Ein Regenbogen über dem Gebäude des Fanprojekts Magdeburg
Ein Regenbogen über dem Gebäude des Fanprojekts Magdeburg. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

1. FCM Zehn Jahre Fanprojekt in Magdeburg

Magdeburg hat nicht erst seit dem Aufstieg des 1. FCM in die zweite Liga einen unglaublich große Fußball-Fanszene. Tolle Stimmung, viele Auswärtsfahrer und leider auch die eine oder andere Negativ-Schlagzeile. Seit genau zehn Jahren ist das Fanprojekt der Stadt mit seinen zwei Sozialarbeitern Anlaufstelle für jugendliche Fußballfans.

von Sören Thümler, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Regenbogen über dem Gebäude des Fanprojekts Magdeburg
Ein Regenbogen über dem Gebäude des Fanprojekts Magdeburg. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Seit 2008 kümmern sich die Sozialarbeiter Stefan Roggenthin und Jens Janeck im Magdeburger Fanprojekt um jugendliche Fußballfans. Und das nicht nur in Sachen Fußball. Das Fanprojekt berät auch in allen privaten, schulischen und beruflichen Lebenssituationen. Träger in Magdeburg ist der Paritätische Wohlfahrtsverband.

Beginn und Ausbau: Fans schaffen sich ihr Heim

Jens Janeck vom Fanprojekt Magdeburg
Jens Janeck (links) kümmert sich seit zehn Jahren um das Fanprojekt. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Vor zehn Jahren war es nach langer Suche endlich gelungen, die passenden Räume an der Hermann-Gieseler-Halle zu finden. Der Anbau war aber fast eine Ruine. Mit ganz viel Energie und Einsatz haben dann unzählige FCM-Fans die Räume zu dem gemacht, was sie heute sind: Ein Treffpunkt mit angenehmer Atmosphäre, Rückzugsmöglichkeit und ein geschützter Raum für die in der Sozialarbeit so wichtigen Gespräche.

Hier gibt es neben der Sozialarbeit heute auch Lesungen, Filme oder Diskussion und Info-Veranstaltungen. Außerdem hat hier auch ein Traditionszimmer mit vielen Ausstellungsstücken aus der Fußballgeschichte seine neue Heimat gefunden.

Fanprojektarbeit ist ligaunabhängig

Schon als Regionalligist war die Magdeburger Fanszene deutschlandweit beachtenswert. Das bestätigt auch Gerd Wagner von der Koordinierungsstelle der Fanprojekte in Frankfurt. "Deshalb ist es hier umso wichtiger, dass es an diesem Standort ein Fanprojekt gibt, das auch längerfristig und kontinuierlich arbeiten kann."

Neue Herausforderungen haben sich natürlich auch durch den Aufstieg des 1. FCM in Liga zwei ergeben. Bei Holstein Kiel erlebte der Club erstmals das bei den Fans so ungeliebte Montagabend-Spiel. Weitere Themen sind die restriktiven Sicherheitsmaßnahmen, Bestrebungen zur Abschaffung der 50+1-Regel und der abgebrochene Dialog mit der DFL. Der zuletzt oft diagnostizierten Entfremdung im Profifußball kann am besten vor Ort begegnet werden, ist man sich auch in Magdeburg sicher.

Standort für die Zukunft noch ungeklärt

Der Mietvertrag für das Gebäude läuft Ende 2018 aus. Nun müssen neue Räume gefunden werden. Die Stadt hat Unterstützung zugesagt. Auch vom Land bleibt die Finanzierung bestehen – und es gibt sogar Signale, die Unterstützung auszubauen. Susi Möbbeck, Staatssekretärin im verantwortlichen Sozialministerium, könnte sich sogar einen Ausbau des Projekts vorstellen.

Besucher der Jubiläums-Feier des Fanprojektes Magdeburg in einem Bierzelt
Besucher bei der Feier zum zehnjährigen Jubiläum des Fanprojekts. Bildrechte: MDR/Sören Thümler

Fanprojekte bieten den Fußballfans eine Stimme gegenüber Verein, DFB und Polizei. Das ist eine wichtige Funktion, die hier in Magdeburg auch gut erfüllt wird.

Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Sozialministerium

"Den neuen Herausforderungen in der zweiten Liga könnte man auch mit einem Ausbau des Fanprojekts begegnen. Darüber muss man reden“, sagt Möbbeck.

Ob das mehr Geld oder eine zusätzliche Stelle bedeutet, ist noch offen. Sozialarbeiter Stefan Roggenthin wünscht sich im Moment, dass es vielleicht doch noch eine Verlängerung des Vertrages mit den angestammten Räumlichkeiten gibt. Es sei fraglich, ob die Fanszene noch einmal die Energie und die Mittel aufbringen kann, sich ihre eigenen Räume zu gestalten.

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Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. September 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2018, 20:11 Uhr

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