Beschluss der Landesregierung Wegen Coronakrise: Soforthilfen für Solo-Selbständige und Mittelständler

Sie sind besonders von der Coronakrise betroffen. Selbständige und Mittelständler in Sachsen-Anhalt. Viele wissen nicht, wie sie die nächsten Wochen überleben sollen. Für sie hat die Landesregierung ein Soforthilfeprogramm geschnürt, das unbürokratisch helfen soll.

Hilfspaket mit Geldscheinen
Die Landesregierung verspricht unbürokratische Hilfe. Bildrechte: imago images / Steinach

In Sachsen-Anhalt sollen auch Selbständige und Mittelständler Soforthilfen vom Land bekommen. Das teilte die Landesregierung mit. Die Zuschüsse in Höhe von insgesamt 150 Millionen Euro seien dafür gedacht, Umsatzausfälle durch die Corona-Pandemie abzufedern. Das Geld sei für Solo-Selbständige, Freiberufler, Künstler, Landwirte und Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern bestimmt. Spätestens ab Montag sollen die Zuschüsse beantragt werden können. Wer die Hilfen bekommen will, muss eidesstattlich versichern, dass er in wirtschaftlichen Nöten ist und seine laufenden Kosten nicht aus anderen Quellen bestreiten kann. Ziel sei es, Insolvenzen zu vermeiden und Arbeitsplätze zu sichern.

Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärt hierzu: "Wir haben sehr viele kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen-​Anhalt. Ihnen wollen wir in der Krise schnell, effektiv und unbürokratisch helfen. Mit dem Hilfspaket senden wir ein entschlossenes und starkes Signal aus."

So sieht die Soforthilfe konkret aus:

Eine Grafik mit einem Überblick über die Soforthilfe in Sachsen-Anhalt.
Bildrechte: MDR

Wirtschaftsminister Armin Willingmann betont: "Es ist gut, dass wir uns innerhalb der Landesregierung darauf verständigen konnten, die Bundeshilfen durch ein landeseigenes Programm zu ergänzen. Sachsen-​Anhalts Wirtschaftsstruktur ist sehr kleinteilig. Kleine Unternehmen können einer derartigen Krise jedoch weniger lange standhalten als große Konzerne. Mit dem Landesprogramm geben wir jetzt diesen kleinen Unternehmen und Solo-​Selbstständigen vor allem durch die Gewährung von Zuschüssen eine Zukunftsperspektive."

Willingmann kündigte an, dass die Landesregierung in den kommenden Wochen die wirtschaftliche Situation genau analysieren und sich eng mit gewerblichen Kammern, Arbeitgeberverbänden sowie Gewerkschaften austauschen zu wollen.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sollte es in den kommenden Wochen und Monaten erforderlich sein, werden wir unser Hilfsprogramm entsprechend anpassen.

Armin Willingmann, Wirtschaftsminister

Finanzminister Michael Richter erläutert: "In so einer Zeit ist es geboten, Kredite aufzunehmen um zu helfen. Am Geld wird es nicht scheitern. Ich habe mit der Investitionsbank verabredet, dass unter Beachtung notwendiger Regeln die Hilfen unbürokratisch und schnell ausgezahlt werden."

Anträge sollen ab Montag möglich

Die Zuschüsse sollen über die Investitionsbank Sachsen-​Anhalt ausgereicht werden. Ab Montag (30. März 2020) sollen sich Unternehmer und Solo-​Selbstständige den Antrag auf den Internetseiten der Bank herunterladen können. Um die beantragten Hilfen schnellstmöglich auszuzahlen, hat die Investitionsbank ihre Kapazitäten gebündelt. Ziel sei es, die Hilfen innerhalb von wenigen Tagen nach Antragseingang auszuzahlen.

Der Antrag werde bewusst unbürokratisch gestaltet, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Geltend gemacht werden können alle laufenden betrieblichen Kosten wie Mieten (für Produktionsstätten, Büros usw.), Pachten, Leasingraten (für Maschinen, Autos und ähnliches), Versicherungen, Energiekosten und Instandhaltungskosten. Neben Solo-​Selbstständigen und Unternehmen können auch Künstler, Kulturschaffende sowie landwirtschaftliche Unternehmen einen Zuschuss beantragen.

Von den rund 56.000 Unternehmen in Sachsen-​Anhalt zählen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 76 Prozent (42.700) weniger als zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 18,3 Prozent haben zwischen 10 und 50 Beschäftigte (10.200 Unternehmen). Darüber hinaus gibt es mehr als 40.000 Solo-​Selbstständige in Sachsen-​Anhalt.

Quelle: MDR/jw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 26. März 2020 | 15:00 Uhr

1 Kommentar

Siggi A. vor 26 Wochen

Das wird die Luftnummer des Jahres unserer so gefeierten Bundesregierung: Die meisten kleinen Selbständigen so wie ich haben doch kein Problem mit "Mietzahlungen" etc. (wir arbeiten doch meist eh von zu Hause aus), sondern uns sind schlicht und ergreifend die Auftraggeber weggefallen. WIR HABEN KEINE EINNAHMEN MEHR!!! Folglich können wir unseren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten.

Fragt sich also was besser ist - Corona oder verhungern. Falls das einer der Oberen liest: Erst Gehirn einschalten und dann handeln.

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