Badkurvenversteher | Folge 27 Wie Lutz Schülbe 1992 den HFC rettete

Lutz Schülbe hat mit dem Halleschen FC große Erfolge gefeiert. Doch als er seinen Herzensclub am meisten brauchte, ließ dieser ihn hängen. Trotzdem ist Schülbe – der auch Präsident des BSV Ammendorf ist – dem HFC noch immer verbunden.

Oliver Leiste
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von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Lutz Schülbe Podcast 61 min
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Lutz Schülbe hat mit dem HFC große Erfolge gefeiert. Doch als er seinen Herzensclub am meisten brauchte, ließ dieser in hängen. Trotzdem ist Schülbe dem HFC, auch als Präsident des BSV Ammendorf, noch immer verbunden.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mo 06.01.2020 10:00Uhr 60:49 min

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Zwischen 1985 und 1992 spielte Lutz Schülbe für den Halleschen FC und gehörte in dieser Zeit zu den besten Torschützen bei den Hallensern. In der Neujahrsfolge des "Badkurvenverstehers" spricht er unter anderem über ...

… sein letztes HFC-Spiel im Stadion – ab Minute 1:00

"Das war das Eröffnungsspiel gegen den HSV. Oder vielleicht noch einmal danach gegen Dynamo Dresden.” Schülbe trifft man also nur noch äußerst selten beim HFC an. Doch das hat nichts damit zu tun, dass ihn der Verein nicht mehr interessiert, erzählt er im Anschluss. "Das war mein Verein und wird es auch immer bleiben”, so Schülbe. 

… die schönste Zeit seiner Karriere – ab Minute 4:00

Mit Dynamo Dresden spielte Schülbe im Europapokal. Er wurde Vizemeister der DDR-Oberliga und gewann zwei Mal den FDGB-Pokal. Trotzdem sagt er: "Beim HFC hatte ich meine schönste Zeit." Und das obwohl er gleich zu Beginn seiner HFC-Zeit mit einer schweren Verletzung lange ausfiel.

… Umwege in den Profifußball – ab Minute 7:00

In der Jugend spielte Schülbe erst beim kleinen MK Eisleben und später bei Dynamo Eisleben. Obwohl der HFC und auch BFC Dynamo ihn früh im Blick hatten, fiel er bei Probetrainings immer wieder durch. "Der Zufall wollte es, dass ich mit 17 schon in der ersten Mannschaft bei Dynamo Eisleben gespielt habe. Es war Sommerpause und es stand ein Spiel gegen eine A-Jugend in Dresden an. Unsere älteren Spieler hatten da keine Lust." Schülbe dagegen fuhr mit – und machte nachhaltig auf sich aufmerksam.

… den Wechsel zum HFC – ab Minute 13:30

Transfers, wie man sie heute kennt, waren im DDR-Fußball nicht vorgesehen. Wechseln konnte man nur mit Zustimmung der Parteifunktionäre. "Ich war dann das vierte Jahr in Dresden, als Klaus Sammer Trainer wurde. Danach habe ich plötzlich keine Rolle mehr gespielt und wurde phasenweise sogar in die zweite Mannschaft abgeschoben." Schülbe wollte wechseln, doch er durfte nicht. Deshalb griff er zu einer List.

Zwei Männer stehen im MDR Studio in Halle
Lutz Schülbe (l.) und Oliver Leiste nach der Aufzeichnung des Podcasts in Halle. Bildrechte: MDR/ Maria Hendrischke

… den Putsch im Trainingslager 1990 – ab Minute 25:30

"Ich habe eine Revolte organisiert", erzählt Schülbe. "Aber nicht, weil ich gegen den Trainer (Karl Trautmann – Anm. d. Red.) etwas hatte. Darum ging es nicht. Aber ich war sehr ehrgeizig, wollte Erfolg und war Kapitän der Mannschaft. Und ich habe gesehen, dass das eine oder andere im Training nicht mehr stimmte. Ich war der Meinung, dass das damals nicht mehr der passende Trainer war, für die gute Mannschaft, die wir hatten." Schülbe besorgte sich die Rückendeckung aller Spieler und ließ dann über den Trainer abstimmen. Keine saubere Aktion, sagt er selbst, doch der Erfolg gab ihm und dem HFC später recht.

