Erstklassig – die Kolumne über den MBC Silvano Poropat ist der beste Mann für die Mission Klassenerhalt

Sportredakteur Daniel George begleitet die Bundesliga-Saison des Mitteldeutschen Basketball Clubs für MDR SACHSEN-ANHALT. Er meint: Die Rückkehr von Erfolgstrainer Silvano Poropat ist für die Weißenfelser ein Riesenschritt auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Daniel George
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von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Silvano Poropat für MBC Kolumne
Silvano Poropat ist zurück beim MBC. Bildrechte: MDR/Leue/Imago

So ganz weg war Silvano Poropat nie. Nach seinem freiwilligen Abschied am zweiten Weihnachtsfeiertag 2015 blieb der Kontakt zwischen ihm und dem MBC bestehen. Auch eine Rückkehr war zwischenzeitlich ein Thema – und jetzt ist sie perfekt: Der 47 Jahre alte Kroate übernimmt das Cheftraineramt von Aleksandar Scepanovic und wird bereits beim Auswärtsspiel am Freitagabend in Vechta an der Seitenlinie stehen.

Ein echter Coup für den MBC – und ein Riesenschritt auf dem Weg zum Klassenerhalt!

Poropat versteht die MBC-Philosophie

Silvano Poropat – es ist ein Name, der beim Weißenfelser Anhang für leuchtende Augen sorgt. Viereinhalb Jahre lang führte Poropat die Mannschaft an – so lange wie kein anderer Trainer in der Geschichte des Bundesligisten. Gleich in seiner ersten Saison gelang ihm mit den Wölfen der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse. Dreimal schaffte er den Klassenerhalt, wurde 2013/2014 sogar zum "Trainer des Jahres" gewählt. Seinen Abschied begründete Poropat 2015 mit innerer Leere, Energielosigkeit und der stagnierenden sportlichen Entwicklung. Am Saisonende stieg Weißenfels ab.

Jetzt ist er zurück und hat wieder richtig Lust auf Abstiegskampf. Er kennt den Klub und seine Philosophie. Er weiß, was es bedeutet, mit dem MBC in der Bundesliga zu arbeiten: nämlich Rückschläge einzustecken und trotzdem wieder aufzustehen. Bis zum Schluss um den Klassenerhalt zu kämpfen. Immer voll da zu sein in den Spielen gegen die weitaus finanzstärkere Konkurrenz.

Fehlende Teamchemie beim MBC

Der bisherige Cheftrainer Aleksandar Scepanovic rückt freiwillig zurück ins zweite Glied. Ein Schritt, der Respekt verdient. Wie schon in der vergangenen Spielzeit arbeitet der Landsmann von Poropat künftig wieder als Co-Trainer beim MBC. Drei Siege gelangen ihm in 16 Partien als Hauptverantwortlicher. Zuletzt war jedoch keine Entwicklung mehr zu erkennen – und das trotz vielversprechender Nachverpflichtungen wie dem erfahrenen US-Amerikaner Tremmell Darden.

"Die Spieler müssen mich nicht lieben, sie müssen mich nicht mögen, aber sie müssen ihre Leistung abrufen", hatte Scepanovic vor der Saison in einem Interview erklärt. "Wir müssen alle keine guten Freunde sein." Doch genau daran krankte es zuletzt beim MBC.

Das Potenzial, um gegen fast jede Mannschaft in der Bundesliga mitzuhalten, hat Weißenfels ohne Frage. Das stellte die Mannschaft in dieser Spielzeit immer wieder unter Beweis. Doch: meist nur in vereinzelten Phasen der Partien. Die Spieler mahnten regelmäßig an, dass sich das Team erst finden müsse – was nach 16 Saisonspielen doch längst geschehen sein sollte. Außerdem fehlte den Wölfen oft der Fokus. Gerade zu Beginn der Partien gerieten sie immer wieder in hohen Rückstand. Die Aufholjagden kosteten Kraft.

Klassenerhalt so wichtig wie nie zuvor

Nun ist es an Poropat, die Sinne für den Abstiegskampf zu schärfen und eine Einheit zu formen. Der 47-Jährige ist dafür genau der richtige Mann. Er hat die Rückendeckung der Vereinsführung. Die Fans lieben ihn. Poropat hat Charisma, besitzt eine natürliche Autorität. Ein äußerst intelligenter Mann, der es versteht, unterschiedliche Charaktere einer Mannschaft zusammenzuführen.

Für den MBC ist der Klassenerhalt in dieser Saison so wichtig wie nie zuvor. Die Etat-Mindestanforderungen der Bundesliga werden zur neuen Saison erhöht, die Schere zwischen erster und zweiter Liga noch größer, eine Rückkehr ins Oberhaus immer schwerer. Und genau deshalb hat der MBC jetzt den besten Mann für die Mission Klassenerhalt geholt.

Daniel George
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Über den Autor Daniel George ist zwar zwei Meter lang. Zum Basketball-Profi hat es trotzdem nicht gereicht. Dafür für eine stabile Karriere beim TSV Niederndodeleben, dem besten Dorfverein der Welt.

Weil das eigene sportliche Talent überschaubar war, konzentrierte sich der 26-Jährige früh auf das journalistische Handwerk. Der gebürtige Magdeburger berichtete bereits über zahlreiche Klubs aus Sachsen-Anhalt: die BSW Sixers, die Aschersleben Tigers, den BBC Magdeburg oder den BC Anhalt aus Dessau.

Nun schreibt er in seiner Kolumne "Erstklassig" für MDR SACHSEN-ANHALT regelmäßig über den Mitteldeutschen BC.

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Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 28. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2019, 12:56 Uhr

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