Brandschutz Wo in Sachsen-Anhalt Feuerwerk zu Silvester verboten ist

In den meisten Orten in Sachsen-Anhalt ist Feuerwerk zu Silvester erlaubt. Doch ein paar Ausnahmen gibt es, um historische Altstädte vor Bränden zu schützen. Wo nicht geböllert werden darf.

Feuerwerksraketen
In nur wenigen Orten in Sachsen-Anhalt dürfen an Silvester keine Feuerwerkskörper gezündet werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Geisser

Feuerwerksverbote zu Silvester gelten in Sachsen-Anhalt nur in wenigen Orten. Dazu zählen im Harz die Städte Wernigerode und Quedlinburg: Zu Fachwerkhäusern soll beim Feuerwerk ein Mindestabstand von 100 Metern eingehalten werden, um die empfindlichen Häuser vor Bränden zu schützen. Somit dürfen in Quedlinburg in nahezu der gesamten Innenstadt und in Wernigerodes Altstadt keine Feuerwerkskörper gezündet werden. Wer dagegen verstößt, muss mit Geldstrafen bis zu 50.000 Euro rechnen. Auch im Nationalpark Harz ist Feuerwerk nicht erlaubt.

In Stolberg, einem historischen Ort im Südharz, gilt ebenfalls ein Feuerwerksverbot. Darauf weist die Gemeinde auf ihrer Webseite hin. Demnach ist im gesamten Stadtgebiet Pyrotechnik an Silvester verboten. Dadurch sollen die restaurierten Häuser des Flächendenkmals vor Schäden geschützt werden.

Verbote auch in Tangermünde und Havelberg

Auch in der Altstadt von Tangermünde im Landkreis Stendal in der Altmark gilt ein Feuerwerksverbot. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT treffen sich die Bewohner zu Silvester am Hafen auf der Promenade zu einem gemeinsamen Feuerwerk – außerhalb der Stadtmauer.

In Havelberg gilt im Dombezirk, insbesondere auf dem Domvorplatz sowie im Kerngebiet der Altstadt, ein Zündverbot, teilte die Stadt auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT mit. Dieses Verbot ergibt sich aus der ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz. Demnach ist das Abbrennen von Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden verboten.

Debatte um Feinstaubbelastung durch Feuerwerk

Nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) sind komplette Verbote von Raketen und Böllern nicht das richtige Mittel. Feuerwerk gehöre zur Kultur. Die Politikerin befürwortet aber zentrale Feuerwerke, um die Feinstaubbelastung an Silvester und Neujahr zu reduzieren.

Im Sommer hatte die Deutsche Umwelthilfe wegen der Feinstaubbelastung zunächst von der Stadt Halle ein Feuerwerksverbot an Silvester gefordert. Im Oktober verlangte die Umwelthilfe, dass auch in den Städten Magdeburg, Aschersleben, Halberstadt und Wittenberg privates Feuerwerk wegen der Feinstaubbelastung verboten wird. Aber in den größeren Städten in Sachsen-Anhalt – Magdeburg, Halle, Dessau-Roßlau – ist das Knallen auch in diesem Jahr erlaubt, ebenso in Aschersleben, Halberstadt und Wittenberg. Die Stadt Wittenberg wolle jedoch für das nächste Jahr ein Verbot prüfen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Das sei in diesem Jahr allerdings zu kurzfristig gewesen.

Tipps für sicheres Feuerwerk

Damit das eigene Feuerwerk ohne Zwischenfälle abläuft, gibt die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) einige Tipps. So sollten nur legale, geprüfte und nicht manipulierte Feuerwerksköper gezündet werden. Wenn das Feuerwerk angezündet wird, sollte der Körper sicher stehen und dann Abstand gehalten werden. Falls ein Knallkörper nicht zündet, sollte der Blindgänger nicht nochmals angezündet werden – es sei denn, es gibt eine Reservezündschnur. Aber selbst dann sollte zwischen Erst- und Zweitzündung mindestens fünf Minuten gewartet werden.

Der Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt schreibt dazu noch, dass Feuerwerkskörper nicht auf Menschen gerichtet werden dürfen. Die Berliner Feuerwehr empfiehlt zudem, Fenster und Balkontüren in der Silvesternacht geschlossen zu halten und brennbare Gegenstände vom Balkon zu entfernen.

Anm. d. Red.: Bei Stolberg ist uns in der ersten Fassung des Artikels ein Fehler unterlaufen, den wir korrigiert haben.

Quelle: MDR/mh

0 Kommentare

Mehr aus Sachsen-Anhalt