Trauerkranz mit FCM-Logo in Chemnitz FCM-Hooligans missbrauchen Logo für Neonazi-Trauerfeier

Bei der Trauerfeier für den verstorbenen Neonazi Thomas Haller taucht ein Trauerkranz mit dem Logo des 1. FC Magdeburg auf. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT nahmen auch Ordner, die bei Heimspielen in der MDCC-Arena für Sicherheit sorgen sollen, daran teil.

Trauerfeier in Chemnitz
Hooligans aus Magdeburg und Berlin sind am Montag mit einem gemeinsamen Trauerkranz in Chemnitz aufgetreten – darauf die Logos vom 1. FC Magdeburg und des BFC Dynamo. Bildrechte: Dirk Knofe - Picturework.eu

Etwa 1.000 Menschen haben sich am Montag zur Trauerfeier für den verstorbenen Neonazi Thomas Haller eingefunden – darunter auch Althooligans des 1. FC Magdeburg. Sie präsentierten einen Trauerkranz, auf dem das offizielle Logo des Fußball-Zweitligisten abgebildet war. Daneben prangte das Logo des BFC Dynamo und es stand geschrieben: "Zum Gedenken an unseren Freund Tommy Haller. Die Gruppe geschlossen. Die Fäuste geballt. Wir haben geschworen Zusammenhalt. MD/BFC Hools."

Hooligans aus Magdeburg und Berlin pflegen seit Jahrzehnten eine Freundschaft und wurden in den vergangenen Jahren durch ihr großes Gewaltpotenzial bereits des Öfteren im Stadion des jeweils anderen auffällig.

FCM distanziert sich

"Der 1. FC Magdeburg distanziert sich klar davon", sagte Pressesprecher Marvin Michitsch auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT am Montagnachmittag. "Unser Logo wurde missbräuchlich benutzt, es lag keine Freigabe von uns vor." In einer Erklärung hieß es später noch: "Zudem wird betont, dass sich der 1. FC Magdeburg auch von jeglicher Form des rechten Gedankenguts entschieden distanziert."

Brisant: Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT nahmen auch Ordner, die bei den Heimspielen des 1. FC Magdeburg in der MDCC-Arena für Sicherheit sorgen sollen, an der Trauerfeier für Haller teil. Der Verein erklärte: "Dazu liegen dem 1. FC Magdeburg keine Kenntnisse vor."

Vor einer Woche hatte das Gedenken an den verstorbenen Neonazi Thomas Haller, der einem Krebsleiden erlag, beim Regionalligaspiel zwischen dem Chemnitzer FC und Altglienicke für einen Skandal gesorgt. Auf der Stadion-Videoleinwand wurde ein Schwarz-Weiß-Porträt des stadtbekannten Rechtsextremen und Hooligans gezeigt. Mehr als 4.000 Menschen erhoben sich zur Schweigeminute. CFC-Stürmer Daniel Frahn bejubelte sein Tor später mit einem Hooligan-Shirt.

Auch Trauerkranz mit CFC-Logo – Strafanzeige

Haller soll Anfang der 1990er-Jahre die Vereinigung HooNaRA (Hooligans Nazis Rassisten) gegründet haben. Außerdem war er Chef einer Security-Firma, die bis 2007 den Ordnungsdienst im Chemnitzer Stadion stellte.

Am Montag tauchten bei der Trauerfeier nicht nur Logos und Trauerbekundungen des 1. FC Magdeburg auf. Auch das Logo des Chemnitzer FC war auf einem Trauerkranz zu sehen. Der Fußball-Regionalligist erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Unbekannt. Auf der Homepage des Clubs heißt es: "Das Vereinslogo des Chemnitzer FC wurde widerrechtlich gebraucht". Ob auch der FCM juristisch gegen die Nutzung des Vereinslogos vorgehen wird, war bis zum Abend auf MDR-Nachfrage nicht zu erfahren.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 18. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. März 2019, 14:44 Uhr

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60 Kommentare

21.03.2019 14:21 wicky 67 60

@58: Mediator:

Also Sie glauben anscheinend wirklich alles besser zu wissen! Ich habe in meinem Beitrag keine Märchen geschrieben, sondern nur Fakten die ich weiß! Und ganz sicher bin ich auch nicht der einzigste Bürger in Deutschland, welcher mit der Regierung und ihren Gesetzen nicht einverstanden sind. Auch zu belegen brauche ich hier garnichts! Sie haben ihre Meinung und ich habe meine Meinung! Punkt!!!

21.03.2019 12:26 Sr.Raul 59

Schade, @55 (Benutzer), wieder nur relativiert.

21.03.2019 10:49 Mediator an wicky 67(56) 58

Sorry, aber sie machen hier das ganz große Jammerfaß auf und behaupten Dinge ohne sie auch nur ansatzweise belegen zu können. Von daher läuft ihre Kritik an unserer Demokratie auch ins Leere!
Nur ein paar Fakten für sie:
1. Auch in der BRD gab es nie einen Standardlohn für "Bäcker" der für München, Bonn und Klein-Kleckersdorf einheitlich war. Wenn es so einen Schwachsinn in der DDR gab, dann lag das wohl an der Planwirtschaft die dieses Land auch mit ruiniert hat.
2. Welchen Lohn sie mit ihrem Arbeitgeber verhandeln [können] ist ihre persönliche Angelegenheit oder allenfalls noch die eines geltenden Tarifvertrages. Der Staat greift hier nur durch den Mindestlohn ein.
3. Entlassen weil man sich über "diverse soziale Ungerechtigkeiten in unserem Staat mit anderen Kollegen ausgetauscht" hat? Wohl kaum glaubhaft! Was sagte denn das Arbeitsgericht dazu?
4. Lernen sie erst einmal, wer den Bundeskanzler wählt. Seit wan muss man beliebt sein um gut zu regieren?