Eine Fußball-Mannschaft feiert einen Fußballer nach einem Tor.
Der HFC rockt in Liga 3. Bildrechte: imago images/VIADATA

Sieg gegen Großaspach HFC ganz oben: Kein Spitzenreiter für eine Nacht

Der Hallesche FC hat seine Stärken bewahrt und seine Schwächen abgebaut. Deshalb steht er nun an der Tabellenspitze. Und könnte sich dort durchaus länger halten, glaubt MDR-SACHSEN-ANHALT-Redakteur Oliver Leiste. Ein Kommentar.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Eine Fußball-Mannschaft feiert einen Fußballer nach einem Tor.
Der HFC rockt in Liga 3. Bildrechte: imago images/VIADATA

Der Hallesche FC steht an der Spitze der 3. Liga. Vorerst nur für eine Nacht, aber immerhin. Braunschweig könnte am Sonntag wieder vorbeiziehen. Im achten Jahr in Liga 3 ist es das zweite Mal überhaupt, dass die Rot-Weißen die Tabelle anführen. Das erste Mal war im Juli 2016, nach einem hohen Sieg am ersten Spieltag. Ein Ereignis, ohne jede Aussagekraft für den weiteren Saisonverlauf damals.

Natürlich ist die Tabelle auch nach sieben Spieltagen noch nicht besonders aussagekräftig. Trainer geben gemeinhin nach zehn Spieltagen ein erstes Zwischenfazit ab. Und entscheidend ist ohnehin die Platzierung nach 38 Spieltagen, klar.

Dennoch ist die vorübergehende Tabellenführung des HFC ist ein klares Signal an die Konkurrenz. Nach Platz vier im Vorjahr wollen die Rot-Weißen diesmal ernsthaft im Aufstiegskampf mitmischen.

Stärken bewahrt, Schwächen abgebaut

Dafür haben sie sich im Sommer sinnvoll verstärkt. Die Kunst, sich die eigenen Stärken zu bewahren, scheint dabei gelungen. Nach wie vor ist eine stabile Defensive die Basis für das HFC-Spiel. In vier von sieben Spielen blieb die Mannschaft von Torsten Ziegner ohne Gegentor. Vier Gegentreffer sind aktuell Ligabestwert. Zudem spielt der HFC weiterhin attraktiv, mutig und wuchtig. Phasenweise sogar mitreißend. Die Spieler attackieren früh, zwingen den Gegner zu Fehlern und kommen so zu Torchancen.

Das große Manko war bisher die Chancenverwertung. Doch hier scheint der HFC deutliche Fortschritte gemacht zu haben. Zuletzt gelangen sieben Tore in zwei Spielen. Mit 14 erzielten Toren gehört der Hallesche FC – im Gegensatz zur Vergangenheit – auch hier aktuell zu den Topteams. Zudem hat sich Terrence Boyd glänzend eingefügt und erfüllt die erhoffte Rolle als Torjäger mit Bravour. Vier Tore hat der Angreifer in vier Ligaspielen bereits erzielt, hinzu kommt eine Vorlage.

"Mehr Kopf, weniger wild"

Torsten Ziegner erklärte unter der Woche, dass sein Team noch mehr mit Kopf und nicht mehr ganz so wild spielen solle. Die Partien in Unterhaching und gegen Großaspach zeigten genau das. "Nach dem Unterhachingspiel haben viele gesagt, so spielt eine Spitzenmannschaft", sagte Ziegner im Gespräch mit dem HFC-Fanradio. "Aber bis dato haben wir genau einmal so gespielt. Ziel muss es sein, das Woche für Woche zu bringen." Gegen Großaspach konnten die Saalestädter den starken Eindruck bestätigen.

Nach der Landespokalpause muss der  HFC in Ingolstadt antreten. Zwei Wochen später steht das Auswärtsspiel in Braunschweig an. Die beiden Absteiger aus der 2. Bundesliga zählen zu den großen Aufstiegsfavoriten. Im vergangenen Jahr versagtem dem HFC gegen die Spitzenteams regelmäßig die Nerven. Nun kann das Team im September beweisen, dass es tatsächlich einen Schritt weiter ist. Das Zeug dazu hat die Mannschaft allemal.

Nach diesen beiden Spitzenspielen ist dann ein Viertel der Saison absolviert. Die Tabelle gewinnt allmählich an Gewicht. Und es ist durchaus möglich, dass der Hallesche FC auch dann noch ganz oben steht. Länger als nur ein Nacht.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 31. August 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2019, 09:45 Uhr

1 Kommentar

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