… sein bitteres Karriereende – ab Minute 30:00

In einem der letzten Spiele in der 2. Bundesliga verletzte sich Lutz Schülbe und musste seine Karriere beenden. Für diesen Fall hatten er und auch der HFC eine Versicherung abgeschlossen. 200.000 Mark standen Schülbe zu. Doch aufgrund eines Formfehlers vom HFC verweigerte die Versicherung die Zahlung. Obwohl Schülbe nun selbst vor einem kompletten Neubeginn stand, entschied er sich dagegen, den HFC zu verklagen. "Ich habe nicht daran gedacht, mir da Kohle zu ziehen. Das bin nicht ich." Es hieß also anpacken. "Druck war ich als Fußballer gewohnt", sagt Schülbe heute, wenn er erzählt, wie er damals sein neues Leben organisierte.

… seine Anfänge in Ammendorf – ab Minute 38:00

"Ich wollte schon immer was im Fußball machen, wollte mich aber nicht finanziell davon abhängig machen", sagt Schülbe. Und als sein Sohn Fußball spielen wollte, landeten beide beim BSV Halle-Ammendorf. Während Junior kickte, wurde Vater bald zur prägenden Figur des Vereins – und ist es bis heute geblieben. "Dort habe ich mein Glück gefunden", berichtet er stolz.

… seinen großen Traum – ab Minute 42:00

Für Ammendorf geht es nicht darum, immer weiter aufzusteigen, um sich irgendwann mit dem HFC messen zu können, erzählt Lutz Schülbe. "Unsere Aufgabe ist es, in der höchsten Spielklasse Sachsen-Anhalts erfolgreich zu sein." Sprich in der Verbandsliga. "Aber wir wollen den HFC mal im Landespokal ärgern. Und mein großes Ziel ist es, mal den Landespokal zu gewinnen und in den DFB-Pokal einzuziehen. Dann hätten wir in Ammendorf alles erreicht."

Männer der Woche 2019/20

Saison 2019/20: HFC-Männer der Woche

Jede Woche küren die HFC-Experten von MDR SACHSEN-ANHALT den Mann der Woche.

