Torsten Ziegner
Torsten Ziegner bleibt bis 2021 Trainer des Halleschen FC. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Trainer bleibt beim HFC Ziegners Verlängerung ist eine Win-Win-Situation

Trainer Torsten Ziegner hat seinen Vertrag beim Halleschen FC um ein Jahr verlängert. Das ist eine logische Folge der sportlichen Entwicklung. Und ein klares Signal für die kommenden Monate, findet MDR-SACHSEN-ANHALT-Redakteur Oliver Leiste. Ein Kommentar.

Oliver Leiste
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von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Torsten Ziegner
Torsten Ziegner bleibt bis 2021 Trainer des Halleschen FC. Bildrechte: imago images / Picture Point LE

Der Trainer bleibt. Torsten Ziegner hat seinen Vertrag beim Halleschen FC um ein Jahr verlängert – mit einer automatischen Verlängerung um ein weiteres Jahr im Aufstiegsfall. Das hat der Verein am Donnerstag bekannt gegeben.

Von der grauen Maus zum Spitzenteam

Dieser Schritt ist eine Bestätigung für die gute Entwicklung der Mannschaft in den zurückliegenden Monaten. Und damit folgerichtig. Bei Ziegners Amtsantritt war der HFC eine graue Maus in der 3. Liga. Drei 13. Plätze in Folge sprachen Bände, das Stadion war weitgehend leer gespielt. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es Ziegner, aus einer komplett neu zusammengestellten Mannschaft ein richtiges Team zu formen. Die Spieler – auch die, die oft auf der Bank sitzen – schwärmen regelmäßig von ihrem Trainer. Ziegner schafft es, sie alle mitzunehmen.

Und er hat eine Spielweise etabliert, die auch die Fans begeistert. Mutig und mitreißend – so präsentierte sich der HFC oft in den vergangenen anderthalb Jahren. Dass sich die Rot-Weißen zu einem Spitzenteam der 3. Liga entwickelt haben, trägt ebenfalls zu einem erhöhten Zuschauerinteresse bei. Aktuell kommen im Schnitt gut 2.000 Fans mehr zu den Heimspielen als vor zwei Jahren. All das ist zu einem großen Teil Ziegners Verdienst.

Ziegner Podcast 57 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Mi 22.05.2019 17:30Uhr 56:53 min

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Auch Ziegner profitiert

Umgekehrt profitiert auch Ziegner vom Halleschen FC. Manch einer schüttelte den Kopf, als der Trainer aus Zwickau kam und erklärte, er wolle den nächsten Schritt machen. Schließlich wechselte er vom 15. der Tabelle zum 13. Es zeigte sich schnell, dass Ziegner in Halle tatsächlich bessere Möglichkeiten hat – und diese auch zu nutzen weiß. Nicht umsonst spielte seine Mannschaft in der vergangenen Saison bis zum Schluss um den Aufstieg mit.

In der aktuellen Saison wurde das Team noch einmal verstärkt. Ziegner weiß also, im Umfeld wird alles getan, um ihm gute Bedingungen zu verschaffen. Diesen Umstand nimmt er dankbar zur Kenntnis. Der Trainer strebt immer nach dem Maximum, will irgendwann in die Bundesliga. In Halle bekommt er die Möglichkeit, erfolgreich zu sein und sich dadurch zu empfehlen. Und wenn er es tatsächlich schafft, einen kleinen Verein wie den HFC in die zweite Bundesliga zu führen, macht er sich automatisch interessant für höherklassige Klubs. Es ist also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Torsten Ziegner - vom Erfolgsspieler zum Erfolgstrainer

