v.l. Christian Beck (FC Magdeburg) jubelt nach Treffer zum 3:1 für Magdeburg.
Christian Beck traf traumhaft zum 3:1 und widmete sein Tor einem Mitspieler. Bildrechte: imago/Jan Huebner

Ende des Negativlaufs Die fünf schönsten Geschichten des FCM-Erfolgs

Der 1. FC Magdeburg hat sich gegen Münster seinen ersten Drittligasieg im Spieljahr 2018 gesichert und seine kleine Krise gestoppt. MDR SACHSEN-ANHALT erzählt die schönsten Wohlfühlgeschichten des Befreiungsschlags.

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

v.l. Christian Beck (FC Magdeburg) jubelt nach Treffer zum 3:1 für Magdeburg.
Christian Beck traf traumhaft zum 3:1 und widmete sein Tor einem Mitspieler. Bildrechte: imago/Jan Huebner

Der 3:1-Heimsieg des 1. FC Magdeburg gegen Preußen Münster hatte am Samstagnachmittag zahlreiche Gesichter. Sie alle zeigten nach dem Schlusspfiff vor allem eines: Erleichterung. Der Tabellenzweite gewann erstmals 2018 eine Drittligapartie und setzte seinem Negativlauf ein Ende.

1) Die Unterstützung von den Rängen

Nach den unbefriedigenden Leistungen und Ergebnissen in den vergangenen Wochen kam bei manchen Fans durchaus berechtigte Kritik auf. Doch am Samstagnachmittag stand die mit 15.166 Zuschauern gefüllte MDCC-Arena geschlossen hinter dem FCM. Nach dem frühen Gegentor schallte es aus "Block U" nur noch lauter: "Kämpfen und Siegen!" Und: "Der 1. FC Magdeburg wird niemals untergehen." Die Stimmung beflügelte das Team.

"In guten Phasen ist das auch immer schön, aber gerade in solchen Situationen, wo es nicht so gut läuft, brauchen wir unsere Fans. Deshalb hat das unheimlich gut getan", sagte Defensivmann Nils Butzen. "Sie haben uns geholfen, aus dem Negativstrudel rauszukommen."

Magdeburg ist eine Mannschaft, die dich mit den Zuschauern im Rücken hinten reindrücken kann.

Münsters Torschütze Simon Scherder

Das sah auch Münsters Torschütze Simon Scherder so: "Das ist hier schon was anderes, als wenn du in Bremen vor 50 Leuten spielst." Dort hatte Münster in der vergangenen Woche einen 0:2-Rückstand noch zum 4:2-Sieg gedreht. "Magdeburg ist eine Mannschaft, die dich mit den Zuschauern im Rücken hinten reindrücken kann." Und das geschah am Sonnabend – den Fans sei Dank.

Die stellten mit einem Banner mit Blick auf das Auswärtsspiel am kommenden Sonnabend übrigens gleich klar: "Wir haben uns entschieden! 17.02.2018 alle Clubfans nach Bremen!" Die vorbildliche Unterstützung nimmt ihren Lauf.

v.l. Jubel nach 1:1 für Magdeburg.
Angetrieben von den Rängen drehte der FCM erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder einen Rückstand. Bildrechte: imago/Jan Huebner

2) Die Reaktion auf den Rückschlag

Die Serie geriet ob des Erfolges der Hinrunde beinahe in Vergessenheit. Doch bis zum Samstagnachmittag hatte der FCM seit dem 16. August 2015 keinen Rückstand in Liga drei mehr zum Sieg gedreht. Damals wurde ein 0:1 im Heimspiel gegen den Halleschen FC noch zum 2:1-Erfolg verwandelt. Gegen Münster zeigte sich die Mannschaft zwar beeindruckt vom frühen Rückstand nach neun Minuten. Nur vier Minuten später glich Tobias Schwede mit einer sehenswerten Aktion jedoch aus.

"Das war wichtig", meinte Abwehrmann Felix Schiller später. "Danach waren wir im Spiel." Und Trainer Jens Härtel meinte: "Dadurch haben wir gemerkt, dass unser Aufwand nicht umsonst war. Umso schöner, dass wir nicht nur unseren Negativlauf, sondern auch die Serie mit den Rückstanden stoppen konnten."

3) Die Tor-Widmung von Christian Beck

Wie bereits in der vergangenen Saison gelang Christian Beck auch diesmal gegen Münster ein Traumtor per Seitfallzieher (35. Minute). Nach perfekter Vorlage von Julius Düker "habe ich den Ball einfach mit vollem Risiko genommen", blickte Beck zurück. Sein Jubel im Anschluss war aussagekräftig: Beck rannte zur Ersatzbank und umarmte Kapitän Marius Sowislo, der wieder nicht in der Startelf stand, erst nach 81 Minuten eingewechselt wurde. "Das Tor widme ich ihm", erklärte Beck später. "Wir haben in dieser Woche viel miteinander geredet. Die Situation ist gerade nicht so einfach für ihn, aber er ist ein unheimlich feiner Junge und sehr wichtig für die Mannschaft."

