Neues vom Krügel-Platz | Folge 26 Club-Legende Joachim Streich: "Mein Herz hängt immer am 1. FC Magdeburg"

Oliver Leiste
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Früher traf Joachim Streich, wie er wollte und wurde so zu einer Legende des 1. FC Magdeburg. Heute polarisiert er oft in Interviews – und trägt den Club trotzdem tief in seinem Herzen.

Joachim Streich ist der beste Stürmer, den der 1. FC Magdeburg je hatte. In zehn Jahren beim FCM erzielte Streich 171 Tore. Seine insgesamt 229 Treffer während der Karriere machen ihn zum erfolgreichsten Angreifer der DDR-Geschichte. Auch nach Streichs Karriereende 1985 ist er dem Club stets treu geblieben und sagt: "Mein Herz hing immer am 1. FC Magdeburg" – selbst zu seiner Zeit als Präsident von Fortuna Magdeburg.

In der Sonderfolge von "Neues vom Krügel-Platz" (Aufzeichnung war bereits am 3. Dezember) spricht Joachim Streich unter anderem über ...

… sein erstes FCM-Spiel – ab Minute 2:00

Joachim Streich bejubelt das 2:1 im Spiel gegen Malmö FF im Europapokal der Landesmeister 1975/76
Joachim Streich war der beste Stürmer der DDR. Bildrechte: IMAGO

Am 23. August 1975 bestritt Joachim Streich sein erstes Spiel für den 1. FC Magdeburg – und erzielte beim 5:1-Sieg gegen Riesa auch gleich sein erstes Tor für den Club. Für ihn persönlich ein sehr wichtiger Treffer: "Ich bin zu einer Mannschaft gekommen, die zuvor drei Mal Meister und Europapokalsieger geworden ist und mit Nationalspielern gespickt war. Auch wenn ich selber Nationalspieler war, musste ich mir meinen Platz in der Mannschaft ja erstmal erkämpfen. Im ersten Pflichtspiel ein Tor zu erzielen, hilft beim Publikum und auch in der Mannschaft. Die Mitspieler merken, halt, stopp, der kann uns verstärken." Anschließend erzählt er, wie ein typisches Streich-Tor aussah.

… den Vergleich mit Gerd Müller – ab Minute 7:00

"Gerd Müller war das Nonplusultra eines Stürmers. Er hatte natürlich, genau wie ich, eine Mannschaft um sich herum, die für ihn mitgespielt hat, weil sie wussten, im Abschluss gibt es keinen Besseren." Deshalb freut sich Streich auch sehr, mit dem "Bomber der Nation verglichen zu werden: "Es gibt eigentlich kein größeres Lob."

… seinen besten Gegenspieler – ab Minute 12:00

Joachim Streich (l.) und Oliver Leiste vor der Aufzeichnung des Podcasts.
Bildrechte: MDR/ Daniel George

"Konrad Weise von Carl Zeiss Jena. Für mich war er damals, auch international, einer der besten Verteidiger." Anschließend erklärt Streich, wie ihm Weise in den Spielen auf die Nerven ging.

… den nächsten FCM-Auftritt im Europapokal – ab Minute 19:30

Streich war Nationalspieler und konnte sich auch im Europapokal mit den besten Spielern der Welt messen. An diese Vergleiche erinnert er sich noch heute gerne, erzählt er im Podast. Aber wann ist der Club das nächste Mal auf Europas Bühne zu erleben? Streich lacht. "Ich hoffe, dass ich das noch erlebe. Zunächst wäre ich aber froh, wenn wir es in den nächsten ein, zwei Jahren wieder in die 2. Bundesliga schaffen."

… seine Karriere als Trainer – ab Minute 21:00

Joachim Streich war zwei Mal Trainer des 1. FC Magdeburg. Zudem blickt er im Podcast auf seine Stationen in Braunschweig und Zwickau zurück. Abgesehen von der Zeit in Braunschweig verlief seine Trainerlaufbahn durchaus erfolgreich, schätzt Streich ein. Während er mit sich und auch mit seinem Abschied als Trainer im Reinen ist, macht ihm seine Frau bis heute Vorwürfe, erzählt er anschließend.

… eine Funktionärslaufbahn beim FCM – ab Minute 31:15

Streich versuchte als Präsident von Fortuna Magdeburg den FCM als Nummer 1 der Stadt abzulösen. Beim Club selbst war nie auf Funktionärsebene tätig. "Ich war hier Spieler und Trainer, nicht ganz ohne Erfolg. Das waren die Ziele, die ich hatte. Eine Funktionärslaufbahn habe ich nie angestrebt. Egal in welcher Funktion ich gearbeitet habe, habe ich immer gesagt, was ich denke. Deswegen glaube ich nicht, dass ich als Funktionär geeignet gewesen wäre. Da muss man sich auch mal auf die Zunge beißen."

… seine Äußerungen in den Medien – ab Minute 32:30

Mit seinen bisweilen sehr kritischen Äußerungen zum FCM in verschiedenen Zeitungen sorgt Streich regelmäßig für Aufsehen. Verbieten lassen will er sich das nicht: "Ich habe noch nie die Presse angerufen. Aber wenn mich jemand fragt, und ich der Meinung bin, dass ich es weiß, dann sage ich auch was dazu. Da eckt man schon mal an. Aber wenn ich als Privatperson gefragt werde, sage ich meine Meinung und stehe auch dazu."

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… Spieltagsroutine – ab Minute 40:15

"An Heimspieltagen frühstücke ich in Ruhe und schaue mir die Presse an. Da Spiele in der 3. Liga recht früh beginnen, muss man sich dann mittags schon vorbereiten. In der Regel gucke ich die Spiele immer mit meiner Frau. Wir sitzen auf der einen Seite und meine Tochter und ihr Mann sitzen auf der anderen Seite – zwischen den richtigen Fans. Der Sonnabend steht im Zeichen des Fußballs."  

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Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
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Quelle: MDR/olei

2 Kommentare

Tradition1974 vor 37 Wochen

Lieber Achim Streich, zunächst: Wer mit dem FCM mitfiebert, egal ob in Liga 1 oder 4, der ist im besten Sinne des Wortes „Fan“. Du meinst wohl das alte Wort ,Schlachtenbummler“, da stehst Du sicher drüber.
Ich freue mich, wenn Du weiterhin hilfreich aber direkt Deine Meinung zur Leistung und zur Entwicklung öffentlich sagst.
Ich wünsche allen FCM-Fans ein gesundes neues Jahr 2020.

Schenkendorf vor 37 Wochen

Ja Achim, Dein erstes Tor für uns in der Oberliga war der Hammer! Ich hatte zum ersten Mal eine Dauerkarte im Block A III. Ein Privileg damals. Deshalb wird mir dieser Dropkicktreffer aus 18 Metern unter die Latte, immer in Erinnerung bleiben.

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