Morten Behrens
Morten Behrens ist neu beim 1. FC Magdeburg. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Vorbereitung auf Drittligasaison Bäumchen wechsel dich im FCM-Tor

In den vergangenen Jahren herrschte viel Aufregung um die Nummer 1 beim 1. FC Magdeburg. Gleich fünf Torhüter waren seit Anfang 2017 zeitweise gesetzt. Nun schickt sich mit Morten Behrens der sechste an, den Stammplatz im FCM-Tor zu erobern.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Morten Behrens
Morten Behrens ist neu beim 1. FC Magdeburg. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Groß war die Aufregung, als der damalige FCM-Trainer Jens Härtel im Winter 2017 plötzlich Leopold Zingerle zur Nummer 1 beim 1. FC Magdeburg machte. Der bisherige Stammtorwart Jan Glinker fiel aus allen Wolken. Schließlich hatte er sich bis dato keine gravierenden Aussetzer erlaubt. Noch größer war das Geschrei, als Zingerle in den ersten Wochen ein paar Mal daneben griff. Zwar stabilisierte sich der junge Torwart anschließend. Doch seit dieser Zeit herrscht im FCM-Tor ein stetes Kommen und Gehen.

Zingerle verließ den FCM nach nur einer Saison. Anschließend kehrte Glinker ins Tor zurück. Als dieser zum Ende der Saison 2017/18 verletzt ausfiel, schlug erstmals die Stunde von Alexander Brunst. Während Aufstiegsheld Glinker dann nach Nordhausen wechselte, blieb Brunst – und hoffte, künftig Stammtorhüter bei einem Zweitligisten zu sein.

Brunst will sich auf seine Leistung konzentrieren

Daraus wurde zunächst nichts. Stattdessen verpflichtete der FCM mit Jasmin Fejzic einen erfahrenen Keeper aus Braunschweig und setze ihn Brunst vor die Nase. Doch Fejzic patzte mehrfach und flog aus dem Tor. Die Chance für Brunst, sich zu beweisen. Er spielte dann bis zur Winterpause, blieb aber auch nicht fehlerfrei.

Der FCM reagierte und setzte dem 23-Jährigen im Winter erneut jemanden vor die Nase: Giorgi Loria – immerhin georgischer Nationaltorhüter. Der zeigte zwar zwei Monate lang stabile Leistungen, verletzte sich dann aber. So rückte Alexander Brunst gegen den Hamburger SV erneut zwischen die Pfosten. Beim 2:1-Erfolg gegen den HSV gelang dem FCM Historisches – und Brunst feierte einen persönlichen Triumph bei seinem Jugendverein. Bis zum Saisonende bestritt Brunst noch vier weitere Spiele.

Es ist nach dieser bewegten Saison durchaus verständlich, dass Alexander Brunst in der frühen Phase der Vorbereitung, in der sich der FCM gerade befindet, momentan nicht sprechen möchte. Eine Interviewanfrage lehnte er ab und will sich stattdessen zunächst auf sich und seine Leistung konzentrieren. Denn klar ist auch: Nochmal will sich der 23-Jährige nicht hinten anstellen.

Alexander Brunst
Der 23-Jährige Brunst will seinen Platz im FCM-Tor behaupten. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Sechste Nummer eins in 2,5 Jahren?

Doch nun schickt sich mit Morten Behrens jemand an, in nur 2,5 Jahren die sechste Nummer 1 beim FCM zu werden. Der 22-Jährige ist neu in Magdeburg und konkurriert mit Brunst um den Platz im Tor. Weitere Konkurrenz in Form eines dritten Torwarts ist derzeit nicht geplant. Es läuft also auf ein Duell der beiden Nordlichter hinaus. Schließlich wurde Behrens, genau wie Brunst, beim Hamburger SV ausgebildet. Dort hütete er in den vergangenen Jahren das Tor der zweiten Mannschaft in der Regionalliga, trainierte aber regelmäßig bei den Profis.

Ein Umstand, aus dem Behrens durchaus Selbstbewusstsein zieht: "Ich glaube auf jeden Fall, dass ich mich hier durchsetzen kann", sagt er forsch MDR SACHSEN-ANHALT. Schließlich sei der HSV auch in der 2. Liga keine schlechte Adresse und er habe von erfahrenen Mitspielern viel lernen können. Auch was die Körperlichkeit angeht, die in der 3. Liga ein wesentlicher Faktor ist. "Aber dort habe ich für mich keine Perspektive mehr gesehen. Hier sehe ich dagegen eine Chance, zu spielen", begründet er seinen Wechsel zum FCM.

