HFC-Test gegen Lok Leipzig HFC-Trainer Ziegner: "Es wird täglich schwerer"

Beim Testspielerfolg gegen Lok Leipzig setzt der HFC die Inhalte des Trainingslagers gut sichtbar um. Einige jüngere Spieler brauchen aber noch etwas, um sich an die Anforderungen bei den Rot-Weißen zu gewöhnen.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Sebastian Mai (HFC) gegen Maik Salewski (Lok Leipzig) im Testspiel des HFC Hallescher FC vs. 1. FC Lok Leipzig 03.07.2019.
Sebastian Mai war an vielen HFC-Angriffen beteiligt Bildrechte: imago images / VIADATA

Diesen Test wollte sich beim HFC keiner entgehen lassen. Scout Björn Ganser – erst vor wenigen Tagen Vater geworden – nicht, und auch Jens Rauschenbach nicht. Schon zum Mittag tauchte der HFC-Präsident am Mittwoch in der Sportschule Bad Blankenburg auf, wo der Hallesche FC in dieser Woche sein Trainingslager absolviert. Beide sollten die Reise nach Thüringen nicht bereuen. Denn sie sahen ein unterhaltsames Testspiel gegen Lok Leipzig, dass der HFC mit 4:0 gewann. 

Bedeutender als das Ergebnis waren aber die Erkenntnisse, die die Beobachter, genau wie das Trainerteam, aus diesem Test ziehen konnten. Die wichtigste: Die Mannschaft hat die Inhalte des Trainingslagers verinnerlicht und gegen den ersten ernstzunehmenden Gegner der Vorbereitung auch über weite Strecken umgesetzt. Schwerpunkte waren in den vergangenen Tagen das Passspiel und das Spiel über Außen. 

Mai vergibt mehrfach

Das war von Beginn an zu sehen. In der ersten Halbzeit verlagerte der HFC immer wieder die Seiten und kombinierte sich über die Außen mehrfach sehenswert nach vorn. Nach Ballgewinnen ging es auch durch das Zentrum schnell. Und insbesondere Sebastian Mai kam immer wieder in aussichtsreicher Position zum Abschluss. Ein Tor blieb dem Hünen jedoch versagt. Stattdessen sorgte der ebenfalls starke Julian Guttau für die Halbzeitführung. 

Nach zahlreichen Wechseln begann die zweite Halbzeit schleppend. Später berappelte sich der HFC und schnürte Lok phasenweise in der eigenen Hälfte ein. Immer wieder zwangen die Rot-Weißen die Leipziger schon am eigenen Strafraum zu Fehlern. Der zum Schluss eingewechselte Davud Tuma und Jonas Nietfeld schraubten das Ergebnis in eine dem Spielverlauf angemessene Höhe.

Toni Lindenhahn (HFC) beglückwünscht den Torschützen Julian Guttau (HFC) zum 1:0 im Testspiel des HFC Hallescher FC vs. 1. FC Lok Leipzig 03.07.2019.
Julian Guttau bejubelt seinen Treffer zusammen mit Toni Lindenhahn. Bildrechte: imago images / VIADATA

"Möchten an letztes Jahr anknüpfen"

Trainer Torsten Ziegner war anschließend zufrieden: "Die Jungs wissen im Grundsatz, was unser Plan und unsere Idee ist. Wie wir mit Ball und gegen den Ball agieren wollen. Das waren viele  Sachen, die heute gut funktioniert haben. Es war sehr ordentlich. Es ist möglich an das anzuknüpfen, was wir letztes Jahr gemacht haben – mit einer besseren Qualität. Damit meine ich vor allem die mannschaftliche Qualität."

Ballgewinne am Sechzehner, wie in der zweiten Halbzeit, könne man zwar nicht planen, erklärt der Trainer. Jedoch werde das Flügelspiel ein wichtiges Thema bleiben. 

Auch in Zukunft mit Dreierkette

Die zweite Erkenntnis: Die Dreierkette bleibt. Zum Saisonende hatte Torsten Ziegner noch einen Wechsel hin zur Viererkette überlegt. Nun sagt er: "Wir haben heute 3-5-2 gespielt – unser System aus der letzten Saison. Das wird auch unser System bleiben. Denn warum sollten wir etwas, das gut funktioniert hat, in den Schubladen verschwinden lassen." Trotzdem arbeitet er natürlich daran, dass sein Team im Notfall auch mit einer defensiven Viererkette spielen kann. 

Korrekturbedarf bei jüngeren Spielern

Zu guter Letzt bleibt die Gewissheit, dass einige jüngere Spieler durchaus noch etwas brauchen werden, bevor sie ernsthafte Startelfkandidaten werden. So etwa Nick Galle, der in der ersten Halbzeit als Offensivspieler auf der linken Außenbahn so seine Probleme hatte. Für Ziegner war das nicht dramatisch: "Nick Galle ist ein junger Spieler, der diese Außenbahnposition in der Vergangenheit nicht kannte. Deswegen darf er da auch Fehler machen. Da werden ihm Hinweise helfen." Und Hinweise gab Ziegner reichlich. 

Genau wie an den spät eingewechselten Davud Tuma. Doch bei ihm liegt das Problem anders. Denn die Schwächen sind die gleichen, wie schon im Vorjahr, hat Ziegner beobachtet: "Als Individualist ist er super. Das hat er bei beiden Toren gezeigt. Aber im Mannschaftsgefüge braucht er immer jemanden, der ihn daran erinnert, wieder mitzuarbeiten."

Torsten Ziegner (Chef-Trainer, HFC) , Ralf Heskamp (Sportdirektor, HFC) und unser Scout beobachten das Geschehen im Testspiel des HFC Hallescher FC vs. 1. FC Lok Leipzig 03.07.2019.
HFC-Coach Torsten Ziegner, Scout Björn Ganser und Sportdirektor Ralf Heskamp diskutieren ihre Beobachtungen. Bildrechte: imago images / VIADATA

Julian Guttau startet durch

Im Gegensatz dazu hat Julian Guttau einen deutlichen Sprung gemacht, berichtet Ziegner mit Freude: "Die Entwicklung bei Julian Guttau freut mich und überrascht mich auch nicht mehr all zu sehr. Konstanz ist da ein wichtiges Thema. Bei solchen Spielern muss man auch immer mal damit rechnen, dass sie mal eine Welle durchschreiten. Er ist auf einem guten Weg, durchzustarten."

Das bringt den Trainer so in eine Zwickmühle. Den eigentlich hat der eine klare Idee, wie die Startelf aussehen soll. Doch weil der Konkurrenzkampf sehr hoch ist, "wird die Entscheidung, wer im ersten Spiel aufläuft, jeden Tag schwerer", so Ziegner. Für ihn ist das Problem und Luxus zugleich. Denn er entscheidet, wie das Team aussieht, dass nicht nur den Scout und den Präsidenten begeistern soll. Sondern Woche für Woche die HFC-Fans. 

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 04. Juli 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2019, 08:06 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

04.07.2019 14:11 revolvere 1

und gleich im ersten Heimspiel hansa, das wird ne volle hütte. da muss ich diesmal wohl schon früher losfahren wie sonst.

Mehr Sport aus Sachsen-Anhalt