Zwei die sich gut kennen. Toni Lindenhahn (HFC) und Sascha Pfeffer (Leipzig).
Toni Lindenhahn (l.) und Sascha Pfeffer verkörpern die Freundschaft von HFC und Lok Leipzig. Bildrechte: IMAGO

HFC-Benefizspiel Die Zukunft hat längst begonnen

Mit einem gelungenen Fußballabend legt der HFC die Finanzsorgen vorerst zu den Akten. So gut wie am Mittwoch war die Stimmung im Stadion längst nicht mehr. Allein das zeigt, dass die Zukunft längst begonnen hat.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Zwei die sich gut kennen. Toni Lindenhahn (HFC) und Sascha Pfeffer (Leipzig).
Toni Lindenhahn (l.) und Sascha Pfeffer verkörpern die Freundschaft von HFC und Lok Leipzig. Bildrechte: IMAGO

Es war die Nachricht, auf die alle im Erdgas Sportpark in Halle gewartet hatten: Toni Lindenhahn bleibt beim HFC. Das rot-weiße Urgestein verlängert seinen Vertrag. Gleich um drei Jahre, wie er unter dem tosenden Jubel von 8.200 Fans vor dem Spiel gegen Lok Leipzig erklärte. Innerhalb weniger Tage war er sich mit der neuen sportlichen Führung – Sportdirektor Ralf Heskamp und Bald-Trainer Torsten Ziegner – einig geworden. "Da war schon etwas Druck dabei, das in so kurzer Zeit hinzubekommen. Aber wir wollten die Veranstaltung hier nutzen", sagte er im Anschluss. Nun schaut Lindenhahn gespannt auf die Veränderungen, denen der HFC entgegenblickt: "Ich freu mich drauf, es kommen viele neue Leute und es werden neue Reize gesetzt. Ich freu mich darauf, mit den neuen Jungs zu kicken."

Lindenhahn bleibt also weiterhin das Gesicht beim HFC. Und sein Bekenntnis zum Verein war nur ein Höhepunkt an einem Tag, der als rundherum gelungen gelten darf. Los ging mit dem Einmarsch der Nachwuchsmannschaften. Angeführt von der U19, die erst vor wenigen Tagen den 1. FC Magdeburg besiegt hatte, präsentierten sich die Jugendteams auf dem Platz und wurden von den Fans lautstark gefeiert. Es schien, als war an diesem Tag die ganze rot-weiße Familie zusammengekommen.

Trauriger Anlass für ein schönes Fest

Es gab Grüße von Peter Maffay und das Komikerduo Elsterglanz präsentierte den Spielball – in einer Mikrowelle. Während der Halbzeit wurden Sondertrikots an zahlreiche Spender übergeben. Es war einer der wenigen Augenblicke, der daran erinnerte, dass der Anlass für das Spiel ein ziemlich trauriger war. Dem Club war im Winter das Geld ausgegangen. Doch mithilfe von Spenden, Versteigerungen, der Trikotaktion und zusätzlichen Sponsorengeldern konnte die Lücke geschlossen werden.

Entsprechend war dieses Benefizspiel aus finanzieller Sicht gar nicht mehr unbedingt nötig. Die Einnahmen sind ein kleiner Bonus im HFC-Etat für die kommende Saison. Stattdessen geriet die Veranstaltung zu einem Fest. Die Fans feierten die Spieler beider Mannschaften, sie feierten sich selbst und das 30-jährige Bestehen der Fanfreundschaft zwischen Lok und dem HFC. Es ist schon ein paar Tage her, dass das hallesche Stadion das letzte Mal solch eine gute Stimmung erlebte.

Erinnerungen an 2011

Präsident Schädlich fühlte sich gar an das Stadion-Eröffnungsspiel im Jahr 2011 erinnert. Auch damals war das Ergebnis völlig nebensächlich. Wenige Monate später stieg der HFC in die 3. Liga auf. Ein gutes Omen also? Schädlich dämpft die Euphorie etwas: "Das heute kann kein Ende sein, es ist nur ein Zwischenschritt." Auch in Zukunft werde es ein schwerer Kampf, um wirtschaftlich gesund und sportlich trotzdem erfolgreich zu sein. "Aber heute waren viele Menschen da, die lange nicht oder noch nie beim HFC waren. Wir hoffen, dass einige von denen wieder kommen, weil sie gemerkt haben, dass es beim HFC durchaus interessant und stimmungsvoll ist."

Zukunft hat begonnen

Fußball gespielt wurde ganz nebenbei auch noch an diesem Abend. Regionalligist Lok Leipzig spielte zunächst munter mit und führte zur Halbzeit 2:0. Anschließend zeigte der HFC, dass die Zukunft längst begonnen hat. Denn es waren vor allem die Talente wie Pascal Pannier, Vincent Stenzel oder der eingewechselte U19-Spieler Julian Guttau die nun auf- und damit das Spiel drehten. Auf Spieler wie diese drei wird es in Zukunft vermehrt ankommen in Halle. Zudem steuerte Mathias Fetsch einen Treffer zum 4:2-Endstand bei.

Nach dem Schlusspfiff war aber vor allem wieder Toni Lindenhahn gefragt. Gemeinsam mit Sascha Pfeffer, der bis zum Sommer 2017 in Halle spielte, gab er Interviews. Das Spiel und die Stimmung hat Lindenhahn sehr genossen: "Heute hat es riesig Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir in Zukunft viele Leute begeistern können, damit sie hier ins Stadion kommen." Und anschließend war er noch lange beschäftigt, Autogramme zu schreiben und für Fotos zu posieren. Denn auch wenn die Zukunft des HFC ein Stück weit ungewiss ist. Mit Toni Lindenhahn hat sie zumindest ein Gesicht, mit dem sich die Leute identifizieren.

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11. April 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. April 2018, 08:01 Uhr

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5 Kommentare

12.04.2018 19:23 flori 5

Wolmirstedt Süd und BFC =Freunde für immer :-)

12.04.2018 17:16 WT auf E100 4

Mit dem ganzen Umfeld und allem, Mittelmaß und damit die Gewichte auflegen, die man auch heben kann. Magdeburg (die Bauern laut eurer bildungsfremden Aussage) machen es Euch vor. Junge Spieler, die Ehrgeiz haben und noch Potenzial besitzen. Die sind finanzierbar und wollen noch etwas erreichen. Dazu 5 bis 6 gestandene Spieler und einen Trainer, welcher nicht seinen ganzen Hofstaat aus seinen vorherigen Trainerstationen. Vom Aufstieg bitte nur Träumen. . .

12.04.2018 14:49 sportfrei 3

@1
Mache dich lieber nochmal kundig.