pro Kilo haben", so Gerlach.

Exportverbot als Lösungsansatz

Mit Sorge sieht Ralf Gerlach, dass die Afrikanische Schweinepest nicht nur in China wütet, sondern auch in Polen festgestellt wurde. Von dort sei es nicht mehr weit bis nach Sachsen-Anhalt. "Dies würde bedeuten, dass weniger produziert werden würde. Das führt zu einer weiteren Marktverengung. In dem Fall müsste der Markt reguliert werden durch ein Exportverbot seitens der Regierung", so Gerlach. Eine weitere Preissteigerung würde in einen für den Endverbraucher unerträglichen Bereich führen.

Ausbruch in Deutschland ist möglich

In Polen nahe der deutschen Grenze ist bislang bei mehr als 20 toten Wildschweinen die Schweinepest nachgewiesen worden. Die Gefahr eines Ausbruchs in Deutschland wird von Experten als hoch eingeschätzt. Im Visier sind hier zunächst ebenfalls Wildschweine, weniger Hausschweine. Zuchtbetriebe wurden aufgerufen, penibel auf die Hygiene in den Ställen zu achten. Laut Landesjagdverband ist es nur eine Frage der Zeit, dass die Schweinepest auch nach Sachsen-Anhalt kommt. Im Nachbarland Brandenburg werden seit Ende November Wildschweine verstärkt gejagt. So soll das Risiko der Weiterverbreitung des Virus verringert werden.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Dezember 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2019, 18:50 Uhr

3 Kommentare

W.Merseburger vor 5 Wochen

wer auch immer,
gute Idee, aber sie funktioniert nicht. Ich bin kein politischer "Verehrer" der Grünen Partei. Aber als diese Partei einmal anregte, einmal die Woche fleischfrei, wussten sofort alle "Gutbürgerlichen", dass dies gegen das Grundgesetz verstoße, weil man in die Freiheit des Menschen, sich ungesund zu ernähren, eingreifen wolle.

wer auch immer vor 5 Wochen

Zum Frühstück gibt es bei mir lecker Marmeladenbrot, Fleischprodukte eh wenig.
Wenn Alle mal eine Woche kein Fleisch kaufen, geht der Preis automatisch runter.
Übrigens funktioniert es auch bei Kraftstoffen.

Steffen 1978 vor 5 Wochen

Der Handel mit Grundnahrungsmittel hätte schon längst verboten werden müssen.die einzigen die profitieren sind die lieben Börsianer egal ob Schwein Reis usw. Sollte in den Ländern bleiben wo es produziert wird das wäre nachhaltig und hätte keine aus Hungersnöten verursachten Völkerwanderungen als Folge

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