Schwimmunterricht nicht gefährdet So viele Schwimmbäder mussten in Sachsen-Anhalt schließen

Seit 2000 haben in Sachsen-Anhalt zahlreiche Schwimmbäder geschlossen. In die Freibäder müssten Millionen investiert werden. Der Schwimmunterricht an Grundschulen ist laut Landesregierung davon aber nicht beeinträchtigt.

Die Sachsen-Anhalter konnten sich im langen Sommer 2018 in 22 Schwimmhallen und 110 Freibädern abkühlen. Zur Jahrtausendwende gab es im Land noch einige Schwimmbäder mehr: Seit 2000 haben fünf Hallen- und 31 Freibäder geschlossen. Das geht aus den Antworten der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor. Unbeantwortet bleibt allerdings, ob in Sachsen-Anhalt seit 2000 Schwimmbäder neu eröffnet wurden.

Aus den Antworten wird zudem deutlich, dass allein in die Sanierung und die Instandhaltung der Freibäder in Sachsen-Anhalt viel Geld investiert werden müsste. Die Landesregierung beziffert die ausstehenden erforderlichen Investitionen auf etwa 37 Millionen Euro. Was in die Hallenbäder zu Sanierungszwecken investiert werden müsste, weiß die Regierung nicht. Dazu liege keine Erfassung vor. Etwa zehn Millionen Euro Fördermittel hat das Land in die Sanierung von Schwimmbädern bis dato investiert – seit 1992.

Grundschulen müssen Schwimmen unterrichten

Die Kleine Anfrage der Linken geht außerdem auf die Schwimmfähigkeiten von Kindern ein, die die Grundschule abgeschlossen haben. Grundschulen in Sachsen-Anhalt sind verpflichtet, den Schülern in der 2., 3. oder 4. Klasse Schwimmunterricht im Sportunterricht anzubieten. Nach Informationen des Bildungsministeriums weicht auch keine Grundschule im Land von dieser Pflicht ab. Der Unterricht sei jedoch vereinzelt wegen Sanierungen oder wegen Hochwassers verschoben worden.

Wie viele Kinder können am Ende der Grundschule tatsächlich schwimmen? Die letzte ausgewertete Erhebung dazu liegt für das Schuljahr 2013/14 vor. Demnach hatten am Ende des 4. Schuljahres etwa 75 Prozent der Schüler ein Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold. Weitere 17 Prozent haben das Seepferdchen und haben es außerdem geschafft, 100 Meter zu schwimmen.

Nichtschwimmer unter Sachsen-Anhalts Grundschülern

Zugleich bedeute das aber auch, dass im Schuljahr 2013/14 acht Prozent der Kinder am Ende der 4. Klasse Nichtschwimmer gewesen seien, so die Landesregierung. Im Schuljahr 2011/12 hatte der Nichtschwimmer-Anteil bei 14 Prozent gelegen, geht aus der Antwort auf die Kleine Anfrage hervor.

Im vergangenen Jahr sind in Sachsen-Anhalt nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgemeinschaft (DLRG) 19 Personen ertrunken. Deshalb lernen beispielsweise in Halle bereits Vorschüler das Schwimmen vom Landesschwimmverband Sachsen-Anhalt und dem Wasserrettungsdienst Halle.

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Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Mai 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2019, 19:21 Uhr

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6 Kommentare

02.05.2019 20:38 Dorfbewohner 6

“Leser 5

Vielerorts haben sich Vereine gegründet, um die ländlichen freibäder zu erhalten. Klappt in MSH wunderbar, dank Engagement der Bürger. Grillenberg macht es derzeit auch. Schwimmen lernen und baden sind Kultur.”

Eine interessante Parallele, die meisten Freibäder auf Ostgebiet nach 1949 wurden auch nur durch Bürger(nannte sich damals NAW- nationales Aufbauwerk), ortsansässigen Betriebe oder Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften überhaupt geschaffen.

02.05.2019 10:16 Leser 5

Vielerorts haben sich Vereine gegründet, um die ländlichen freibäder zu erhalten. Klappt in MSH wunderbar, dank Engagement der Bürger. Grillenberg macht es derzeit auch. Schwimmen lernen und baden sind Kultur.

01.05.2019 17:47 Ureinwohner 4

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat beschlossen, sich an der Rettung der Norddeutschen Landesbank (Nord-LB) zu beteiligen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, wird das Land 198 Millionen Euro zuschießen.Seit 2000 haben in Sachsen-Anhalt zahlreiche Schwimmbäder geschlossen. In die Freibäder müssten Millionen investiert werden. Man muss eben Prioritäten setzen