Sebastian Mai
Hinrunde – Sebastian Mai:
"Sebastian Mai ist einer, der sicherlich am konstantesten seine Leistung gebracht", sagt Ralf Heskamp. Seinen Ausfall konnte der HFC nur bedingt kompensieren. Zu Saisonbeginn noch als Stürmer eingesetzt, spielt Mai inzwischen wieder in der Verteidigung. Und geht als Leadertyp voran.
Bildrechte: imago images/Karina Hessland
Sebastian Mai
Hinrunde – Sebastian Mai:
"Sebastian Mai ist einer, der sicherlich am konstantesten seine Leistung gebracht", sagt Ralf Heskamp. Seinen Ausfall konnte der HFC nur bedingt kompensieren. Zu Saisonbeginn noch als Stürmer eingesetzt, spielt Mai inzwischen wieder in der Verteidigung. Und geht als Leadertyp voran.
Bildrechte: imago images/Karina Hessland
Sebastian Mai - Hallescher FC
18. Spieltag –Sebastian Mai:
Bei der 0:1-Niederlage in Kaiserslautern war Sebastian Mai einer der wenigen HFC-Akteure mit Normalform. Außerdem fand er nach der Pleite deutliche Worte für die Leistung des HFC.
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Antonios Papadopoulos (HFC)
17. Spieltag – Antonios Papadopoulos:
"
Papadopoulos hat in den letzten Wochen gezeigt, dass er im Formhoch ist und in der Lage, Lücken zu schließen" sagt Uwe Striesenow vom HFC Fanradio und kürt den HFC-Mittelfeldspieler nach dem Sieg gegen Duisburg zum Mann der Woche.
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Pascal Sohm
16. Spieltag – Pascal Sohm:
Pascal Sohm köpfte beim 3:0-Erfolg in Jena zur Führung ein – und war einer der besten HFC-Kicker.
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Torsten Ziegner
15. Spieltag – Torsten Ziegner:
Der Trainer hatte Geburtstag und er hat seinen Vertrag verlängert. Nach dem schwachen HFC-Auftritt gegen 1860 ist er deshalb einziger Bewerber für den "Mann der Woche".
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Der HFC Fußballspieler Niklas Kastenhofer.
14. Spieltag – Niklas Kastenhofer:
Der 20 Jahre alte Verteidiger war im Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg noch einer der besten HFC-Kicker. "Er hat das gut gemacht", sagt HFC-Experte Stephan Weidling nach der 0:1-Niederlage über den Verteidiger.
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Terrence Boyd feiert sein Tor zum 2:0 mit Pascal Sohm Jonas Nietfeld.
13. Spieltag – Terrence Boyd:
Nach dem Spiel gegen Meppen erinnerte Boyd (r.) im Interview mit Magentasport an das Attentat in Halle. "Fußball ist Nebensache", erklärte der Stürmer. "Es zeugt von Größe, wenn man sich professionelle Hilfe holt." Diese Aussage steht für sich, glaubt HFC-Torwarttrainer Marian Unger und sie zeigt, "dass der Terrence auch über den Tellerrand gucken kann." Deshalb ist er der Mann der Woche.
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Jonas Nietfeld (HFC)
12. Spieltag – Jonas Nietfeld:
Der Offensivmann steuerte einen Treffer zum 4:0-Sieg in Mannheim bei. In den vergangenen Wochen zeigte Nietfeld aufsteigende Form und ist unverzichtbar für den HFC.
Bildrechte: IMAGO/MaBoSport
Menschen stehen auf dem Marktplatz neben Blumen und Kerzen, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen und um zu Trauern.
11. Spieltag – die Hallenser und Hallenserinnen: Die Menschen in Halle stehen zusammen und geben sich gegenseitig Halt und Kraft. So versuchen sie den Terror vom Mittwoch gemeinsam zu verarbeiten. Diese Solidarität wird im „Mann der Woche“ gewürdigt. Bildrechte: dpa
Jubel von Terrence Boyd (HFC) und Pascal Sohm (HFC) im Spiel des HFC Hallescher FC vs. SG Sonnenhof Groߟaspach e.V..
9. Spieltag – Pascal Sohm:
Beim 2:2 gegen Preußen Münster erzielte der 27 Jahre alte Angreifer den Ausgleichstreffer nach Rückstand. Es war sein zweites Saisontor. Außerdem stehen zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bereits fünf Vorlagen auf seinem Konto.
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Treffer für Halle - Torwart Fabijan Buntic ( 24,FCI) - Robin Krausse ( 23,FCI) - Björn Paulsen ( 4,FCI) - Terrence Boyd ( 13 HFC).
8. Spieltag –Terrence Boyd:
Der Stürmer trifft aktuell nach Belieben. Auch gegen Ingolstadt war er zwei Mal erfolgreich. "Für die zwei Tore kann man ihn sicherlich hervorheben", sagt Sebastian Mai. "Aber eigentlich müsste man jeden hervorheben."
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Spielszene Sommertour HFC - VFL Roßbach Benfizspiel
1. Runde Landespokal – Julian Guttau: "Der 19-Jährige hat eine große Entwicklung genommen", berichtet Stephan Weidling. "Er ist Stammspieler, hat zuletzt gespielt und getroffen." Und inzwischen ist er, zumindest indirekt, sogar bei der Nationalmannschaft im Gespräch. Bildrechte: imago images / Köhn
Eine Fußball-Mannschaft feiert einen Fußballer nach einem Tor.
7. Spieltag – Patrick Göbel:
Der HFC rockt gemeinsam in der 3. Liga. Und "Patrick Göbel (2.v.l.) schießt schönere Tore als ich", sagt Terrence Boyd über den Kollegen, den er zum zum "Mann der Woche" kürt.
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Felix Schroeter (Unterhaching) scheitert an Kai Eisele ( Hallescher FC).
6. Spieltag – Kai Eisele:
"Es war eine aufregende Woche für Kai Eisele. Er wurde zum ersten Mal medial angezählt. Das geht sicher nicht spurlos an ihm vorbei. Er wusste auch, dass er unter Beobachtung steht. Doch diesmal hat er es sehr gut gemacht und hatte keinen Wackler drin", meint Stephan Weidling. Und als Krönung parierte Eisele gegen Unterhaching einen Elfmeter.
Bildrechte: imago images/Philippe Ruiz
Patrick Göbel läuft mit Sohn Romeo über den Fußballplatz.
5. Spieltag - Romeo Goebel:
Weil Patrick Göbel keinen Spieler herausheben möchte, hat er eine ungewöhnliche Idee und nominiert seinen Sohn Romeo. "Er hat seinen ersten Kennenlerntag im Kindergarten geschafft und ist für mich eigentlich immer Mann der Woche", so der HFC-Spieler.
Bildrechte: MDR/ Patrick Göbel
Felix Drinkuth jubelt nach seinem Treffer zum 1:0
DFB-Pokal – Felix Drinkuth:
Bei der 3:5-Pleite gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg schoss der Stürmer ein Hammer-Tor – und präsentierte sich auch sonst glänzend.
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Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. Januar 2020 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Januar 2020, 10:08 Uhr

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