Jens Rauschenbach (Vorstand HFC)
Jens Rauschenbach ist neuer Präsident des Halleschen FC. Bildrechte: imago/VIADATA

Mitgliederversammlung in Halle Rauschenbach ist neuer HFC-Präsident

Die Mitglieder des Halleschen FC haben einen neuen Vorstand gewählt. Auf seiner Jahreshauptversammlung verkündete der Verein zudem ein positivies Ergebnis. Das soll Rückenwind für die kommenden Monate geben.

Oliver Leiste
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von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Jens Rauschenbach (Vorstand HFC)
Jens Rauschenbach ist neuer Präsident des Halleschen FC. Bildrechte: imago/VIADATA

Mehr als 400 Menschen haben sich am Sonntagmorgen in einen Kinosaal in Halle gedrängelt. Doch der Grund für das frühe Aufstehen war nicht etwa der neueste Blockbuster, sondern die Jahreshauptversammlung beim Halleschen FC, die erstmals in eben jenem Kino stattfand. Der Andrang war so groß wie vermutlich noch nie bei einer HFC-Mitgliederversammlung. Offenbar hatten auch die Organisatoren nicht mit diesem Interesse gerechnet und so begann die Versammlung mit etwa 40 Minuten Verspätung.

Zu Beginn wurde die HFC-Mannschaft, die am Vortag 0:0 gegen Carl Zeiss Jena gespielt hatte, von den Mitgliedern gefeiert. Anschließend begrüßte Cheftrainer Torsten Ziegner die Anhänger und schwor sie auf die restliche Saison ein. Dann begann die eigentliche Versammlung und es gab viel zu besprechen. Es standen die Berichte von Vorstand und Verwaltungsrat an. Anschließend wurden beide Gremien neu gewählt. Vor allem an der Vorstandswahl gab es schon im Vorfeld großes Interesse, nachdem der langjährige Präsident Michael Schädlich im Dezember zurückgetreten war.

Die Fakten aus dem Bericht des Vorstands

  • 2018 hat der HFC 109.000 Euro Gewinn erwirtschaftet. Das negative Eigenkapital beträgt nun noch etwa 400.000 Euro.
  • Der Gesamtetat für die Saison 2017/2018 betrug knapp 6,5 Millionen Euro. Zwei Drittel davon wurden für die Profis und den Spielbetrieb ausgegeben.
  • Für 2019 wird ein Gewinn von 200.000 Euro erwartet. Der Etat liegt in dieser Spielzeit bei 6,7 Millionen Euro und soll in der kommenden Saison erhöht werden.
  • Im Rahmen der Sanierung nahm der Verein 1,53 Millionen Euro ein. 975.000 Euro davon kamen von kommunalen Unternehmen. Die positive Bilanz der Saison 2017/18 ist vor allem auf diese Rettungsaktion zurückzuführen.

Kontinuität und Fangewinnung stehen im Mittelpunkt

Wichtigster Tagesordnungspunkt bei der HFC-Mitgliederversammlung war die Wahl des neuen Vorstandes. Dabei hatten die Mitglieder zum ersten Mal seit vielen Jahren wirklich die Auswahl. In den vergangenen Jahren wurden Michael Schädlich, Jörg Sitte und Ralph Kühne regelmäßig im Amt bestätigt. Diesmal standen acht Kandidaten für die fünf Plätze zur Verfügung. Am Ende setzten sich Jens Rauschenbach, Steffen Kluge, Dr. Jürgen Fox, Lutz Preußler und Oliver Kühr durch.

Wenig überraschend wurden Jens Rauschenbach und Jürgen Fox gewählt. Sie gehörten bisher schon dem Sanierungsvorstand, der vor einem Jahr gebildet wurde, an. Rauschenbach wurde anschließend von seinen neuen Vorstandskollegen zum Präsidenten ernannt, Fox ist wie bisher Vize-Präsident.

Die neuen HFC-Vorstandsmitglieder applaudieren.
Die neuen HFC-Vorstandsmitglieder Jens Rauschenbach, Lutz Preußler, Steffen Kluge, Jürgen Fox und Oliver Kühr (v.l.) applaudieren nach ihrer Wahl. Bildrechte: MDR/ Andreas Feineis

Beide hatten im Vorfeld angekündigt, die bisher geleistete Arbeit fortsetzen zu wollen. "Wir sind lange noch nicht da, wo wir hinwollen oder hinkönnen", erklärte Rauschenbach selbstbewusst im HFC-Podcast "Badkurvenversteher". Fans, Sponsoren und selbst der Wahlausschuss des Halleschen FC hatten dafür geworben, beide im Amt zu bestätigen und damit ein Zeichen für Kontinuität zu setzen.

