Polizei rennt zu einem Einsatz
Der Einsatz beim FCM-Spiel gegen Dynamo Dresden war bisher der schwierigste am Gästeblock. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Auswärtsfans beim FCM Der schwierige Weg in den Gästeblock

Einschätzung von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Bei den vergangenen drei Heimspielen des 1. FC Magdeburg hatten Fans der Gastvereine Probleme ins Stadion zu kommen. Die Ursachen waren sehr verschieden. Trotzdem deuten sie auf ein strukturelles Problem hin.

Polizei rennt zu einem Einsatz
Der Einsatz beim FCM-Spiel gegen Dynamo Dresden war bisher der schwierigste am Gästeblock. (Archivbild) Bildrechte: IMAGO

Magdeburg im Wandel. Eine Stadt putzt sich heraus. Die angehende Kulturhauptstadt Europas 2025. So hört und liest man es überall. Eine Gruppe von Besuchern bekommt von all den schönen Dingen, die Magdeburg zu bieten hat, jedoch überhaupt nichts mit: Auswärtige Fußballfans, die ihren Verein bei Spielen gegen den 1. FC Magdeburg unterstützen wollen. Wenn sie mit Autos oder Bussen anreisen, werden sie häufig in Schönebeck von der Autobahn abgeleitet. Dann geht es in einer Kleckertour über Gommern, Königsborn und den Magdeburger Osten Richtung Gästeblock. Kommen die Fans mit dem Zug an, müssen sie am Bahnhof Herrenkrug am Stadtrand aussteigen. Von dort folgt ein etwa einstündiger Fußmarsch durch weitgehend unbewohntes Gebiet zum Stadion. Versorgungsmöglichkeiten unterwegs gibt es nicht.

An der Arena angekommen wartet auf die Fans eine Vorkontrolle, bevor sie überhaupt in den Außenbereich des Stadions dürfen. Weil Auto- und Zugfahrer diese Stelle oft zeitgleich erreichen, entsteht ein dichtes Gedränge. Und da die Leute von der umständlichen Anreise ohnehin schon genervt sind, ist Ärger eigentlich vorprogrammiert. "Es entsteht eine Trichterwirkung" beschreibt Christian Oberthür von der Fanhilfe Magdeburg die Situation. "Das Problem ist an dieser Stelle hausgemacht." Denn die Kontrollen sind vergleichsweise umfangreich. Die Zuschauer werden nervös, weil sie befürchten, das Spiel zu verpassen. Deswegen wird gedrängelt und geschoben. Eine große Polizeipräsenz und die oft bereitstehenden Wasserwerfer schaffen zudem ein Szenario, das von vielen als Bedrohung wahrgenommen wird.

Dieses Thema im Programm: 21. August 2018 | 08:30 Uhr

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16 Kommentare

25.08.2018 20:05 Karl Schwantje 16

Dass sich Fußballfans von Wasserwerfern bedroht fühlen, kann ich nicht nachvollziehen oder sie haben nichts Gutes im Sinn. Die Löschfahrzeuge der Feuerwehr müssten den Fans dann auch den Schweiß auf die Stirn treiben.

25.08.2018 11:35 Stadtmensch 15

Schaut mal nach Leipzig.
Ziemlich entspannt da, auch für Gäste :-)

24.08.2018 18:45 Block 19 14

Danke an Eiserner und Erni01 für ihre sachlichen und guten Beiträge. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.