Philip Tuerpitz (1. FC Magdeburg, Nr.8) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 Endstand, im Hintergrund Torwart Philipp Tschauer (FC Ingolstadt 04, Nr.22) am Boden beim Spiel FC Ingolstadt 04 gegen 1. FC Magdeburg.
Jubel beim FCM nach dem zweiten Sieg in Folge. Bildrechte: IMAGO

Analyse zum Sieg in Ingolstadt FCM hat genug Lehrgeld bezahlt

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Der 1. FC Magdeburg startet mit der maximalen Punktausbeute in die Frühjahrsrunde und zeigt, dass er seine Lehren aus der Hinrunde gezogen hat. Das Tabellenmittelfeld ist nun wieder in Sichtweite.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Philip Tuerpitz (1. FC Magdeburg, Nr.8) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 Endstand, im Hintergrund Torwart Philipp Tschauer (FC Ingolstadt 04, Nr.22) am Boden beim Spiel FC Ingolstadt 04 gegen 1. FC Magdeburg.
Jubel beim FCM nach dem zweiten Sieg in Folge. Bildrechte: IMAGO

Mergim Mavraj machte sich gar keine Mühe, seinen Ärger zu verbergen. Soeben hatte er mit dem FC Ingolstadt 0:1 gegen den 1. FC Magdeburg verloren. Und polterte ins Mikrofon des Reporters: "Ich kann mir diese Niederlage gar nicht erklären. Gefühlt schießen die einmal aufs Tor." Das stimmte nicht ganz, denn die Torschuss-Statistik wies für den FCM immerhin vier Abschlüsse aus.

Dem gegenüber standen jedoch offiziell 15 Chancen der Bayern. Wobei davon auch nur eine Handvoll wirklich hochkarätig war.  Doch auch die anderen Statistiken sprachen klar für die Ingolstädter. Sie gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe, hatten 65 Prozent Ballbesitz und spielten fast doppelt so viele Pässe wie der FCM. An der Einschätzung, dass der FCI der verdiente Sieger der Partie gewesen wäre, gibt es sicher kaum einen Zweifel.

Verdient war es sicher nicht. Aber wir werden uns nicht für den Erfolg entschuldigen. Wir haben eben unsere Chancen genutzt.

Michael Oenning, FCM-Trainer

Die Bedeutung der Kleinigkeiten

Doch im Fußball zählen nicht Ballbesitz, Passquoten oder Chancen. Es zählen nur Tore. Der FCM erzielte eins, Ingolstadt dagegen keins. Und deshalb jubelte Magdeburg, während die Bayern sich über die Ursache für die Niederlage wunderten. Selbst FCM-Trainer Michael Oenning gab bei Sky zu: "Verdient war es sicher nicht. Aber wir werden uns nicht für den Erfolg entschuldigen. Wir haben eben unsere Chancen genutzt."

Dann kam er auf die Kleinigkeiten zu sprechen, die in solchen Spielen entscheidend seien. Es scheint, als hätte seine Mannschaft die Bedeutung dieser Kleinigkeiten nun verstanden. Endlich, möchte man fast sagen. Denn in der Hinrunde fehlte es oft genau daran. An der Konsequenz im Abschluss. An der Konzentration beim Verteidigen. Oder an der letzten Überzeugung, Spiele wirklich gewinnen zu können. Und immer wieder beklagten sich Spieler und Verantwortliche nach den Spielen, dass die harte Arbeit nicht belohnt wurde. Dass man schon wieder Lehrgeld gezahlt habe.

Positiventwicklung setzt sich fort

Das hat sich nun geändert. Schon gegen Aue am Dienstag ließ der FCM sehr wenig zu. Die Defensive agierte aufmerksam. Natürlich lässt sich nicht jede Chance verhindern. Aber wenn man eng zusammenrückt, kann man viele Schüsse noch abblocken, bevor sie wirklich gefährlich werden. Auch offensiv zeigten sich die Magdeburger zuletzt hellwach. Nach Ballgewinnen schalten sie schnell um und nutzen so die Unsortiertheit des Gegners. Die wenigen Fehler der anderen werden derzeit eiskalt bestraft. Was sich gegen Aue andeutete, hat der FCM nun gegen Ingolstadt bestätigt.

FCI-Trainer Jens Keller monierte nach dem Spiel, dass sein Team fünf bis sieben schlechte Minuten gehabt hätte. "Wir sind in Schönheit gestorben und es hat die Geilheit gefehlt, die Tore wirklich machen zu wollen." Sätze, die man so ähnlich bis Weihnachten auch beim FCM immer wieder hörte.

