SV Wehen Wiesbaden vs 1. FC Magdeburg
Der 1. FC Magdeburg ist fast am Ziel. Bildrechte: IMAGO

Sieg in Wiesbaden FCM ist fast am Ziel

Nach dem Sieg im Spitzenspiel steht der FCM kurz vor dem Aufstieg. Ein wenig Glück war in Wiesbaden dabei, denn Torwart Brunst wackelte ein paar Mal. Doch nun könnte die Party schneller als erwartet starten.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

SV Wehen Wiesbaden vs 1. FC Magdeburg
Der 1. FC Magdeburg ist fast am Ziel. Bildrechte: IMAGO

Um 21:37 Uhr ging am Freitagabend in Wiesbaden ein kleines Feuerwerk los. "Ist schon wieder Neujahr", dürfte sich der eine oder andere in der hessischen Landeshauptstadt zweifellos gefragt hatten. War es nicht. Es waren nur ein paar FCM-Fans, die ihre Freude in den Wiesbadener Nachthimmel blasen mussten. Schließlich hatte der 1. FC Magdeburg gerade mit 2:1 in Wiesbaden gewonnen.

Wobei, so ganz abwegig ist das mit dem Neujahr dann doch nicht. Denn für die Blau-Weißen beginnt wahrscheinlich bald ein neuer Abschnitt der Vereinsgeschichte: die Zeit der 2. Bundesliga. Soviel ist seit Freitag beinah sicher. Denn im Spitzenspiel hat Magdeburg mit Wehen Wiesbaden auch den zweiten großen Verfolger distanziert. Vor einer Woche musste bereits der Karlsruher SC dran glauben. Der Vorsprung beträgt nun acht Punkte auf Wiesbaden und neun auf den KSC – wobei Karlsruhe am Sonntag noch nachlegen und verkürzen kann.

Schlagabtausch in Halbzeit zwei

Auch der Spielverlauf in Wiesbaden war durchaus vergleichbar mit der Partie vor einigen Tagen. Einer eher taktisch geprägten ersten Hälfte folgte in der zweiten ein offener Schlagabtausch. Wiesbaden startete etwas stärker, doch je länger die erste Halbzeit dauerte, desto mehr gewann der FCM die Kontrolle. Echte Chancen gab es jedoch kaum. Für den größten Aufreger vor der Pause sorgte Alexander Brunst, der etwas überraschend für Jan Glinker – welcher wegen Achillessehnenproblemen passen musste – im Magdeburger Tor stand. In der 44. Minute versuchte Brunst eine Situation im Dribbling zu lösen, verlor dabei den Ball aber an Max Dittgen. Dessen Flanke konnte Stephan Andrist vor dem leeren Tor jedoch nicht nutzen.

Wenn einer einen Fehler macht, bügelt ein anderer den aus. Das ist einfach ein geiles Team.

Alexander Brunst, FCM-Torwart

Nach der Pause zog Magdeburg dann das Tempo an. Nach einem Lehrbuch-Angriff ging der FCM in Führung. Nico Hammann verlagerte in der 54. Minute das Spiel von links auf die rechte Seite. Dort gewann Nils Butzen das Kopfballduell und setzte damit Marcel Costly in Szene. Der schlug eine perfekte Flanke und Christian Beck hatte fünf Meter vor dem Tor wenig Mühe, per Kopf zu verwandeln. Nur zwei Minuten später fast das 2:0, doch diesmal verpasste Beck. Ab der 65. Minute näherte sich Wiesbaden allmählich dem FCM-Tor an. Es war jedoch erneut der 1. FC Magdeburg, der jubeln konnte. Nach einem weiten Abwurf von Brunst leitete Philip Türpitz den Ball auf Tobias Schwede weiter. Der verwandelte zum 2:0.

Tor für den 1. FC Magdeburg
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Ende gut, alles gut"

Magdeburg fühlte sich nun sicher und wurde prompt bestraft. Manuel Schäffler traf nur eine Minute nach dem 2:0 zum Anschluss (71.). Brunst ließ einen Schuss nach vorne abprallen und der Toptorjäger der 3. Liga staubte ab.

SV Wehen Wiesbaden vs 1. FC Magdeburg
Alexander Brunst (r.) machte beim Gegentor eine unglückliche Figur. Bildrechte: IMAGO

Auch in den Folgeminuten wackelte der junge FCM-Keeper noch einige Male. Das blieb jedoch folgenlos. Trainer Jens Härtel fasste es wie folgt zusammen: "Er hatte gute Aktionen, aber auch ein paar Szenen, die er besser lösen muss. In der Summe bin ich zufrieden." Hätte der FCM das Spiel noch aus der Hand gegeben, wäre seine Einschätzung vielleicht eine andere gewesen, gibt Härtel zu. "Aber so heißt es: Ende gut, alles gut."

Durchaus treffend, denn in der letzten Sekunde lenkte Brunst einen Schuss noch an den Pfosten und trug so ganz erheblich zu einem guten Ende bei. Anschließend war er dankbar für die Unterstützung seiner Kollegen: "Wenn einer einen Fehler macht, bügelt ein anderer den aus. Das ist einfach ein geiles Team."

Wann der Aufstieg perfekt sein könnte

Jens Härtel betonte auch diesmal wieder, völlig zurecht, dass der FCM noch nichts erreicht habe. "Am Dienstag geht es gegen Jena, dann kommt Fortuna Köln, die dann ausgeruht sind. Das wird eine harte Woche für uns." Der Fußballlehrer hofft, dass seine Mannschaft auch in Jena "wieder sofort wach ist, um dort den nächsten Schritt zu machen." Gelingt ihr das in Jena und anschließend gegen Köln, könnte der Aufstieg schon am kommenden Samstag perfekt sein. Drei Spieltage vor Saisonende. Voraussetzung sind zwei FCM-Siege, klar. Außerdem muss Karlsruhe gegen Hansa Rostock oder Zwickau einmal Punkte liegen lassen.

Sollte diese, aus FCM-Sicht, Idealkonstellation tatsächlich eintreten, darf man sich sicher sein, dass das Feuerwerk deutlich größer ausfällt, als in Wiesbaden. Ein neues Jahr beginnt auch dann nicht. Aber irgendwie ein neues Leben.

Der 1. FC Magdeburg könnte in die 2. Bundesliga am Sonnabend, den 21. April aufsteigen.
Bildrechte: MDR/Martin Paul

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. April 2018, 10:18 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

6 Kommentare

15.04.2018 06:21 FCM 74 6

Ein Traum kann wahr werden wir haben lange genug gewartet der Ost fussball lebt!!! Auch wenn zwei Traditions Clubs leider absteigen müssen. Fcm ihr schaft das!!!

15.04.2018 06:09 Wessi 5

Das war es!!! Herzlich willkommen in der 2. Liga 1. FC Magdeburg. Tolle Mannschaft, toller Trainer, tolle Fans. Wiesbaden und Karlsruhe werden den FCM nicht mehr einholen. Der Aufstieg ist der verdiente Lohn für eine gute Saison.
Und vergessen wir nicht den 1. FC Lokomotive Altmark Stendal. Ich hoffe, dass die Altmärker im DFB-Pokal Hertha BSC oder Bayer Leverkusen oder den VfL Wolfsburg zugelost kriegen. Da war doch was...

14.04.2018 20:13 Blau 4

So, nun noch Jena, dann ist die halbe Miete für den Aufstieg 2 Bundesliga drin.