FCM Fans im Stadion.
Die Vorfreude auf die neue Saison ist im FCM-Umfeld riesig. Bildrechte: imago/Contrast

Saisonstart in der 3. Liga FCM: Bereit für Duell unter Freunden

Mit dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig startet der 1. FC Magdeburg in die neue Drittligasaison. Weil sowohl die Städte als auch die Vereine vieles verbindet, ist die Vorfreude auf das Duell riesig.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

FCM Fans im Stadion.
Die Vorfreude auf die neue Saison ist im FCM-Umfeld riesig. Bildrechte: imago/Contrast

Wenn am Wochenende die neue Saison in der 3. Liga beginnt, finden sich gleich 15 frühere Erstligisten im Starterfeld. Sie alle träumen davon, irgendwann wieder in die Eliteklasse zurückzukehren. Der 1. FC Magdeburg als früherer Europapokalsieger trifft zum Auftakt auf den Deutschen Meister von 1967, Eintracht Braunschweig. Das Heinz-Krügel-Stadion ist ausverkauft und die Stimmung wird so prächtig sein, wie es der Umbau der Nordtribüne eben zulässt. Bei dem Duell am Samstag treffen die beiden größten Zuschauermagneten der Liga aufeinander. Denn beide Vereine haben ligaweit die meisten Dauerkarten verkauft. Mehr als 12.600 sind es in Braunschweig, 11.600 beim FCM.

Doch die Vorfreude der Fans hat nur bedingt etwas mit den angestaubten Heldentaten von einst zu tun. Vielmehr sind es die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Spielzeit und eine namhaft besetzte Liga, die schon im Vorfeld für begeisterte Aufregung sorgen. Und auch der Umstand, dass am Samstag gute Freunde zu Gast in der Landeshauptstadt sind.

Livespiel in der Sportschau Die Partie 1. FC Magdeburg gegen Eintracht Braunschweig steht am Samstag deutschlandweit im Fokus. Die ARD überträgt die Partie in der "Sportschau" ab 17:45 Uhr im Fernsehen und im Internet-Livestream.

Verbindungen auf vielen Ebenen

Denn Magdeburg und Braunschweig sind auf vielen Ebenen miteinander verbunden. Vor allem natürlich über die seit 1987 bestehende Städtepartnerschaft, klar. Die A2 und der Mittellandkanal sorgen für eine enge verkehrstechnische Verknüpfung. Schon im Mittelalter pflegten beide Städte rege Handelsbeziehungen. Und auch die beiden größten Fußballvereine, der 1. FC Magdeburg und Eintracht Braunschweig, sind sich gegenseitig gewogen. Das belegen zahlreiche freundschaftliche Vergleiche in den vergangenen Jahren – von der Jugend, über die Profis bis zu den Traditionsmannschaften. Pflichtspiele gab es dagegen nur selten – exakt vier bislang.

Trotzdem wird die enge Verbindung zwischen den Städten auch von den Fans beider Vereine gelebt. Bei den FCM-Heimspielen gehören ein paar Eintrachtschals im Stadion ganz selbstverständlich dazu. Überall in Magdeburg findet man Aufkleber, die von der Freundschaft zum BTSV künden. Dass bei der Jahrhundertflut 2013 zahlreiche Braunschweiger zum Sandsäckefüllen kamen, haben die Fußballfans an der Elbe nicht vergessen. Umgekehrt trifft man auch bei den Spielen der Eintracht immer wieder einige Blau-Weiße an, die dort herzlich willkommen geheißen werden.

Kein klarer Favorit

Am Samstagabend wird die Freundschaft jedoch für knapp zwei Stunden ruhen. Denn natürlich wollen beide mit einem Sieg starten. Die Vorzeichen werden dabei durchaus unterschiedlich gedeutet. "Magdeburg spielt als Absteiger zu Hause. Wir haben gerade so den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft. Insofern sind sie der Favorit", sagte Eintrachtfan Alexander Seibel im FCM-Podcast "Neues von Krügel-Platz".

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Immerhin gehörte Braunschweig in der Rückrunde zu den stärksten Drittligateams. Mit erfahrenen Zugängen im Winter verhinderten die Braunschweiger "Löwen" den drohenden Absturz in die Regionalliga. Die Mannschaft blieb weitgehend zusammen. Zudem kamen im Sommer gleich drei Drittliga-Torjäger der vergangenen Saison: Nick Proschwitz (vorher Meppen), Martin Kobylanski (Münster) und Orhan Ademi (Würzburg). Mit diesen Verstärkungen ist es naheliegend, dass Braunschweig für viele Trainer zu den Aufstiegsfavoriten gehört.

Starke Offensive, miserable Auftaktbilanz

Dagegen bekam die FCM-Mannschaft nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ein neues Gesicht und wird sich womöglich erst noch finden müssen. Nichtsdestotrotz ist auch bei den Blau-Weißen jede Menge Qualität im Kader vorhanden. Mit Kapitän Christian Beck, Mario Kvesic oder Sören Bertram ist der 1. FC Magdeburg ist insbesondere die Offensive hervorragend besetzt, glaubt MDR-SACHSEN-ANHALT-FCM-Experte Guido Hensch. Es deutet also einiges daraufhin, dass sich die Fans am Samstag auf viele Offensivaktionen freuen können.

Den Blick zurück sollte der Magdeburger Anhang am ersten Spieltag derweil meiden. Nicht nur, dass gegen Braunschweig noch kein Pflichtspielsieg gelang. Auch die Auftaktbilanz der vergangenen Jahre ist ziemlich miserabel. Zuletzt startete der Club drei Mal in Folge mit einer Niederlage in die Saison. Andererseits: Die Vergleiche mit Braunschweig liegen lange zurück. Den letzten gab es 2008. Und die Erinnerungen an die Auftaktniederlagen der vergangenen Jahre sind schon weitgehend verblasst.

Pure Vorfreude

Und mit Stefan Krämer hat der FCM einen Trainer, der sich ohnehin nicht sonderlich dafür interessiert, was mal war. Stattdessen kann er es kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht. Auf der Pressekonferenz offenbarte er zwei Tage vor dem Spiel, dass er bis zum Anpfiff am liebsten nicht mehr schlafen würde. "Ich verspüre pure Vorfreude", sagte Krämer. Und so wie ihm geht es vielen. Das Duell unter Freunden kann kommen.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 18. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 16:45 Uhr

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3 Kommentare

20.07.2019 20:47 TW 3

ja klar und weil sich die beiden Klubs so besonders gut verstehen schießt Co-Trainer Silvio Bankert in einem akt sinnloser, stupider Brutalität den Braunschweiger Marcel Bär nieder.
So sehen frohe Fußballfeste in MD aus.

20.07.2019 20:46 Beck 2

Als Beck nach wenigen Minuten seine Schwalbenshow abgezogen hat, sollte man sich als Fan des fairen Sportes schämen. Hättet lieber in der 2.liga bleiben sollen.Aber wollen Sie Euch auch nicht!!Na das eine Jahr ...

20.07.2019 18:29 Blau 1

Das ist doch schon mal ein sehr guter Einstand in der 3 Bundesliga und das zuhause, aller Achtung.
So das Ende 2 Bundesliga, so der Anfang 3 Bundesliga. Nichts dazu gelernt.

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