Fußball | Bundesliga FC Ingolstadt gegen 1. FC Magdeburg in Bildern

Trainer Michael Oenning nachdenklich.
FCM-Trainer Michael Oenning prophezeite vor der Partie einen zähen Kampf in Ingolstadt. Damit hatte er nicht ganz unrecht. Bildrechte: imago/osnapix
Trainer Michael Oenning nachdenklich.
FCM-Trainer Michael Oenning prophezeite vor der Partie einen zähen Kampf in Ingolstadt. Damit hatte er nicht ganz unrecht. Bildrechte: imago/osnapix
Dennis Erdmann (Magdeburg) im Zweikampf gegen Dario Lezcano (Ingolstadt)
In den ersten Minuten gab es auf dem Spielfeld viele intensive Zweikämpfe zu beobachten. Hier duellieren sich Dennis Erdmann (rechts/FCM) und Dario Lezcano (FCI) um den Ball. Bildrechte: imago/osnapix
Felix Lohkemper im Zweikampf mit Paulo Otavio
Erst nach einer Viertelstunde gab es dann einen ersten "Aufschrei". Bei einer Flanke von rechts stand Lohkemper im Abseits, bevor Tschauner den Ball parierte und Lewerenz einköpfte. Bildrechte: imago/osnapix
Enttäuschte Spieler des 1. FC Magdeburg
Das war es dann aber auch schon mit dem ersten Abschnitt. Für die Spieler war das sicher kein Zuckerschlecken. Auf der Tagesordnung stand mehr der Kampf als das spielerische Element. Bildrechte: imago/osnapix
Michael Oenning
Kein schönes Spiel, auch für FCM-Coach Oenning. Der musste zur zweiten Halbzeit auch noch den wertvollen Neuzugang Jan Kirchhoff ersetzen. Dieser musste mit Hüftbeschwerden in der Kabine bleiben. Bildrechte: imago/Stefan Bösl
Thomas Pledl (Nr.30, FC Ingolstadt 04) setzt sich im 16er durch beim Spiel FC Ingolstadt 04 gegen 1. FC Magdeburg.
In den Anfangsminuten mussten sich die Gäste aus Magdeburg gegen einen immer stärker werdenden Gastgeber erwehren. Hier kann Thomas Pledl in letzter Sekunde klären. Bildrechte: IMAGO
Jens Keller
FCI-Trainer Jens Keller spürte, dass etwas geht für sein Team und versuchte von der Außenlinie, seine Mannen nach vorn zu treiben. Bildrechte: imago/DeFodi
 Torjubel um Philip Tuerpitz (FCM) nach dem treffer zum 0:1
Es kam jedoch ganz anders. Im Gegensatz zum letzten Jahr zeigte sich der 1. FC Magdeburg in diesem Jahr äußerst abgezockt. Philip Türpitz sorgte für den großen Torschrei auf Seiten der Gäste (81.). Der zweite Sieg in Folge für den FCM. Bildrechte: IMAGO
Michael Oenning
Am Ende stand ein zufriedenes Lächeln von Coach Oenning, der einen sauberen Start ins Jahr 2019 vorweisen kann mit seinem FCM. Bildrechte: imago/DeFodi
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Mittelfeld im Blick

Momentan wirkt es, als hätten die Blau-Weißen keine Lust mehr auf diese Erklärversuche. Sie haben offensichtlich genug Lehrgeld gezahlt. Nun scheint es an der Zeit, sich die Investitionen in Form von Punkten zurück zu holen.

Mit sechs Punkten aus den beiden ersten Spielen des Jahres hat der FCM das Maximum erreicht – und plötzlich auch das Tabellenmittelfeld wieder im Blick. Sah es bisher nach einem Vierkampf im Tabellenkeller aus, könnte es in den kommenden Wochen auch für einige andere Teams noch mal gefährlich werden. Und im Gegensatz zu ihnen, hat der 1. FC Magdeburg mittlerweile gelernt, sich im Abstiegskampf zu behaupten.

Oliver Leiste
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Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Februar 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2019, 09:37 Uhr

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3 Kommentare

03.02.2019 20:30 Andy 3

Ja die Saison ist noch lang, aber lasst den Trainer in Ruhe arbeiten, abgerechnet wird zum Schluss.

Ich hoffe auf den Klassenerhalt, in dieser Liga, kann jeder jeden Svhlagen

03.02.2019 16:08 abc 2

2 Siege und schon fabuliert der Autor von einem gelingenden Abstiegskampf. Beide Siege waren mit hohem Aufwand und Glück erkauft, beides gegen die schwache Konkurrenz. Die Saison ist lang, und es kommen noch Mannschaften, die deutlich mehr gegenhalten werden. Wenn man jetzt schon wieder beginnt von mehr zu träumen, geht es steil bergab.

02.02.2019 10:24 Henry 1

Ich dachte eigentlich das Telekom Sport die 3.Liga überträgt und nicht Sky kann nur besser werden.