Neues vom Krügel-Platz | Folge 43 FCM-Experte: "Mannschaft hat bewiesen, es funktioniert nicht"

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Der FCM hat zum zweiten Mal in dieser Saison den Trainer getauscht. Zudem ist Mario Kallnik nun wieder sportlicher Leiter. Die MDR-Experten Oliver Leiste und Daniel George besprechen die Gründe für die personellen Änderungen und überlegen, was der Club im Sommer verändern muss, um wieder erfolgreicher aufzutreten.

Der 1. FC Magdeburg hat eine turbulente Woche hinter sich. Nach der Niederlage in Rostock musste Trainer Claus-Dieter Wollitz seinen Posten räumen. Zudem übernahm Mario Kallnik von Maik Franz die Funktion des sportlichen Leiters. Die FCM-Experten von MDR SACHSEN-ANHALT, Oliver Leiste und Daniel George, besprechen im Podcast "Neues vom Krügel-Platz", was die personellen Veränderungen für den Saisonendspurt bedeuten.

Folge 43 des Podcasts in drei Schlagzeilen:

"Wollitz war ein Fehler" – ab Minute 2:00

"Noch beginnt keine neue Zeitrechnung, sondern es sind die Wochen, in denen man irgendwie den Klassenerhalt schaffen will. Wenn das geschafft ist, musst du dich im Sommer neu aufstellen", sagt Daniel George.

Die Experten klären, woran Claus-Dieter Wollitz gescheitert ist. Wobei Daniel George darauf hinweist, dass die Ausgangsbedingungen für Wollitz durchaus schwierig waren. "Wenn es zwei Trainer nicht hinbekommen, kann mit der Mannschaft auch irgendwas nicht stimmen", so George. Aus seiner Sicht wurden schon bei der Kaderzusammenstellung Fehler gemacht, und auch Stefan Krämer hat seinen Teil zur jetzigen Situation beigetragen. Anschließend besprechen George und Leiste,  warum Thomas Hoßmang für die verbliebenen Spiele ein gute Lösung sein könnte. "Weil die Spieler ihn gut kennen, ist das auf jeden Fall eine charmante Konstellation", so George.

"Es ist unfassbar schlecht" – ab Minute 22:00

Acht Punkte hat der FCM in den sechs Spielen nach der Corona-Pause geholt. "Mit dieser Eichhörnchentaktik werden sie versuchen, die nötigen Punkte zu sammeln", sagt Oliver Leiste. "Denn spielerisch mache ich mir noch immer große Sorgen." Daniel George stimmt zu: "Spielerisch war das unfassbar schlecht. Aber von beiden Teams. Das kann man sich eigentlich nicht angucken."

Für den FCM war der späte Punktgewinn in Halle sehr wichtig, glaubt George. Gerade mit Blick auf das Selbstvertrauen für die kommenden Spiele. Anschließend analysiert er, warum die spielerischen Ideen von vor der Saison in den meisten Spielen nicht aufgegangen sind. Danach diskutieren die Experten, welche Auswirkungen die unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten während der Coronapause aktuell noch haben.

"Der FCM hat nicht die Bodenhaftung verloren" – ab Minute 37:00

Neben dem Trainerwechsel gab es beim FCM auch Veränderungen auf der Position des Sportdirektors. Maik Franz wurde zunächst entmachtet, an seine Stelle rückte Geschäftsführer Mario Kallnik. "Ich glaube, dass Kallnik sehr viel Einfluss nehmen kann. Deswegen ist es wichtig, dass er nun näher an die Mannschaft gerückt ist", sagt Daniel George. "Kallnik ist eine unfassbare Autoritätsperson und hat den Respekt aller Spieler."

Anschließend überlegen die Experten, was dieser Schritt für die Zukunft von Franz bedeutet und welche Fehler ihm tatsächlich anzulasten sind. Außerdem geht es um die Frage, wie aus dem FCM, der mit kontinuierlicher Arbeit über Jahre erfolgreich war, ein "Chaosverein" werden konnte, der in zwei Jahren fünf Trainer verschlissen hat. "Der Verein hat nicht die Bodenhaftung verloren", ist sich George sicher. "Aber man wollte das Erreichte eben unbedingt bewahren." Zum Ende überlegen Leiste und George, wie der Weg zurück zum Erfolg aussehen könnte.

Männer der Woche 2019/2020

Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Juni 2020 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

TirolerFCMfan vor 7 Wochen

In dieser Analyse wird mit keinem Gedanken die Ausgangssituation berücksichtigt. Eine klare Haupt-Aufgabe: die Mannschaft soll die Klasse halten, sich einspielen und nächste Saison angreifen. Es folgt eine bewusste Überspitzung: Man kann nach Vorstellung von Ultras, verwöhnten Fans und Reportern so lange Trainer entlassen, so lange Verantwortliche mobben, so lange die Qualität der Mannschaft in Frage stellen, bis sich Erfolg einstellt. Man kann aber auch schlussfolgern, dass das einzige konstante Kriterium in 4 Jahren positiver Entwicklung des 1.FCM Kontinuität war. Ein gleichbleibender Trainer(der niemals hat schönen Fußball spielen lassen, nur erfolgreichen) und gut agierende Verantwortliche im Hintergrund. Die Rückkehr zur Kontinuität und 2-3 Leitwölfe(Körpersprache,Ansage) werden für wiederkehrenden Erfolg völlig ausreichen. Mehr Mut zu längeren Einsatz-Zeiten für eigene junge Spieler bringt unerwartete Kreativität, Erfolg bringt Geld und Geld bringt irgendwann schönen Fußball.

Altmagdeburger vor 7 Wochen

Was brauch der 1FCM in Zukunft?
Zwei heiße junge Stürmer und ein Mittelspieler der das Feld lenken tut und einen guten Erfahrenden Trainer der zu 1FCM passen tut und nicht nur ein Sprücheklopfer, wo nichts dabei raus kommt. Und wenn wir Glück haben, erst einmal in der 3 Bundesliga festigen und nicht zur 2 Bundesliga streben.

altmarkboy vor 7 Wochen

Ich verstehe bis heute nicht, warum man nicht an M. Oenning festgehalten hat. Er war ja sogar bereit für Liga 3. Er war der einzige Trainer, der den Magdeburger Fussball vom Kampf und Krampf-Fussball ,zu einem spielerisch ansehenswerten Fussball entwickelt hat. Letztendlich war er nicht für den Abstieg verantwortlich, sondern der äusserst hochgelobte Jens H. Denn er war nicht bereit für Liga 2, hielt zulange an den verdienten Spielern fest, die leider nicht 2.Ligatauglich waren. Es hiess sogar, Härtel hat sinnvolle Verstärkungen verhindert.

Mehr zum 1. FC Magdeburg