Auswärtssieg beim HSV Das war historisch, lieber FCM!

Im Abstiegskampf der zweiten Bundesliga zählt der Erfolg in Hamburg auch nur drei Punkte. Doch für die Magdeburger Fans bedeutet dieser Sieg so viel mehr. Er war Lohn für all die Leiden dieser Saison – und das beste Beispiel dafür, dass der Magdeburger Größenwahn zur Realität werden kann.

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

 Hamburger SV vs 1.FC Magdeburg
Philip Türpitz (l.) und Marius Bülter trafen für den FCM in Hamburg. Bildrechte: imago images / Nordphoto

Lieber 1. FC Magdeburg,

herzlichen Glückwunsch: Du hast Geschichte geschrieben.

Dein jüngster Auswärtserfolg reiht sich ein in die Liste ganz großer Daten: Rotterdam am 8. Mai 1974, Offenbach am 31. Mai 2015 – und jetzt Hamburg am 8. April 2019.

Natürlich: Du hast keinen Pokal gewonnen oder bist aufgestiegen. Im Abstiegskampf zählt dein Sieg beim HSV auch nur drei Punkte – so wie jeder andere auch. Doch für die Seele deiner Fans bedeutet dieser Erfolg weit mehr – so viel wie kein anderer in dieser Saison.

Im April 2015 hast du vor 7.086 Zuschauern gegen Burissa Bautzen gewonnen – zu Hause, in der vierten Liga. Jetzt haben dich 7.000 Fans nach Hamburg begleitet.

Jetzt hast du den HSV geschlagen – den früheren Bundesliga-Dino, den sechsmaligen Deutschen Meister, den dreimaligen DFB-Pokalsieger, den Gewinner des Europapokals der Pokalsieger und Europapokals der Landesmeister.

Auch wenn der HSV von heute nur noch ein Schatten seiner früher so glorreichen Version ist: Der Magdeburger Größenwahn ist an diesem Montagabend im April zur Realität geworden.

Du hast deine Fans endlich belohnt für all die Leiden dieser Saison: Sie haben ihren Messias an der Seitenlinie verloren. Sie mussten mit ansehen, wie manch einer ihrer Aufstiegshelden plötzlich keine Rolle mehr spielt. Du hast sie so oft auf Siege hoffen lassen – und sie dann doch noch verspielt.

Deine treuen Anhänger haben dich trotzdem immer begleitet. Egal, wann. Egal, wohin. Weil du mehr bist als jeder Einzelne. Weil sie wussten, dass es sich lohnen würde.

Jetzt hoffen sie alle auf den Klassenerhalt. Ein weiter Weg ist es noch bis dahin. Doch ganz gleich, wie es am Ende ausgehen mag: Du und deine Fans haben eine Erinnerung, die für immer bleibt.

Herzlichen Glückwunsch, lieber 1. FC Magdeburg!

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung als Sportredakteur und berichtete hauptsächlich über die besten Fußballklubs Sachsen-Anhalts: den 1. FC Magdeburg und den Halleschen FC.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport-, Social-Media- und Politik-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2019, 19:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

10.04.2019 17:32 snaz83 2

Ganz ehrlich, der Sieg war auch verdient. Nur hoffe ich irgendwie, das jetzt nicht das übliche kommt, der FCM und seine Anhänger sind wieder größenwahnsinnig und vergessen dann die Hausaufgaben, wie so oft in der jüngeren Historie. Zum Nichtabstieg ist es noch ein langer Weg, der noch viele Körner kosten wird, von der Moral und vom spielrischen ist der FCM unter Oenning zumindest zweitligatauglich geworden, nun muss man aber den Sieg gegen den HSV schnell einordnen und weiter Punkte sammeln. Vier bis Fnf Siege müssen es schon noch werden um der Reli aus dem Weg zu gehen, da ich alle Mannschaften, außer Duisburg, in der Lage sehe regelmäßig zu punkten. Würde sogar fast behaupten, dass eher noch Aue Probleme kriegen könnte. Wenn alle drei Ostclubs ( Union ist ja durch ;-) )drinne bleiben würden, das wäre optimal.

09.04.2019 10:05 flo 1

Die Euphorie des Magdeburger Rundfunks ist ja lustig.
Trotzdem,toller Erfolg, Glückwunsch aus der größeren Stadt im Lande.

Mehr Sport aus Sachsen-Anhalt