Pro und Contra Die große eSports-Diskussion

Das virtuelle Zocken erfreut sich immer größerer Beliebtheit und kämpft um die Anerkennung als Sportart. Wäre das gerechtfertigt? Und ist der Hype um das Thema noch gesund? Zwei Online-Redakteure von MDR-SACHSEN-ANHALT diskutieren.

von Johanna Daher und Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Viele Menschen in einer ausgeleuchteten Halle.
Ein Spektakel: eSports-Profi spielen mittlerweile in großen Arenen. Bildrechte: imago/Bildbyran

Millionen Spieler und gefüllte Hallen, riesiges Medieninteresse und immer mehr Sponsoren, jetzt schaltet sich sogar die Politik ein! eSports hat sein Schattendasein beendet und ist längst zur Jugendkultur geworden. Der kürzlich gegründete eSport-Bund Deutschland (ESBD) hat die Anerkennung des eSports als Sportart als oberstes Ziel für dieses Jahr ausgeschrieben.

Die Strukturen professionalisieren sich. Nun muss noch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) überzeugt werden. Das Thema ist bereits zum Politikum geworden. Von der CDU, der SPD und den Grünen gab es zuletzt positive Zeichen. Sie engagieren sich für die Anerkennung als Sportart.

Auch in Sachsen-Anhalt wird darüber diskutiert, denn in Magdeburg gibt es den lokal mitgliederstärksten Verein Deutschlands.

Also fragt sich: Sollte eSports als Sportart anerkannt werden? Und ist der Hype gerade noch gesund? Johanna Daher und Daniel George aus der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT diskutieren.

Das ist eSports Der Begriff eSports ist die Abkürzung für elektronischen Sport und bezeichnet das wettbewerbsmäßige Spielen von Computer- und Videospielen. Das Genre und die Plattform spielen dabei keine Rolle. Zu den beliebtesten eSport-Titeln hören "Counter-Strike – Global Offensive" und "League of legends".

Verschiedene Veranstalter schütten Preisgelder in Millionenhöhe aus. Dreh- und Angelpunkt der Szene ist die Electronic Sports League (ESL), eine internationale Turnierserie mit mehr als drei Millionen registrierten Benutzern.

In Deutschland ist die Zahl derer, die von eSport leben können, allerdings noch gering. "Das ist vielleicht eine niedrige dreistellige Zahl", meint Martin Müller, Präsident des Magdeburg eSports e.V. "China oder auch die skandinavischen Ländern sind uns meilenweit voraus." Dort ist eSports bereits als Sport anerkannt.

Das Internationale Olympische Komitee erklärte am Mittwoch, dass eSport als Sport anerkannt werden sollte. Allerdings bedarf es noch einer Organisation, die die Einhaltung der Regeln der Olympischen Bewegung (Anti-Doping, Wetten, Manipulation) garantiert. eSports wurde zuletzt bereits für die Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris ins Gespräch gebracht.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 29. Januar 2018 | 19:00 Uhr

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8 Kommentare

31.01.2018 12:12 Sr.Raul 8

Von mir aus sollen die Kollegen spielen Was sie wollen, @6 ("Long Name"), mit SPORT hat das Ganze allerdings so viel zu tun, wie Sandlieferungen in die Sahara. In meinem Job geht es auch um körperliche (Laufen/Rad fahren) und geistige Tätigkeit (Analysen, Gutachten erstellen). "Teamplay" kommt auch vor, trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, hier eine Sportart draus zu machen. Darum geht's.

30.01.2018 16:17 Martin 7

Liebe Kommentatoren,

leider sind Wissen und Vorstellungen über eSport noch nicht auf dem Stand der aktuellen Realität.

Hier wird von Killerspielen und kranken "Menschen" gesprochen, was mich einigermaßen entsetzt. Was gibt Ihnen das Recht Gamern das Menschsein abzusprechen und sie als krank zu betiteln?

Bitte beschäftigen Sie sich zumindest ein wenig mit dem kommentierten Thema.

Stichworte:
-> eSport-Titel (StarCraft, DotA 2, League of Legends, CSGO, FIFA, ...)
-> eSport als Sport (bspw. über Veröffentlichungen der Sporthochschule Köln)
-> eSport als Breitensport
-> positive Effekte von Vereinen/Beschäftigung mit eSport als Sport (gern am Beispiel Dänemarks oder der skandinavischen Länder)'
-> benötigte Fitness/Konzentration für Turnierteilnahmen

Sicherlich kann man über einige Punkte diskutieren, doch in Unwissen pauschal abzuwerten und zu beleidigen halte ich für keinen guten Weg.

30.01.2018 16:02 We are one eSports 6

Im eSport geht es nicht ums töten von virtuellen Wesen oder "Killerspiele" Es geht fast immer um Teamplay und Koordination zwischen Körper und Geist. Es sind auch nicht nur Shooterspiele vertreten.

Den eSpotlern gefällts, den Zuschauern gefällts. Also warum gegen den eSport hetzen?

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