Kluge vertritt Fans

Auch die Wahl von Steffen Kluge überraschte nicht. Als langjähriger Leiter des Fanprojekts genießt der 49-jährige Sozialarbeiter das Vertrauen der Fans. Nach Rauschenbach bekam er die zweitmeisten Stimmen. Und sieht in der Fanarbeit auch den künftigen Schwerpunkt seiner neuen Aufgabe beim HFC. Sei es bei der Begleitung des neues Fanprojekts oder bei der Umsetzung von Kita-und Schulprojekten. Doch auch die Ideen altgedienter HFC-Fans will Kluge in den Vorstand einbringen.

Der Vorstand wird durch Oliver Kühr und Lutz Preußler komplettiert. Beide engagieren sich seit vielen Jahren in verschiedenen Bereichen beim HFC und werden Aufgaben übernehmen, die meist nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen. Preußler will sich etwa um die Geschäftsstelle kümmern, während Kühr sich beim Stadionbetrieb und dem Nachwuchsleistungszentrum einbringen will. Die genaue Verteilung der Aufgaben zwischen den Vorstandsmitgliedern steht noch aus.

Veränderungen im Verwaltungsrat

Für die fünf Posten im Verwaltungsrat gab es nur vier Bewerber. Der langjährige Vorsitzende des Gremiums, Michael Schunke, hatte sein Amt im Dezember niedergelegt. Thomas Bartels und Rüdiger Sachse wurden als Verwaltungsräte bestätigt. Sie werden künftig von Carsten Böhme, und Lucas Flöther unterstützt. Flöther gehörte bisher dem Sanierungsvorstand an.

Böhme wurde als Fanvertreter in den Verwaltungsrat gewählt. Er übernimmt das Amt von Andreas Wolf. Der Fanbeauftragte des HFC trat nicht mehr für den Verwaltungsrat an und zog auch seine Bewerbung für den Vorstand vor der Wahl zurück.

Lizenzierung steht an

Die wichtigste Aufgabe des neuen Gremiums ist die anstehende Lizenzierung für die neue Saison. Bis Ende Februar müssen die Unterlagen für die zweite und dritte Liga eingereicht werden. Weitere Schwerpunkte in den kommenden Monaten sind die Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrums und eine weitere wirtschaftliche Konsolidierung. Zudem will der HFC eine neue Mitgliederkampagne starten und noch sichtbarer im Stadtbild von Halle werden.

Und zu guter Letzt will auch der neue Vorstand seinen Teil zur guten sportlichen Entwicklung der vergangenen Monate beitragen. "Der Aufstieg ist möglich aber kein Muss", hieß es in der Präsentation des Vorstandes. Doch spätestens seit der Verpflichtung von Christian Tiffert in der vergangenen Woche ist klar, dass dem großen Ziel beim HFC alles untergeordnet wird.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

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Hat die Zukunft des HFC im Blick: Vorstandsmitglied Jens Rauschenbach (Mitte) Bildrechte: imago/VIADATA

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Februar 2019, 17:23 Uhr

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21 Kommentare

04.02.2019 21:46 HUKL 21

Nach dem schlechten Einstand des Trainers bei seinem früheren Arbeitgeber rechnete ich mit keiner rosigen Zukunft für ihn und seinem HFC. Das entwickelte sich aber überraschend völlig anders.... Mit dem neugewählten OB-nahen Präsidenten wird es aber vermutlich irgendwie nicht ohne aufkommende innere Diskrepanzen weiter so gut klappen, wie sportlich bisher in dieser Saison! Irgendwann werden bestimmt die gegenwärtig etwas versteckten Gräben wieder aufbrechen, da Herr Rauschenbach eigentlich nie die Führungsposition im Club wollte, um lieber sich aus der Opposition zu melden! Für mich war aus der Ferne sein Vorgänger immer eine integere Person, wäre er nicht scheinbar nur einmal auf gefährlichen Nebengleisen unterwegs gewesen.......

04.02.2019 12:44 Wismut Aue 20

Jetzt aufsteigen, Männer. Die zweite Liga kann euch gut gebrauchen. Glück Auf und viel Erfolg dafür.

04.02.2019 12:38 Nur mal so 19

Halle 2.Liga.
Lol.
Ziegner guter Trainer.
Lol.
400 Teilnehmer bei der MV.
Entspricht der Mitgliederanzahl dieses "Vereins" und der Zuschauerzahlen.