Neues vom Krügel-Platz | Folge 33 Lutz Trümper: "Ich bin Fan vom 1. FCM"

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper hat als Präsident für kurze Zeit die Geschicke des 1. FC Magdeburg geleitet. Er ist dem Club noch immer eng verbunden – in guten wie in schlechten Zeiten. Im Podcast mit Moderator Oliver Leiste spricht er über die Bedeutung des FCM für die Stadt, sportliches Auf und Ab und Schwierigkeiten beim Neubau eines Stadions.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Eigentlich ist Lutz Trümper ja Handballer. Mehr als 30 Jahre lang spielte er, erst in Oschersleben, später auch in Magdeburg. Beim Thema Sport verbindet man den Oberbürgermeister Magdeburgs trotzdem eher mit Fußball. Schließlich war Trümper ab November 2000 für einige Monate Präsident des 1. FC Magdeburg. Und in dieser Zeit an einer beispiellosen Rettungsaktion beteiligt, die dem FCM den Aufstieg in die Regionalliga sicherte.

Auch wenn Trümpers Präsidentschaft mittlerweile 18 Jahre zurückliegt, ist er dem 1. FC Magdeburg noch immer eng verbunden. Er sagt: "Ich bin Fan vom 1. FCM."

Im Podcast mit Oliver Leiste spricht Trümper über ...

... die Bedeutung des FCM für Magdeburg – ab Minute 2:00

Die Stadt lebt den Fußball. Auch auf dem drittletzten Platz ist das Stadion voll und ausverkauft. Die Fans stehen zu ihrem Club. Sie wissen, dass der Club eine riesengroße Bedeutung für die Stadt hat. Ich sehe es auch so, dass man über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erzeugen kann. Aber es macht auch Spaß, beim Fußball dabei zu sein, eine tolle Stimmung zu erleben und sich zwei Stunden im Stadion bei gutem Fußball aufzuhalten. Natürlich wäre es noch besser, wenn man auch mal wieder ein Spiel gewinnt. Aber ich habe da gute Hoffnung, dass das in den nächsten Spielen wieder passieren wird.

... Fußballkompetenz als Fußballpräsident – ab Minute 3:30

Es ist die Frage, welche Funktion man sich selbst eingesteht. Wenn man Präsident eines Fußballvereins ist, hat man eigentlich genügend Leute im Umfeld, die Fußballkompetenz haben. Das war damals beim FCM auch so. Man hat als Präsident eine Repräsentationsfunktion und muss die große Linie besprechen.

... die Rettungsaktion 2001 – ab Minute 6:45

Schon vor dem Aufstiegsspiel gegen den BFC hatte ich einen Anruf von der Kinowelt bekommen, dass sie nicht wie ein Jahr zuvor bürgen würden. Damit war klar, wir werden große Schwierigkeiten bekommen, die Forderungen des DFB zu erfüllen, fünf Millionen bei einer Bank zu hinterlegen. Nach dem Sieg gegen den BFC und der Feier haben wir Präsidiumsmitglieder uns am nächsten Tag bei mir getroffen und haben beraten, was wir machen können. Und dann sind wir auf die Idee gekommen, eine Future-Card zu erfinden.

... den Stadionneubau – ab Minute 11:00

Wir haben das Stadion für 25.000 Zuschauer gebaut, weil wir gehofft haben, Spielstandort für die anstehende WM in Deutschland zu werden. Die Regelung, dass ein Stadion 45.000 Zuschauer fassen muss, kam erst später, da waren wir mit der Planung schon fertig. Darum ist es auch ein reines Sitzplatzstadion geworden.

... die Tristesse seit 2008 – ab Minute 14:30

Das war wirklich schon traurig. Das Spiel 2007 gegen Sankt Pauli werde ich nie vergessen. Weil ich dann auch die ganze Nacht nicht geschlafen und immer wieder an die entscheidenden Szenen gedacht habe. Dann kam 2008, wo wir an Braunschweig am Torverhältnis gescheitert sind. Und dann kam eine Zeit, wo sehr lange eine Liga gespielt wurde, die bei weitem nicht das Niveau hatte, wie es jetzt der Fall ist. Man ging zum Fußball, aber es war keine große Nummer.

... sein persönliches Verhältnis zum FCM – ab Minute 16:00

Das ist sehr gut. Ich habe Kontakt zum Präsidium und ab und zu auch mit dem Manager. Ich gehe oft zu den Spielen, wenn ich Zeit habe. Ich schaue mir die Spiele an und freue mich über die Stimmung und auch darüber, dass sehr viele Leute da sind, die früher nie zum Fußball gegangen sind. Auch Familien sind wieder da und es herrscht eine Atmosphäre, die wirklich toll ist für die Stadt. Mein Verhältnis zum Club ist ungetrübt und gut.

Lutz Trümper und Oliver Leiste
Lutz Trümper (l.) und Oliver Leiste vor der Aufzeichnung des Podcasts im MDR-Landesfunkhaus Magdeburg. Bildrechte: MDR/ Daniel George

... Probleme durch den Aufstieg – ab Minute 22:15

Die Betroffenen im Stadionumfeld beklagen sich natürlich über das Zuparken während des Spiels. Das ist leider so. Da kann man nur die Empfehlung geben – und das wird sich auch mit der neuen Brücke nicht wesentlich ändern – mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad über die Brücke zu kommen. Allerdings gibt es kein Fußballstadion in Deutschland, wo ich nach dem Abpfiff problemlos wegfahren kann. Bei 25.000 oder mehr Besuchern gibt es eigentlich immer Stausituationen.

... die Schwierigkeiten, einen Shuttle für Gästefans zu organisieren – ab Minute 28:15

Das ist überhaupt nicht schwer. Es muss nur ein Vertrag gemacht werden.

Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
Bildrechte: MDR/ARD/Apple

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Quelle: MDR/olei

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2019, 11:00 Uhr

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1 Kommentar

05.01.2019 19:26 Gerd Müller 1

Trümper ist schon ein guter und sollte Haselhoff beerben ^^ Vor dem stählernen graut es Demokraten weil CDU Fraktion schon lange rechts blinkt und gegen AKK praktiziert fürchten Sachsen-Anhalter deren Paktieren mit Rechtsextremen

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