Kurz vor der Landtagswahl Lebhafte und kontroverse Debatte der Spitzenkandidaten

Wo steht Sachsen-Anhalt kurz vor der Wahl? Wie ist die Bilanz der CDU-SPD-Koalition? Und wie sind die Zuwächse der AfD in Umfragen zu erklären? Das waren die wichtigsten Themen der "FAKT IST!"- Sendung am Montag. Zu Gast im Studio waren Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Reiner Haseloff, Linke-Fraktionschef Wulf Gallert, SPD-Spitzenkandidatin Katrin Budde und Grünen-Fraktionschefin Claudia Dalbert. Die Debatte war ebenso kontrovers wie lebhaft.

Katrin Budde und Ministerpräsident Reiner Haseloff im Fernsehstudio von Fakt ist!
In der "FAKT IST!"- Sendung lieferten sich die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien einen Schlagabtausch. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Das war der Höhepunkt des Wahlkampfes in Sachsen-Anhalt. Kurz vor der Wahl trafen die Spitzenkandidaten der vier im Landtag vertretenen Parteien am Montag in der MDR-Fernsehsendung "FAKT IST!" im Funkhaus in Magdeburg aufeinander. Die einstündige Debatte ging sachlich los, in der zweiten Hälfte wurde es dann kontrovers und lebhaft.

Vertrauensverlust bei Wählern

Faktist 3 min
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Ein erster inhaltlicher Schwerpunkt war die Frage, warum die Parteien in Sachsen-Anhalt in Umfragen Vertrauen bei den Wählern verlieren. Ministerpräsident Reiner Haseloff zeigte sich optimistisch und meinte, eine kritische Begleitung der Politik durch die Wähler könne nicht schaden. Er bleibe bei seiner Haltung, dass Sachsen-Anhalt gut dastehe. Linke-Fraktionschef Wulf Gallert entgegnete, eines der größten Probleme Sachsen-Anhalts sei der Ministerpräsident. Er rede die Lage schön. SPD-Spitzenkandidatin Katrin Budde meinte, es gebe viele Unzufriedene. Grünen-Fraktionchefin Claudia Dalbert sagte, wenn sie zum Beispiel den Unterrichtsausfall an den Schulen sehe, dann könne sie den Frust vieler Menschen verstehen.

Streit um Statistiken

In der Wirtschaftspolik hieß es in der Runde "Drei gegen Haseloff". Der Ministerpräsident präsentierte eine Statistik, wonach in Sachsen-Anhalt im Vergleich der ostdeutschen Bundesländer die zweithöchsten Löhne bei den sozialversicherungspflichtigen Vollzeit-Arbeitsplätzen gezahlt werden würden. Gallert warf ihm daraufhin eine geschönte Bilanz vor, weil in der Statistik zahlreiche Teilzeitstellen fehlten. Auch Dalbert und Budde kritisierten Haseloff.

In der Flüchtlingspolitik forderten alle vier Kandidaten eine stärkere Integration. Uneins waren sie sich aber bei der Frage, ob es eine Obergrenze für Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt geben soll. Grünen-Fraktionschefin Dalbert meinte, das Land müsse nun endlich die Integration angehen. Budde fügte hinzu, die vergangenen Monate seien ein Beginn gewesen, die eigentliche Arbeit komme erst jetzt. Gallert warf Haseloff vor, mit seinem Eintreten für eine Obergrenze der AfD geholfen zu haben. Haseloff verteidigte seine Linie und kündigte an, dass man sich vor allem um Flüchtlinge mit einer Bleibeperspektive kümmern wolle.

Nierth fordert Auseinandersetzung mit AfD

Im Publikum war der frühere Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth, zu Gast. Nierth sagte, er finde es sehr schade, dass die vier Spitzenkandidaten eine Debatte mit der AfD gescheut hätten. In einer solchen Diskussion hätte die Partei entzaubert werden können. Außerdem kritisierte er, dass die kreative Energie vieler Jugendliche in Sachsen-Anhalt von der Politik nicht genutzt werde.

Public Viewing im Magdeburger Café Central

Auf einer Leinwand ist das laufende Fernsehprogramm zu sehen 3 min
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Sechs Tage vor der Landtagswahl haben sich die Spitzenkandidaten zu einem Schlagabtausch in der Fernsehsendung "FAKT IST!" getroffen. Ulli Wittstock war beim Public Viewing im Café Central in Magdeburg. Sein Fazit, hier!

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Di 08.03.2016 07:56Uhr 03:19 min

https://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/audio-11938.html

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Wie stark das Interesse an der "FAKT IST!"-Sendung ist zeigt die Tatsache, dass es im Magdeburger Café Central ein Public Viewing gab. Steffen Jany, Mitbesitzer des Lokals, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Für uns ist es wichtig, auch unseren Teil bei der politischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Themen und Positionen beizusteuern."

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137 Kommentare

10.03.2016 18:47 Helen 137

@ 136 Dämon Na, wenn es nach Dir ginge...wird aber nicht.Verläuft wie bei allen anderen Rechtspopus,nach 2 Wahlen spätestens weg,weg,weg.Neid ist nie ein guter Ratgeber.

10.03.2016 17:10 Dämon 136

@Jena
Ich habe Ihnen kein Du angeboten. Aber dafür reicht wohl Ihre Intelligenz nicht aus, dies zu begreifen? Waren Sie früher Blockwart, dass Sie hier normale Bürger beleidigen?

10.03.2016 16:43 steffen_jg63 135

Den Artikel betreffend, lese ich etwas von Elefantenrunde. Elefanten sind mächtig, gutmütig und stehen sinnbildlich über den Dingen. Hier sehe und höre ich ein verzweifeltes Buhlen um Wählerstimmen, Gift und Galle gegen einen unliebsamen Mitbewerber und die allseitsbekannten Allgemeinplätze und Worthülsen. Ein trauriges Schmierentheater von Not und Elend.

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