Toter FCM-Fan Staatsanwaltschaft zum Fall Hannes: "Eltern steht der Rechtsweg offen"

Die Eltern des verstorbenen FCM-Fans Hannes streben mit einer Petition die Wiederaufnahme der Ermittlungen an. Tausende Menschen haben bereits unterschrieben. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg erklärt nun: Auch ohne Petition steht den Eltern der Rechtsweg offen.

Mit Kerzen und Blumen wird an den FC-Magdeburg-Fan Hannes gedacht
Hannes Schindler stürzte im Oktober 2016 aus einem Zug und erlag später seinen Verletzungen. Bildrechte: MDR/Heike Bade

Es ist so etwas wie der letzte Strohhalm, an den sich Silke und Horst Schindler klammern. Mit einer groß angelegten Petition streben sie eine Wiederaufnahme der Ermittlungen im Fall Hannes an. Am Donnerstagnachmittag hatten bereits mehr als 6.000 Menschen unterschrieben.

Hannes, ihr damals 25 Jahre alter Sohn, ein Fußball-Fan des 1. FC Magdeburg, war im Oktober 2016 nach einer Auseinandersetzung mit Fans des Halleschen FC aus einem fahrenden Zug gestürzt und kurz darauf seinen Verletzungen erlegen. Die Ermittlungen waren ein halbes Jahr später eingestellt worden. Für die Eltern des Verstorbenen gibt es jedoch viele Ungereimheiten.

Nun spricht Klaus Tewes, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg, über ...

... den aktuellen Stand im Fall Hannes:

"Momentan sind die Ermittlungen eingestellt. Eine Beschwerde der Eltern gegen die Einstellung haben wir kürzlich, mit Bescheid vom 10. Januar, abgewiesen, weil wir der Auffassung sind, dass die Einstellung der Ermittlungen zu Recht erfolgte."

... die gestartete Online-Petition:

"Den Eltern steht der Rechtsweg offen. Es bedarf gar keiner Online-Petition. Sie haben das Recht, ein unabhängiges Gericht in dem Fall einzuschalten und ein Klageerzwingungsverfahren anzustreben. Das guckt uns dann nochmal auf die Finger und befindet darüber, ob die Einstellung tatsächlich gerichtlich rechtmäßig ist oder nicht. Ansonsten bedeutet die Einstellung des Verfahrens nicht, dass das Ermittlungsverfahren für alle Zeiten beendet wäre. Falls sich neue Tatsachen oder Beweismittel ergeben, sind wir verpflichtet, die Ermittlungen von Amtswegen wieder aufzunehmen."

Klaus Tewes
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Tod des eigenen Kindes ist immer das Schlimmste, was den Eltern passieren kann. Deswegen ist das, was die Eltern jetzt probieren, durchaus nachvollziehbar.

... die bisherigen Ermittlungsergebnisse:

"Die Staatsanwaltschaft Magdeburg ist zu dem Schluss gekommen, dass kein hinreichender Tatverdacht gegen bestimmbare Personen besteht. Es kann nicht ausgeschlossen werden und liegt sogar ganz nah, dass Hannes diesen Zug verlassen hat und aus diesem Zug gesprungen oder gefallen ist ohne Einwirkung Dritter. Möglicherweise aus Angst vor Repressalien, die da durch die Fußballfans drohten, aber eben aufgrund freiwilliger, autonomer Motive. Dafür spricht, dass DNA-Spuren von ihm selbst an dem Entriegelungshebel der Türöffnung gefunden worden sind und dass es auch Zeugenangaben von Personen gibt, die sich in dem Abteil aufgehalten haben, die zumindest vom Hörensagen das Erstaunen der anderen Personen wahrgenommen haben, dass er aus dem Zug gesprungen ist.

Bei den Ermittlungen wurde nach Aussage des Eisenbahn-Bundesamtes auch festgestellt, dass es nach Betätigung des Entriegelungshebels der Eisenbahntür durchaus leicht ist, dass sich diese Tür um 43 Zentimeter öffnet und dass man dann natürlich herausfallen kann. Zumal der Zug auch noch nicht so schnell gewesen ist. Möglicherweise hat Hannes damit gerechnet, dass er den Zug unbeschadet verlassen kann."   

... die Beweggründe der Eltern von Hannes:

"Der Tod des eigenen Kindes ist immer das Schlimmste, was den Eltern passieren kann. Deswegen ist das, was die Eltern jetzt probieren durchaus nachvollziehbar. Wir haben ja selbst danach gesucht, ob jemand Drittes am Tod von Hannes beteiligt ist und sind eben zu dem Schluss gekommen, dass es nicht der Fall ist."

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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. Januar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 11:48 Uhr

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18 Kommentare

19.01.2019 13:17 Klartext nochmal 18

Ich kann es nicht mehr lesen, dass Hannes Freunde keinen Notruf abgegeben haben sollen!!
Sie wollten im Zug anrufen, aber Ihnen wurde das Telefon im Zug weg genommen und sie wurden an der nächsten Haltestelle raus geschmissen!!!!
Ja, richtig gelesen!!! Ohne Handy kann man niemanden anrufen!!
Kommt das in Halle endlich mal an????

Ich kann es nicht mehr lesen aus Halle!!!
Redet endlich!!!
Stellt euch endlich!!!

Die Wahrheit wird jetzt bald ans Licht kommen!! Das wird jetzt ganz ganz groß aufgezogen!!
Das wird der Druck zu groß werden!!

19.01.2019 12:41 61 17

@11)

Wenn Sie das so sehen, ist es ihr Problem....

Es ist ein Mensch um's Leben gekommen, wie kann man da von einem Held sprechen, was in meinen Augen Respektlos ist, dazu stehe ich auch...
Für die Eltern von Hannes, muss dieser Satz, ein Schlag ins Gesicht sein....

Was wäre wenn es mit einem Hallenser passiert wäre, wie hätten die Hallenser reagiert!!!!
Ja, na klar in Halle wäre alles ruhig über die Bühne gegangen,man hätte da so genau geschwiegen wie jetzt....

Ein Kind zu verlieren ist das schlimmste was Eltern passieren kann, ich weiß wovon ich Rede,ich wünsche es niemanden aber auch niemanden, nicht mal meinen ärgsten Feind....

19.01.2019 12:05 Banne 16

Ich finde (Werner)hat recht! Die ganze Sache ist traurig und bedauerlich.Ich habe auch Verständnis für die Familie.Es ist aber nicht förderlich das alles immer durch die Medien groß aufgezogen wird .Warum? Das die Familie um Aufklärung bemüht ist-ist völlig richtig und verständlich! Doch ich würde mir wünschen das sich die Medien zurück halten! Wenn es zu einem Abschluss der Ermittlungen kommt-kann man doch auch berichten! Gerade noch zu diesem wirklich bedauerlichen Vorfall,habe ich aber auch noch eine Frage an den MDR.Ein Mitarbeiter ihres Senders hatte (Herr Kindermann)damals nicht so richtige Worte gewählt zu dem Fall:Er wollte aber später sich mit Leuten des HFC treffen um die Worte die da gefallen waren auszuräumen.Wie ich denke kam es bisher nicht zu einem Gespräch zwischen den "Parteien"! Wann gedenkt Herr Kindermann dies zu tun?Gerade weil das Thema wieder aktuell wird.Es wäre jetzt auch die richtige Zeit!

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