Badkurvenversteher | Folge 37 Sportdirektor Heskamp: "Bevorzuge Spieler aus der Region"

Kader planen, Verträge verlängern, den Nachwuchs entwickeln – der neue Sportdirektor Ralf Heskamp hat beim HFC an vielen Stellen gleichzeitig zu tun. Im Podcast erzählt er von seiner Arbeit, seinem vorherigen Job als Scout und was er mit einem Igel zu tun hat.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Das Logo des Halleschen FC, daneben steht der Schriftzug Badkurvenversteher, Grafik für den Podcast von MDR SACHSEN-ANHALT 33 min
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Noch keine zwei Wochen ist Sportdirektor Ralf Heskamp beim HFC und hat schon alle Hände voll zu tun. Wichtigste Aufgabe sind die Gespräche mit den bisherigen HFC-Spielern über mögliche Verlängerungen. Nebenbei läuft die Suche nach Verstärkungen. Im Podcast mit Oliver Leiste geht es aber nicht nur um aktuelle Aufgaben. Heskamp beschreibt seine Rolle, die er als Scout beim FC Bayern hatte und erklärt, wo er nach Spielern suchen will. Auch Toni Lindenhahn und Tom Müller sind ein Thema, genau wie Heskamps Hund und der "Igel" von Rheine

Die wichtigsten Fragen im Überblick:

Was hat Sie motiviert, den FC Bayern zu verlassen und zum HFC zu gehen? Geld oder Perspektive können es ja nicht gewesen sein.

Heskamp: Doch. Zumindest was die Perspektive angeht. Denn man hat hier eine gute Perspektive. Ich habe mich sowieso mehr im Seniorenbereich gesehen. Da habe ich meine Stärken. Dieser Job macht mir sehr viel Spaß. Von daher war es immer mein Ziel, sportliche Leitung, Kaderzusammenstellung und alles was damit zu tun hat, zu machen. Das ist der Aufgabenbereich, der mich am meisten interessiert und den ich am besten kann.

Der Etat wird reduziert. Mit dem Abstiegskampf will der HFC aber dennoch nichts zu tun haben. Wie passt das zusammen?

Wir haben jetzt Planungssicherheit und können die Personalplanung in Angriff nehmen. Da sind wir ja schon dabei. Wir müssen jetzt schauen, dass wir mit denen verlängern, mit denen wir verlängern wollen. Neue Spieler haben wir auch schon im Visier. Das machen wir parallel. Der Etat ist so, dass man eine gute Mannschaft zusammenstellen kann. Man kann auch viel mit Teamgeist und Zusammenhalt erreichen. Der Trainer macht mich sehr optimistisch. Er ist sehr emotional und kann eine Mannschaft pushen. Gespräche mit ihm und dem Präsidium stimmen mich optimistisch, dass wir eine Mannschaft stellen, die von der Qualität vielleicht genauso gut ist, wie andere Teams in der 3. Liga. Ich hoffe, dass wir dann aber durch mannschaftliche Geschlossenheit und, weil die Spieler sich wohl fühlen, noch das eine oder andere Prozent rauskitzeln können.

HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp im Hörfunkstudio in Halle.
HFC-Sportdirektor Ralf Heskamp im Hörfunkstudio in Halle. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler

Sind Spieler aus Erfurt oder Chemnitz, die bereits als Drittligaspieler feststehen, interessant für den HFC?

Wir schauen dort, ob es interessante Spieler gibt, aber wir gucken uns den gesamten Markt an.

Suchen Sie Spieler in Deutschland oder darüber hinaus?

Wir haben in erster Linie Deutschland im Blick. Wir müssen uns jetzt darauf beschränken, denn es eilt ja ein wenig. Wir müssen uns auf die Spieler konzentrieren, die wir kennen. Es ist doch klar: Wenn wir zwei gleichstarke Spieler zur Auswahl haben, würde ich immer den nehmen, der aus der Region kommt. So wie bei Toni Lindenhahn.

Was hat Sie überzeugt, mit Lindenhahn gleich drei Jahre zu verlängern?

Wer Toni kennt, weiß, dass er für den Verein alles gibt und in der Vergangenheit immer seine Leistung gebracht hat. Er ist sehr beliebt und kommt aus der Gegend. Es war dann auch ein Zeichen nach Außen, dass wir diesen Spieler behalten wollen. Jetzt laufen viele Verträge aus. Oft macht man Zwei-Jahresverträge. Man muss darauf achten, dass nicht alle zum gleichen Zeitpunkt auslaufen. Da muss man etwas variieren. Wir wollen vermeiden, in zwei Jahren wieder einen Riesenumbruch zu machen. Und bei Toni sind wir uns alle sicher, dass es eine gute Investition ist, ihn drei Jahre zu binden.

Und wie sah es bei Torwart Tom Müller aus?

Wir trauen Tom Müller zu, dass er mindestens 3. Liga spielen kann. Wir wollen nächste Saison zwei drittligataugliche Keeper. Dazu werden wir wahrscheinlich einen U19-Torwart holen, der bei den Profis mittrainiert, dann aber auch noch seine Spielpraxis in der A-Jugend bekommt.

Welchen Spieler haben Sie als Scout des FC Bayern entdeckt?

Aus dem aktuellen Bayernkader keinen. Aber es gibt einige, die in Holland oder Österreich spielen, die vorher beim FC Bayern im Nachwuchs waren.

Wie soll sich das Nachwuchszentrum künftig verändern?

Wir schauen uns um. Wir brauchen gute Trainer, wobei wir auch schon viele gute haben. Wir wollen in den höchsten Klassen spielen. Das ist unser Ziel, um dann Spieler zu generieren, die nach oben kommen können. Da können wir uns sicher nicht mit Wolfsburg, Hertha oder RB Leipzig messen. Wir müssen die Spieler finden, die dahinter kommen und diese dann entwickeln.

Gibt es Pläne, wieder eine 2. Mannschaft zu installieren?

Im Grunde bin ich Befürworter einer U23. Aber momentan kenne ich die Umstände noch nicht und muss mich da noch einarbeiten.  

Was hat es mit Ihrem Spitznamen "Igel" auf sich?

Früher als Jugendspieler hatte ich so eine Igelfrisur. Deshalb haben mich die Leute so genannt. In Rheine, wo ich herkomme, rufen mich einige noch so. Aber abgesehen davon hat mich seit vielen Jahren niemand so genannt.

Sie haben Vorschläge für den aktuellen Mann der Woche? Senden Sie Ihren Kandidaten mit Begründung per Mail an online-sachsen-anhalt@mdr.de oder auf Twitter @Daniel_George92 oder @LeisteO.

Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2019, 15:25 Uhr

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1 Kommentar

13.04.2018 11:55 revolvere 1

alles gute, fürn igel und den hfc !