Morten Behrens (Magdeburg, 12), Torwarttrainer Matthias Tischer
Trainer Matthias Tischer (r.) bei der Arbeit mit seinen beiden Torhütern. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Behrens wird schon lange beobachtet

In Magdeburg haben sie Morten Behrens schon länger auf dem Zettel, erzählt Torwarttrainer Matthias Tischer: "Morten haben wir schon zwei, drei Jahre im Blick und seine Entwicklung beobachtet. Jetzt hat es endlich gepasst. Er ist ein junger, aufstrebender Torhüter, der auch fußballerisch sehr viel mitbringt." Entscheidend sei aber, dass er Bälle halte.

Doch ist es nicht vielleicht etwas riskant, mit zwei sehr jungen und vergleichsweise unerfahrenen Torhütern in die Saison zu gehen? Schließlich kommt Brunst auf keine 30 Spiele im Profibereich. Behrens kam bisher nur in der Regionalliga zum Einsatz. Tischer hat da keine Bedenken: "Was heißt unerfahren?", fragt er. "Alex hat vergangene Saison 19 Spiele in der 2. Bundesliga gemacht. Mehr Druck geht fast gar nicht. Beim HSV hat er damals Erfahrungen in einer Bundesligamannschaft sammeln können. Bei Morten ist es genauso."

Alexander Brunst (Magdeburg, 30) hält den Ball.
Knapp 30 Spiele hat Alexander Brunst bisher für den FCM bestritten. Bildrechte: IMAGO

Tischer: "Bälle halten und Sicherheit geben"

Für einen Torwart sei es ohnehin nicht so entscheidend, in welcher Liga er spielt, glaubt Tischer. Sondern vor allem, dass er regelmäßig spielt: "Von der Oberliga bis zur Bundesliga ist es eigentlich dasselbe: Du musst versuchen, Bälle zu halten und der Abwehr Sicherheit zu geben." Womit der frühere FCM-Torwart zugleich die Erwartungen an seine beiden Schützlinge umreißt.

Für Prognosen, wer sich am Ende der Vorbereitung durchsetzen wird, ist es noch zu früh. Doch auch dann ist die Entscheidung, die Cheftrainer Stefan Krämer treffen muss, keine für die Ewigkeit. "Bei uns ist der Ansatz, dass immer der Beste hält. Dem verpflichten wir uns. Es zählen Spiel- und Trainingsleistung, danach stellen wir auf", erklärt Matthias Tischer. Was fast danach klingt, als könnte das "Bäumchen-wechsel-dich-Spiel" im FCM-Tor auch in dieser Saison weitergehen.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Zuletzt aktualisiert: 25. Juni 2019, 18:26 Uhr

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6 Kommentare

27.06.2019 13:43 Mara 6

@2)

Da stimme ich dir voll zu.......
Auch ich sehe das so, ein Manuel Neuer hat mal klein angefangen das bei einem großen Verein.......da man ihm vertraut hat und Spielen lassen hatte, konnte Manuel Neuer Erfahrungen sammeln was ihm heutzutage zum besten Torhüter auszeichnet...

Was war letzte Saison mit dem Fejzic, so ein toller Torwart war er auch nicht wie zum Anfang behauptet wurde....

Dieses hin und her hat Brunst nicht verdient,überall heißt es man muss den Jungen Spieler die Chance geben,diese Chance hat auch Brunst verdient man sollte ihn Vertrauen und Spielen lassen um Erfahrungen zu sammeln......Fehler sind da um daraus zu Lernen...
Auch wir machen Fehler was ganz normal ist
Das ist meine persönliche Meinung...

27.06.2019 07:52 Na und? 5

Niemand will hier Brunst mit Neuer vergleichen. Es ging lediglich darum, dass Neuer mit 23 auch oft Harakiri gespielt hat und den ein oder anderen Bock geschossen hat. Letzten Endes wird man sehen, wie entwicklungsfähig Brunst ist.

27.06.2019 07:47 Na und? 4

@3: Sagt ein Holger. :)))

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