Das Tor widme ich ihm. Wir haben in dieser Woche viel miteinander geredet. Die Situation ist gerade nicht so einfach für ihn, aber er ist ein unheimlich feiner Junge und sehr wichtig für die Mannschaft.

FCM-Torjäger Christian Beck über Marius Sowislo

v.l. Christian Beck (FC Magdeburg) beim Schuss zum 3:1.
Christian Beck trifft per Seitfallzieher. Bildrechte: imago/Jan Huebner

Sowislo selbst freute sich über die Widmung seines Kumpels. Doch der 35-Jährige rückte ganz Kapitän die anderen Kicker in den Vordergrund: "Wir wissen, was wir aneinander haben und was die Truppe aneinander hat", sagte Sowislo. "Keiner der Reservisten macht Stunk. Wie professionell sich zum Beispiel ein Andreas Ludwig oder ein Gerrit Müller verhalten, die mit ganz anderen Ambitionen hierher gekommen sind, ist aller Ehren wert." Die Mannschaft funktioniert.

4) Der Hund von Hundi

In den vergangenen Tagen wurde das Tier mehrfach in der Kabine des 1. FC Magdeburg gesichtet: der neue kleine süße Hund von Christopher Handke, dessen Spitzname passenderweise "Hundi" ist. Weil der kleine Hund allein daheim Angst hatte, nahm ihn Verteidiger Handke mit zum Training.

Das ist unser neues Maskottchen. Der hat ein paar Mal in die Kabine gepullert, das hat uns Glück gebracht.

FCM-Verteidiger Nils Butzen über den Hund von Christopher Handke

"Ja, das ist unser neues Maskottchen", flachste Nils Butzen später. "Der hat ein paar Mal in die Kabine gepullert, das hat uns Glück gebracht." Auch seinem Herrchen, der per Kopf in der 33. Minute seinen zweiten Saisontreffer erzielte. "Trotz der vergangenen drei sehr bescheidenen Spiele haben wir von Anfang an an uns geglaubt", sagte Handke. "Trotz des Rückstandes haben wir nicht aufgesteckt. Das war wichtig."

v.l. Christopher Handke (1. FC Magdeburg) jubelt nach 2:1 für Magdeburg.
FCM-Verteidiger Christopher Handke bejubelt sein zweites Saisontor. Bildrechte: imago/Jan Huebner

5) Die Ansprachen von Jens Härtel

Partien gegen Münster? Die sind für den FCM in Liga drei ein sicheres Ding. Das 3:1 am Samstagnachmittag war der sechste Sieg im sechsten Spiel. Und genau an diese Stärke in Duellen mit Preußen erinnerte Jens Härtel seine Mannschaft fünf Minuten vor Anpfiff in seiner Kabinenansprache, um das zuletzt arg strapazierte Selbstbewusstsein zu stärken.

Überhaupt wurde in der vergangenen Woche viel geredet beim FCM – mit dem Trainerteam und in der Mannschaft untereinander. Das fruchtete. Die Köpfe waren frei und fokussiert.

Trainer Jens Härtel (1. FC Magdeburg)
FCM-Trainer Jens Härtel fand die richtigen Worte. Bildrechte: IMAGO

Härtel blickte nach dem befreienden Erfolg noch auf dem Platz im Mannschaftskreis nach vorn. Der Fußballlehrer erklärte seinen Kickern, dass sie in den kommenden Partien keinen Schritt weniger machen dürften. Seine Botschaft: "Uns wird nichts geschenkt. Weiter Gas geben!" Später sagte Härtel auf der Pressekonferenz zum Abschluss denn auch: "Jetzt sind wir erstmal erleichtert und schnaufen durch, aber nächste Woche geht es mit dem Auswärtsspiel in Bremen schon weiter."

Seinen Negativlauf hat der 1. FC Magdeburg gestoppt. Der Weg zum Aufstieg aber bedarf noch weiterer Wohlfühlgeschichten.

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Christian Becks Traumtor gegen Preußen Münster
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 10. Februar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2018, 09:50 Uhr

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14 Kommentare

12.02.2018 18:12 Europapokalsieger1974 14

Im aktuellen Ranking zum Volltreffer der Woche liegt unser Beckus derzeit mit 75% eigentlich jetzt schon uneinholbar in Führung. Große Fußballkunst wird eben zu Recht geschätzt und gewürdigt. Ob sich Peter auch darüber freut? BWG!

