Badkurvenversteher | Folge 13 Lars Töffling: "Der Erfolg bestimmt die Schlagzeile"

Seit 2016 ist Lars Töffling Pressesprecher beim Halleschen FC. Im Podcast erzählt er, wie er die Anliegen der Medienvertreter koordiniert, wie sich sein Job verändert hat und was Maskottchen Hallotri denkt.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Das Logo des Halleschen FC, daneben steht der Schriftzug Badkurvenversteher, Grafik für den Podcast von MDR SACHSEN-ANHALT 58 min
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Im Herbst 2016 folgte Lars Töffling auf Knut Stahmer und Max Ohlert als HFC-Pressesprecher. Zuvor war er schon für Union Berlin und Energie Cottbus tätig. Töffling koordiniert nicht nur die Anfragen der Medienvertreter. Er verantwortet sämtliche Außenkommunikation des Vereins. Und ganz nebenbei weiß er auch, was Maskottchen Hallotri denkt.

Im Podcast spricht er über ...

... seine Aufgaben am Spieltag – ab Minute 3:30

Ich gucke das Spiel so neutral wie möglich und mache mir Notizen. Weil ich ja hinterher den Spielbericht schreibe. Aus dem Spiel ergeben sich dann die Geschichten für die Wochen. Insofern gucke ich das Spiel bestimmt anders als der normale Fan – nicht so emotional, sondern etwas sachlicher. Und ich betrachte es als meine Aufgabe, mir strittige Szenen noch während des Spiels noch mal anzuschauen und Trainer, Sportdirektor oder Spieler zu informieren – möglichst vor dem ersten Interview.

 ... das Image des HFC sieht – ab Minute 7:45

Das ist schwierig von innen heraus zu bewerten. Wir arbeiten daran, dass es nach draußen wirkt. In relativ kurzer Zeit hat sich viel gewandelt. Vor drei, vier Monaten konnten wir uns nicht vorstellen, eine Mannschaft zu haben, die ankommt, die authentisch ist und die Leute abholt. Die begeisternden Fußball spielt und nun auch noch Erfolg hat. Wir haben sehr viel angestoßen: Aktionen, Fanstammtisch und so weiter und wollen die Leute darüber mitnehmen.

... die Medien beim HFC – ab Minute 10:00

Mit den Tageszeitungen, dem MDR, Radio SAW, TV Halle und dem Kicker fühlen wir uns gut betreut und gut begleitet. Dass man sich als Vereinsvertreter jeden Tag eine positive Schlagzeile wünscht, die es nicht immer geben kann, ist uns schon klar. Wir versuchen die Spieler auch zu sensibilisieren, dass sich Journalisten nicht jeden Tag etwas Bahnbrechendes oder Witziges ausdenken können. Und nach drei bis sechs Niederlagen in Folge wird es eben auch schwierig, positive Schlagzeilen zu generieren. Insofern wissen wir schon, dass der Erfolg die Schlagzeile bestimmt.

Zwei Männer stehen vor einer Palme.
Lars Töffling (r.) und Moderator Oliver Leiste im MDR-Studio in Halle. Bildrechte: MDR/ Maria Hendrischke

... Witz-Elfmeter und freche Rote Karten – ab Minute 11:30

Wir sind ein Vereinsmedium, insofern sollten wir auch werten dürfen. Wenn ich etwas als große Ungerechtigkeit empfinde, schreibe ich eben zum Beispiel Witz-Elfmeter. Wir wollen den Fan erreichen und der ist ja auch nicht sachlich, sondern emotional, mit rot-weißer Brille. Solange es nicht ehrabschneidend oder verletzend ist, dürfen und sollten wir das tun. 

... Steuerung der Berichterstattung – ab Minute 18:15

Wenn es nach Wollen gehen würde, würde ich die ganze Berichterstattung koordinieren. Dann wüsste ich, dass es in die Richtung geht, die wir uns wünschen. Aber das ist ja kein Wunschkonzert. Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut und das soll auch bitte so bleiben. Natürlich versuchen wir, das Ganze aber für uns so positiv wie möglich zu beeinflussen. Da muss ich nichts von Neutralität erzählen. Es ist meine Aufgabe, die Berichterstattung so positiv – oder zumindest brisanzfrei – wie möglich zu gestalten. Wenn es in meiner Macht liegt, greife ich da schon mal ein.

... veränderte Anforderungen in seinem Job – ab Minute 34:00

Dieser Job hat sich generell extrem verändert. 2002 war das Kerngeschäft, die Presseanfragen zu koordinieren und zu begleiten. Das hat sich extrem gewandelt. Heute macht die Arbeit mit Journalisten nur noch zehn bis 20 Prozent aus. Damals gab es kein Facebook, Twitter oder Youtube. Das kam alles erst. Und so haben sich die Arbeitsbereiche verschoben. Neben den klassischen Medien kommen jetzt auch Seiten wie Liga3-Online oder Blogs dazu.

... seinen Lieblingsspieler – ab Minute 38:30

Das ist Nils Petersen. Den durfte ich in Cottbus begleiten. In der Bundesliga und auch nach dem Abstieg in die 2. Liga hatte er zunächst wenig Einsatzchancen. Dann kam er gegen Koblenz und hat ein Tor gemacht. Danach hat er alles zusammen geschossen und wurde zum Topspieler der 2. Liga. Da kamen dann Anfragen von Dortmund, Bayern und Co. Und eben auch von vielen Medien. Da hat er dann fast jeden Tag in meinem Büro gesessen und gefragt, wie er damit umgehen soll. Er war extrem wissbegierig. Das war super spannend. Und auch menschlich ist er eine Vollgranate.

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Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 23. September 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2018, 18:00 Uhr

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