Neues vom Krügel-Platz | Folge 39 Europacupsieg 1974: Erinnerungen an den größten FCM-Erfolg

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die Bilder vom Europapokalsieg in Rotterdam kennt in Magdeburg jedes Kind. Doch welche Hürden musste das Team auf dem Weg dorthin meistern? Und welche Folgen hatte der Triumph für die Spieler? Torwart Uli Schulze erinnert sich.

Der Europapokal-Sieg von 1974 ist der größte Erfolg des 1. FC Magdeburg. Die Helden von Rotterdam werden von der blau-weißen Fangemeinde bis heute veehrt. Um ihren Club in der Coronazeit zu unterstützen, wollen die Fans den Erfolg am 8. Mai noch einmal aufleben lassen und planen deshalb eine fiktive Reise nach Rotterdam. Uli Schulze, der 1974 das FCM-Tor hütete, ist begeistert von diesem Engagement. Er selbst trägt den Club noch immer im Herzen, erzählt er.

In Folge 39 von "Neues vom Krügel-Platz" spricht Uli Schulze über ...

... den Weg ins Finale – ab Minute 5:00

Breda, Ostrava, Sagora, Sporting Lissabon und der AC Mailand – das waren die Gegner in der Europapokalsaison 1973/74. Der erste Spiel gegen Breda fand dabei in Rotterdam statt, dem späteren Finalort. Und die FCM-Spieler ahnten sehr früh, dass sie dorthin nochmal zurückkehren würden. "Heinz Krügel hat vor der Partie eine Ansprache gehalten. Dabei sagte er, dass wir, wenn wir in Holland zu Null spielen und zu Hause gewinnen würden, zum Finale am 8. Mai wiederkommen werden. Dann fragte er uns, ob wir uns das zutrauen", erzählt der 72-Jährige. Und natürlich taten sie das. 

So begann für den Club eine aufregende Reise durch Europa. In der Folge besprechen Schulze und Leiste alle Cup-Spiele dieser Saison, die für den früheren Torwart mit so vielen Erinnerungen verbunden ist.  

... den Tag in Rotterdam – ab Minute 25:00

Im Quartier an der Nordsee bereiteten sich die Blau-Weißen am 7. Mai 1974 auf ihr großes Spiel vor. Am nächsten Morgen stellte der Inhaber des Hotels, in dem der FCM untergebracht war, klar, dass er abends den Pokal sehen will. So kam es dann auch. Detailliert besprechen Schulze und Leiste die dürftige Atmosphäre im Stadion, die taktische Ausrichtung des 1. FC Magdeburg, den Matchplan und natürlich die große Party nach dem Spiel. 

"Den Ausschlag gab unsere Unbekümmertheit und der absolute Wille, das Ding zu ziehen" ist sich Uli Schulze sicher. "Da hatten wir bei denen nicht den Eindruck. Die wollten alles spielerisch lösen. Da waren sie bei uns an der falschen Adresse. Heinz Krügel hat klipp und klar gesagt, gebt denen keinen Meter." Das setzten Schulze und seine Kollegen rigoros um. 

... die Folgen des Erfolgs – ab Minute 45:00

5.000 Mark Prämie bekamen die FCM-Spieler für ihren Erfolg. "Für die damalige Zeit war das viel Geld", sagt Schulze. Mit seinen Leistungen machte er sich auch für andere, internationale Vereine interessant. Im Podcast erzählt er, welche Anfragen er bekam und wie er damit umging. Zudem berichtet er, wieso er sich von den Funktionären der DDR um sein größtes Spiel betrogen fühlt. Anschließend erläutert die FCM-Legende, warum ihm der Triumph auf seinem weiteren Weg nur bedingt geholfen hat. "Aber es ist heute noch so, dass Leute in Magdeburg auf mich zu kommen und meine Hand schütteln wollen. Diese Wertschätzung nach so vielen Jahren bedeutet mir sehr viel."

Ulrich Schulze, FCM
Ulrich Schulze besucht auch heute noch regelmäßig die FCM-Spiele. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

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Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Mai 2020 | 09:40 Uhr

1 Kommentar

SGDHarzer66 vor 21 Wochen

Diese Mannschaft und ihre Leistungen waren schon außergewöhnlich. Das muss man neidlos anerkennen, also Hut ab und Chapeau, auch nach so langer Zeit.
Gruß von einem Dynamischen.

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