12.02.2018 11:33 Retro 13

Der FCM hat ein tiefes Tal durchschritten,Härtel hat der Truppe eine Vision vermittelt,wo sich jeder mit seiner persönlichen Stärke einbringen kann.Die Regionalliga haben sie hinter sich gelassen und der Traum wurde Realität.Jeder Spieler weiss das er wenn er alles gibt in der Region ein Held ist und es sind nicht nur die im Stadion sind stolz auf diesen Verein.Vom Kindergarten bis ins hohe Alter verfolgen die Fans ihre Truppe,hier hat Fussball noch einen sehr hohen Stellenwert.Dieser Teamgeist des FCM und diese euphorischen Fans sind in der Lage die Vision ,den Traum wahr werden zu lassen.Der Siegeswille muss stärker sein als die spielerischen Fähigkeiten.Diese Mannschaft hat bewiesen das sie jeden höherklassigen Gegner besiegen kann. Ich bin sehr stolz auf jeden in dieser Mannschaft der sich für diesen 66 Verein einbringt und eine Region dankt es ihnen.Ich bin sehr stolz ein Sachsen Anhaltiner zu sein.

12.02.2018 11:18 Fazzo 12

Tja @Wahnsinn - "blau-weis(s)e bettwäsche" zu "rot-weißen Schlafanzügen" ...da bisste ja mal gnadenlos in einen perfekten MDR-Konter gelaufen !!!
=D
Chapeau, MDR Sachsen-Anhalt Redaktion !!!
...Bleistift spitzen - weiterschreiben ;))

12.02.2018 08:43 Peter 11

@ 10
Die rot-weißen Schlafanzüge sin die von RB, die passen so gut zu den blau-weißen Brausedosen.
@ Tante Tutti
Wer über die MDR App verfügt kann hier seinen Senf dazu geben auch aus Bayern.Schon mal was von Internet gehört?

11.02.2018 21:37 Wahnsinn 10

Der Konter vom mdr mit den Schlafanzügen war gut ,CHAPEAU. Trotzdem sieht neutrale Berichterstattung anders aus. Aber es ist eben der Machdeburjer Rundfunk ;-))

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Es ist die Analyse eines Spiels, das aus Magdeburger Sicht sehr gut gelaufen ist. Das stellt der Autor heraus. Als es bei Magdeburg nicht gut gelaufen ist, haben wir das genauso analysiert.

Hier zwei Beispiele:
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/sport/fcm-mit-eigenen-waffen-geschlagen-100.html
https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/sport/fcm-mag-doch-einfach-tischtennis-mein-kind100.html

11.02.2018 20:17 Tante Tutti 9

@Kommentatoren 1und 2 und 3. Natürlich kommt ihr aus Halle und man merkt es auch am Schreibstil! Das hier ist die seite von MDR Sachsen - Anhalt und nicht von Sachsen oder Thüringen oder vom NDR oder RBB! Und darum wird hier aus der 3.Liga entweder über Halle oder Magdeburg berichtet und nichts anderes. Ich würde nie auf die Idee kommen, wenn auf MDR Sachsen über DD berichtet wird, mich als Magdeburger darüber zu beschweren......

11.02.2018 19:48 Tina 8

Wieder toller Artikel - TOP! FCM Hype? Blödsinn! Gerade diese positive Berichterstattungen über die BEIDEN 3.Liga-Mannschaften in Sachsen-Anhalt tun einfach gut. ICH persönlich z.B. habe diese Schlagzeilen mit ewiger Schwarzmalerei und Halbwahrheiten anderer Medien so satt! Übrigens, wer tolle Leistungen, wie z.B. die Tore von Beck, nicht anerkennen kann, tut mir einfach leid, sorry! PS.: Ich lebe übrigens in Bayern ;-) @ MDR: coole Antwort :" In blau - weißer Bettwäsche in den rot-weißen Schlafanzügen!" Genau so!

11.02.2018 19:23 Nur der FCM 7

Echt Schade das der MDR fast gar nichts mehr vom großen FCM bringt...

;-))))

11.02.2018 19:00 Nur mal nebenbei bemerkt 6

Ich verstehe diese Redakteure gut. Die wollen nicht immer über Schulden, Misswirtschaft, sportliche Misserfolge oder mangelndes Zuschauerinteresse schreiben. Und sie wollen ihre potenziellen Kunde erreichen.
Wer oder wie Viel Leute schauen denn bei den Livespielen im MDR zu, wenn nicht gerade MD spielt?
Welche Artikel hier haben die meisten Klicks und Diskussionsbeiträge? Wer mobilisiert bei Umfragen die meisten Teilnehmer?
Das hat nichts mit Hype zu tun sondern mit Kommerz.
Apropos Honecker.....was du dir wünschst ist DDR TV......Gleichschaltung und Null Wettbewerb!

11.02.2018 19:00 Europapokalsieger1974 5

Mann oh Mann. Sind hier wieder neidische Kleingeister unterwegs. Soweit ich weiß, wird hier ständig über den FCM und den HFC berichtet. Der Vorwurf der einseitigen Berichterstattung ist totaler Blödsinn. @3: Das ist kein Gehype. Es handelt sich schlicht um Tatsachen. Wir spielen seit unserem Aufstieg immer oben mit. Warum soll darüber nicht berichtet werden? @2: Natürlich hat Beck den Volltreffer der Woche erzielt. Wahrscheinlich noch mehr. Kannst Dich ja schon im Vorfeld bei der ARD-Sportschau beschweren. Danke an den MDR für diese Analysen. Macht weiter so. BWG!