Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege.
In Sachsen-Anhalt haben zwischen Mai 2017 und April 2018 mindestens 92 Wölfe gelebt. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Wolfsmonitoring Zahl der Wölfe leicht gestiegen

Wenn ein Wolf in Sachsen-Anhalt Nutztiere reißt, kochen die Emotionen besonders bei betroffenen Landwirten schnell hoch. Umso spannender ist es für Nutztierhalter, wenn einmal im Jahr die Zahl der in Sachsen-Anhalt nachgewiesenen Wölfe vorgestellt wird. Am Montag informierte Umweltministerin Claudia Dalbert, dass die Zahl der Raubtiere gestiegen ist – aber nur "moderat".

Ein Wolf durchstreift sein winterliches Gehege.
In Sachsen-Anhalt haben zwischen Mai 2017 und April 2018 mindestens 92 Wölfe gelebt. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der nachgewiesenen Wölfe etwas gestiegen. Darüber hat Umweltministerin Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) am Montag informiert. Nach ihren Worten sind im abgelaufenen Monitoringjahr zwischen dem 1. Mai 2017 und 30. April 2018 insgesamt 92 Wölfe nachgewiesen worden. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 85.

Dalbert sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass insgesamt zwölf Rudel hierzulande leben – eines von ihnen grenzübergreifend in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Unter den 92 Tieren seien auch vier Wölfe, die zu zweit unterwegs seien.

Die Präsidentin des Landesamts für Umweltschutz, Sandra Hagel, erklärte, dass sich bei einigen Rudeln im Land ein "Generationenwechsel" andeute. Der sei beispielsweise im Rudel Gartow sehr wahrscheinlich, sagte Hagel. "Das bedeutet, dass es neue Verpaarungen in den Gebieten gibt und diese beginnen, ein eigenes Rudel in den Territorien der Vorgänger zu gründen."

Möglicherweise Rudel im Harz

Wie Umweltministerin Dalbert weiter erklärte, sind viele in Sachsen-Anhalt geeignete Lebensräume bereits von Wölfen besiedelt. Das betreffe besonders den Südosten und den Nordwesten des Bundeslandes. Es gebe darüber hinaus Beobachtungen im Harz, sagte Dalbert. Es sei aber unklar, ob sich dort auch wirklich ein Rudel angesiedelt habe.

Wölfe seien in der Lage, sehr weit zu wandern, so Dalbert. Sie könnten pro Tag Strecken von 50 bis 60 Kilometern zurücklegen. "Dass man einen Wolf sieht, heißt nicht, dass er sich da auch ansiedelt", betonte die Umweltministerin. Auch im Lödderitzer Forst bieten sich ihren Worten zufolge gute Lebensbedingungen für den Wolf.

Hinweise von Bürgern fließen mit ein

Anfang August hatte das Landesamt für Umweltschutz in einem vorläufigen Bericht von 95 Wölfen berichtet, die im abgelaufenen Monitoringjahr gezählt worden seien. Das, so hieß es damals, sei nur auf Basis einer vorläufigen Auswertung herausgefunden worden. Erst jetzt sind in der Behörde sämtliche Hinweise ausgewertet und der Monitoringbericht für das Wolfsjahr 2017/2018 vollständig.

Die Daten für den Monitoringbericht erheben Experten des sogenannten Wolfskompetenzzentrums in Iden. Dort werden auch Hinweise von Bürgern aufgenommen, wenn diese Spuren von Wölfen entdeckt haben.

Zwei Wölfe an einer Lichtung im Wald
Wölfe in einer Fotofalle Bildrechte: Wolfskompetenzzentrum Iden

Das versteht man unter Wolfsmonitoring Ein Monitoringjahr dauert vom 1. Mai bis 30. April eines Folgejahres. Das Monitoringjahr eines Wolfs richtet sich nach dem biologischen Rhythmus der Tiere.

Für das wissenschaftliche Monitoring von Wölfen sind die Experten des Wolfskompetenzzentrums in Iden zuständig. Dort wird zwischen passivem und aktivem Monitoring unterschieden. Im passiven Monitoring werden all die Daten gesammelt, die von Bürgern, Jägern oder Landwirten an das Wolfskompetenzzentrum herangetragen werden. Hinzu kommt Material aus Fotofallen. Wenn sich Hinweise verdichten, sprechen Experten wie Biologin Antje Weber von "aktivem Monitoring". Weber geht dann auf Spurensuche im Wald – auch mal um die 14 Kilometer zu Fuß. Sie sucht und dokumentiert Trittsiegel, also Fährten von Wölfen, und Kothaufen, beim Wolf Losung genannt. Auch das Heulen von Wölfen wird im Monitoring erfasst. All die gesammelten Informationen fließen in einen Bericht zum Monitoringjahr.

Quelle: MDR/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Dezember 2018 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 13:37 Uhr

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13 Kommentare

04.12.2018 14:35 flo 13

Es ist wie es ist. Einwohner werden weniger und Wölfe mehr. Den Zaun wieder drum und schon ist der Jurasic Park fertig. ;-(

04.12.2018 13:53 Ekkehard Kohfeld 12

Montana 4 In Ländern noch ärmer wie D. sind Hütehunde das A und O bei Schäfern. Warum klappt das in D. nicht ?##Bitte nachprüfbare Belege,kosten die da genau so viel wie in Deutschland?Was für Gewinnspannen haben die da?
Nur einfach etwas daher plappern kann jeder.

04.12.2018 11:32 Wolpertinger 11

@04.12.2018 10:10 Ekkehard Kohfeld
Herr Kohfeld, das mache ich exklusiv nur für Sie. Aus Sympathie, Hochachtung wegen Ihrer Hartnäckigkeit und auch Mitleid.