Antonios Papadopoulos (HFC)
Antonios Papadopoulos hatte beim HFC von Beginn an ein guten Gefühl. Bildrechte: imago images / Köhn

Neuer Defensivspieler "Polizist Papa" will beim HFC für Ordnung sorgen

Antonios Papadopoulos ist einer der jüngsten beim Halleschen FC. Trotzdem will der Mittelfeldspieler sofort vorangehen. Denn der Schritt nach Halle war wohlüberlegt.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Antonios Papadopoulos (HFC)
Antonios Papadopoulos hatte beim HFC von Beginn an ein guten Gefühl. Bildrechte: imago images / Köhn

Es scheint ein bisschen so, als würde Antonios Papadopulos die Tage zählen, bis seine Freundin endlich nach Halle nachkommt. Immer wieder kommt der 19-Jährige beim Termin mit MDR SACHSEN-ANHALT auf Verinia – so der Name der jungen Dame – zu sprechen. Die ist gerade dabei, ihr Abitur abzulegen. Nach der Party folgt dann der Umzug in die Saalestadt, wo sie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren will. 

Den Umzug hat Papadopoulos, den alle nur "Papa" nennen, schon hinter sich. Seine Eltern haben ihm dabei geholfen. Es war bereits der zweite Umzug innerhalb weniger Monate. Während seiner Zeit in Aalen, wo Papadopoulos seit der B-Jugend spielte, pendelte der Schwabe lange zwischen dem Elternhaus in Stuttgart und dem Stadion auf der Ostalb. Irgendwann nahm er sich in Aalen eine Wohnung und war erstmals räumlich von seiner Familie und seinen Freunden getrennt.

Erste Schritte unter Rico Schmitt

Eine wichtige Erfahrung, die ihm nun in Halle, wo die Distanz nach Hause um ein Vielfaches größer ist, helfen wird. Und überhaupt war der Schritt zum HFC wohlüberlegt. In Aalen, wo Papadopoulos unter dem früheren HFC-Trainer Rico Schmitt zum Stammspieler wurde, hätten sie ihn nach dem Abstieg aus der 3. Liga gerne behalten. Diesen Weg wollte Papadopoulos jedoch nicht mitgehen. 

Deshalb kam das Interesse vom HFC gerade recht. Denn hier sieht der 19-Jährige gute Chancen, sich zu behaupten, erzählt er: "Ich hatte auch Angebote aus der zweiten Liga. Das wollte ich aber noch nicht machen, da ich dort nur Perspektiv- oder Ergänzungsspieler gewesen wäre. Stattdessen wollte ich weitere Erfahrungen in der 3. Liga sammeln." 

"Wissbegierig und engagiert"

Ein Gespräch mit Trainer Torsten Ziegner weckte bei Papadopulos die Begeisterung für den Wechsel nach Halle: "Ich habe gleich von Anfang an gemerkt, dass es passt. Da muss man auch auf sein Bauchgefühl hören. Deswegen bin ich froh, dass ich hier bin." 

Umgekehrt ist auch Ziegner nach zwei Wochen Saisonvorbereitung sehr angetan von seinem neuen Schützling: "Die ersten Eindrücke sind durchweg positiv. Aktuell ist er ein bisschen müde. Aber das geht gerade vielen Jungs so. Gerade die Neuen kennen unsere Vorbereitung ja noch nicht. Papa macht uns Freude, er ist wissbegierig, extrem engagiert und robust im Zweikampf." Zudem sei der Spieler ein richtig guter Fußballer, lobt der Trainer.

Antonios Papadopoulos (HFC)
Die robuste Zweikampfführung ist die große Stärke von "Papa". Bildrechte: imago images / Köhn

Familiärer Umgang

Der Umgang, den sie beim HFC pflegen, hat Papadopoulos beeindruckt: "Mich fasziniert, wie die Mannschaft miteinander umgeht. Deswegen war sie auch so erfolgreich im vergangenen Jahr. Das ist alles sehr familiär hier." Und er verspricht, dass er alles geben will, um dieser Mannschaft zu helfen. 

Trotz seines jugendlichen Alters will er auch vorangehen und Verantwortung übernehmen, erzählt Papadopoulos. Diese Einstellung hat "Papa" von seinem Vater vermittelt bekommen. Und die ist auch der Grund dafür, dass der 19-Jährige gerne Polizist geworden wäre, wenn es mit dem Fußball nicht geklappt hätte. Ebenfalls ein Beruf mit viel Verantwortung, glaubt der HFC-Spieler.

Abwehr oder Mittelfeld

Doch kann man aus diesem Berufswunsch etwas über seine Spielweise ableiten? Würde "Papa" als Verteidiger seine Gegner auch in "Einzelhaft" nehmen? "Eher nicht", erwidert er lachend. "Wobei ich meine Stärken schon in der Defensivarbeit sehe und den Gegenspielern auch mal weh tue", gibt er zu. 

Neben der Innenverteidigung hat Papadopoulos auch schon Erfahrungen im zentralen Mittelfeld gesammelt und beschreibt sich selbst als kopfballstark. Torsten Ziegner plant den Spieler derzeit auch nicht unbedingt als Verteidiger ein: "Ich sehe ihn eher im Mittelfeld. Aber mit dem Zusatz, dass wir versuchen, die Jungs flexibel zu lassen. So dass wir die Möglichkeit haben, ihn bei Bedarf auch defensiver, oder sogar offensiver spielen zu lassen."

Antonios Papadopoulos (HFC)
Weil er technisch durchaus versiert ist, soll Papadopulos zunächst im Mittelfeld spielen. Bildrechte: imago images / Köhn

Antonios Papadopoulos dürfte das recht sein. Am Mittwoch trifft der Hallesche FC im Trainingslager in Bad Blankenburg auf Lok Leipzig, Dort kann "Papa" dann erstmals gegen einen ernsthaften Gegner sein Können zeigen. Am Samstag folgt noch ein Test gegen Nordhausen, dann ist das Trainingslager auch schon wieder rum, und der Fokus dürfte allmählich auf den Drittligastart zwei Wochen später rutschen. Papadopoulos wird diesem Tag schon entgegenfiebern. Genau wie dem Umzug seiner Freundin.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 04. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 19:39 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

03.07.2019 19:28 Hettstedt 1

Sehr gut Papa!
Willkommen in Halle!
Das hört sich nach einem vielversprechenden Transfer an.

Mehr Sport aus Sachsen-Anhalt