Thorsten Görke, Torsten Ziegner und Faruk Hujdurovic bei Schlußjubel, 2004
Als Fußballer schlug Ziegner (Mitte, links Thorsten Görke, rechts Faruk Hujdurovic) beim FC Carl Zeiss Jena Wurzeln. Seit 1991 spielte der 41-Jährige für die Thüringer und bestritt in der Saison 1995/96 sein erstes Zweitligaspiel für Jena. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Thorsten Görke, Torsten Ziegner und Faruk Hujdurovic bei Schlußjubel, 2004
Als Fußballer schlug Ziegner (Mitte, links Thorsten Görke, rechts Faruk Hujdurovic) beim FC Carl Zeiss Jena Wurzeln. Seit 1991 spielte der 41-Jährige für die Thüringer und bestritt in der Saison 1995/96 sein erstes Zweitligaspiel für Jena. Bildrechte: imago images / Matthias Koch
Sascha Maier gegen Torsten Ziegner, 2002
Bis 1998 spielte Mittefeldmann Ziegner in Jena, danach zog er aus. Zwickau, Stuttgarter Kickers, Erfurt (Bild aus der Saison 2002), Mainz und wieder zurück nach Jena. Bildrechte: imago images / Alfred Harder
Schlußjubel von Torwart Christian Person, Torsten Ziegner, Sebastian Hähnge und Holger Hasse, 2006
Ziegner hatte viel zu lachen in Jena, erlebte aber auch dunkle Seiten. Am 3. Mai 2011 wurde er suspendiert. Er verließ seinen Herzensverein und wechselte noch einmal zum FSV Zwickau, wo er seine Karriere als Spieler im Sommer 2012 beendete. Bildrechte: imago images / Picture Point
Torsten Ziegner
Eine Fußballpause gab es nicht. Ziegner startet bei den Westsachsen in Zwickau direkt als Trainer durch. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Torsten Ziegner umarmt Marco Rose
Und traf auf alte Bekannte: Marco Rose, den Ziegner während seiner Mainz-Zeit kennengelernt hatte, gastierte 2012 als Trainer von Lok Leipzig in Zwickau. Bildrechte: imago images / Picture Point
Trainer Torsten Ziegner (FSV) jubelt
Sein größter Erfolg als Trainer bisher: Am 29. Mai 2016 jubelt Ziegner nach einem 1:0-Sieg gegen Elversbergüber den Aufstieg in die 3. Liga . Bildrechte: IMAGO
In drei Reihen stehen Spieler, Trainer und weitere Mitglieder des HFC und posieren für ein Mannschaftsfoto.
2018 ist in Zwickau Schluss. Als der Wechsel zum Halleschen FC im Frühjahr bekannt wird, muss er vorzeitig seinen Stuhl bei den Westsachsen räumen, weil er öffentlich um FSV-Spieler für seinen neuen Verein buhlte. Bildrechte: imago/VIADATA
Torsten Ziegner
Und wie es der Zufall wollte: Das erste Spiel als Trainer des Halleschen FC bestritt Ziegner beim FSV Zwickau. Nach 90. Minuten stand eine 0:2-Niederlage zu Buche. Der Start hätte schöner sein können, doch was dann folgte, konnte sich sehen lassen. Der HFC steigerte sich enorm und beendete die Vorsaison als Vierter. Bildrechte: imago/Eibner
Torsten Ziegner Trainer von Halle und Stefan Kraemer, Trainer von Magdeburg stehen im Stadion
In diesem Jahr spielen die Hallenser seit Saisonbeginn oben mit und sind tabellarisch gesehen aktuell die Nummer 1 in Sachsen-Anhalt, auch wenn das Derby gegen den 1. FC Magdeburg kürzlich mit 0:1 verloren ging. Der HFC peilt die 2. Liga an - mit Torsten Ziegner, der seinen Vertrag am 7. November bis 2021 verlängerte. Bildrechte: imago images/Jan Huebner
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Signal für die Zukunft

Doch die Vertragsverlängerung ist nicht eine Bestätigung der gemeinsamen Erfolge, sie ist auch ein Signal. Dafür, das der gemeinsame Weg auch weitergeht, wenn der Aufstieg im kommenden Frühjahr noch nicht klappen sollte. Dann wird der HFC einen neuen Anlauf nehmen.

Zudem ist Ziegners Verlängerung auch ein Zeichen an die Spieler. Elf Verträge laufen aus, darunter die von Leistungsträgern wie Sebastian Mai, Baxter Bahn oder Pascal Sohm. Sie wissen nun, was sie erwartet, wenn sie sich für einen Verbleib beim HFC entscheiden. Und mögliche Neuzugänge können frühzeitig angesprochen werden, weil klar ist, für welchen Weg Ziegner und der HFC gemeinsam stehen. Auch das ist sicher kein Nachteil.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. November 2019 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 13:33 Uhr

1 Kommentar

peter1. vor 1 Wochen

Bei aller Euphorie sollte man nicht vergessen wer den Trainerdeal damals eingefädelt hat. Es war Expräsident Dr. Schädlich,sollte man nicht vergessen.
Auf jeden Fall dem Trainerteam weiter viel Erfolg. Und vielleicht klappt es mit einer automatischen Verlängerung bis 2022.

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