Analyse: Duisburg gegen FCM Auch kleine Schritte helfen vorwärts

Der 1. FC Magdeburg holt in Duisburg einen Bonuspunkt und festigt damit Platz 2. Obwohl das Spiel 0:0 ausging, hatten Spieler und Zuschauer viel Spaß daran. Zudem merkte der FCM in manchen Phasen des Spiels, was noch zur 2. Liga fehlt. Doch der Abstand wird kleiner.

Nico Hammann ( 10, 1.FC Magdeburg) klatscht nach dem Spiel mit Jan Loehmannsroeben ( 6, 1.FC Magdeburg) ab.
Zufriedene Gesichter bei Nico Hammann und Jan Löhmannsröben: Der 1. FC Magdeburg hat im Spitzenspiel der 3. Liga am Freitag bei Spitzenreiter Duisburg 0:0 gespielt. Bildrechte: IMAGO

FCM-Trainer Jens Härtel musste es nach dem Spiel beim MSV Duisburg noch mal betonen: "Natürlich sind wir her gefahren, um zu gewinnen." Ganz so selbstverständlich ist das jedoch nicht, wenn man beim Tabellenführer antritt. Am Ende nimmt der 1. FC Magdeburg einen Punkt mit und kann diesen durchaus als Bonus verbuchen. Denn ein Duisburger Sieg wäre im Vorfeld sicher keine Überraschung gewesen. Auch Härtel war mit dem Unentschieden zufrieden: "So wie es gelaufen ist, können wir mit dem Punkt leben."

Die Aussage des Trainers unterstreicht das neue Selbstverständnis bei den Blau-Weißen. Der FCM sieht sich, nicht zu Unrecht, als Spitzenteam der 3. Liga. Doch in Duisburg, beim unangefochtenen Tabellenführer, lernte die Mannschaft, dass zur 2. Bundesliga doch noch einiges fehlt. Diese Eigenschaften demonstrierte Duisburg im ersten Durchgang:

  • Passspiel mit hoher Geschwindigkeit: Immer wieder kombinierten die Gastgeber mit hohem Tempo und großer Passsicherheit in der gegnerischen Hälfte. Vor allem, wenn Duisburg über Außen kam, hatte der FCM Probleme.
  • Präzision im Umkehrspiel: Das schnelle Umkehrspiel nach Ballgewinnen ist eigentlich eine Stärke des 1. FC Magdeburg. Doch die Pässe kamen oft zu ungenau, so dass der MSV die Bälle zurückerobern konnte. Die fehlende Präzision bei Konteraktionen sorgte dafür, dass Magdeburg nur selten zu Strafraumszenen kam. Umgekehrt machte es Duisburg besser und brachte den FCM vor allem in der ersten Halbzeit mehrfach in Bedrängnis.
  • Entschlossenheit im Abschluss: In der ersten Halbzeit kam Duisburg fünf, sechs Mal im Strafraum zum Abschluss, der FCM im Gegenzug nur ein Mal. Im zweiten Durchgang kamen die Magdeburger Angreifer zwar öfter in den Strafraum, waren aber doch einen Tick zu langsam oder nicht mutig genug, um ernsthafte Torgefahr zu kreieren. Fairerweise muss man hinzufügen, dass auch die Duisburger Angriffe meist das Tor verfehlten. Zwar trafen sie zwei Mal Pfosten oder Latte. Ansonsten musste FCM-Torhüter Leopold Zingerle aber kaum eingreifen.

Abgeklärtheit fehlt

Die Magdeburger Spieler wollten die Unterschiede im Nachhinein auch gar nicht kleinreden. So sagte Nils Butzen: "Das sieht man auf dem Papier, da sind viele ehemalige Zweitligaspieler. Wir sind noch eine junge Mannschaft. Sie sind in manchen Aktionen abgeklärter und spielen reiferen Fußball." Der jungen FCM-Mannschaft fehle eben manchmal noch diese Abgeklärtheit.

Stanislav Iljutcenko (Duisburg) vergibt eine große Chance , der Ball landet knapp neben dem Tor von Torwart Leopold Zingerle (Magdeburg).
Kein Tor: Bei mehreren Gelegenheiten waren die Duisburger nah dran am Führungstreffer – der blieb ihnen am Ende jedoch verwehrt. Bildrechte: IMAGO

In der zweiten Halbzeit konnte sich Magdeburg jedoch deutlich steigern und verstand es, das dynamische Duisburger Spiel zu unterbinden. Auch ein Teil des Lernprozesses, analysierte Kapitän Marius Sowislo: "Für mich bleibt die Erkenntnis, dass wir als Mannschaft auswärts unwahrscheinlich gereift sind und dem Gegner auch Paroli bieten können."

Das Ergebnis war ein wirklich sehenswertes Spiel, das trotz fehlender Tore auch von den gut 18.000 Zuschauern honoriert wurde. Die Atmosphäre, die beide Fanlager kreierten, war großartig und mindestens zweitligareif. Wenn es so weiter läuft wie bisher, könnten sich beide Mannschaften im nächsten Jahr in der zweiten Bundeliga wieder begegnen. Und dann vielleicht noch etwas mehr auf Augenhöhe. Denn Marius Sowislo hat Recht, wenn er sagt: "So weit sind wir auch nicht mehr auseinander."

Das Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 24.02.2017 | 18:30 Uhr
MDR SPORT IM OSTEN | 25.02.17 | 16:30 Uhr

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1 Kommentar

26.02.2017 09:40 Pappklatschheini 1

Eigentlich schade unbedingt aufsteigen zu müssen. Leider zwingt der enge und finanzielle Spielraum in der 3 Liga viele Manschaften dazu. Spieler drohen abzuwandern und Planungssicherheit ist nicht gegeben. Der DFB sollte seine Vergabe der Gelder 2 und 3 Bundesliga überdenken. Die Gegner in der 3 Liga versprechen mehr Spannung, als manch Gegner in der 2 Liga mit gefühlten null Fans.
Immer Blau-Weiß /1 FC Magdeburg und pro
RB Leipzig. Eine gute Manschaft

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