Erstklassig – die Kolumne über den Syntainics MBC Kein Platz für Rassismus – auch nicht in Weißenfels!

Affenlaute als rassistische Beleidigung in der Basketball-Bundesliga? Im Jahr 2019? Ja, das war tatsächlich Realität zum Saisonauftakt beim Syntainics MBC.

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Daniel George neben dem MBC-Logo
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig/Syntainics MBC

Die Solidarität ist riesig – und so muss es auch sein. Profis, andere Klubs, die Liga, sie alle stehen Konstantin Konga unter dem Hashtag #keinPlatzfürRassismus in den sozialen Netzwerken zur Seite. Der Ludwigsburger Profi wurde am Mittwochabend im Auswärtsspiel beim Mitteldeutschen Basketball Club (MBC) rassistisch beleidigt. Mit Affenlauten. Und abfälligen Gesten. In Deutschland. Im Jahr 2019. Es ist so traurig.

Schaden für den gesamten Verein und alle Fans

Auch der Syntainics MBC hat umgehend reagiert und sich bei Konga entschuldigt. Der "Fan" wurde mit einem Hallenverbot mindestens bis zum Jahresende belegt. Gut, dass der Verein den Übeltäter so schnell identifiziert und Konsequenzen gezogen hat. Wer mich fragt: Das Hallenverbot sollte noch viel länger gelten. Mit seiner Aktion hat der Mann dem gesamten Verein, allen anderen Fans geschadet. Der Syntainics MBC ist deutschlandweit in die Negativschlagzeilen geraten.  

Konstantin Konga
Die rassistischen Rufe richteten sich gegen Konstantin Konga. Bildrechte: imago images / wolf-sportfoto

Erst am Tag nach dem Spiel erfuhr der Klub aus Weißenfels von dem Vorfall. Sonst, das beteuert Manager Martin Geissler glaubhaft, hätten die Verantwortlichen früher reagiert, den Anhänger noch während der Partie der Stadthalle verwiesen. Denn: "So etwas hat in einer Halle noch sonst wo etwas zu suchen. Ganz klar sprechen wir uns mit aller Deutlichkeit gegen jede offene oder verdeckte Form von Rassismus aus und distanzieren uns klar davon", so Geissler. 

MBC engagiert sich gegen Rassismus

Seit jeher engagiert sich der Syntainics MBC gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. In einer Region, in der auch rechtsextreme Positionen immer wieder für Probleme sorgen, steht der Basketball-Klub für Toleranz. Regelmäßig besuchen die MBC-Profis beispielsweise Schulen, leben Zusammenhalt ganz unabhängig von Religion oder Hautfarbe vor. Deshalb wäre es nun auch fatal, im Sog der, berechtigten, Empörung alle Anhänger der Wölfe wegen des unfassbaren Verhalten eines Einzelnen zu verurteilen. 

Afrikanischer Nachname seit dem Sommer

Konstantin Konga hieß bis zum Sommer noch Klein mit Nachnamen. Nach der Heirat nahm der 28-Jährige den afrikanischen Namen seiner Frau an. Der Aufbauspieler wurde 1991 in Berlin geboren, spielte für Alba Berlin, Gotha, Frankfurt, Bonn und seit dem vergangenen Jahr für Ludwigsburg. 

Nur sollten sich diejenigen, ebenfalls wenigen, die um den rassistischen Pöbler herum standen und, wie auf den Videoaufnahmen deutlich zu sehen ist, auch noch lachten, ernsthaft hinterfragen. Sie sollten sich fragen, ob solch ein Verhalten in ihren Reihen wirklich Platz hat – oder ob sie dem Mann nicht selber den Weg aus der Halle hätten nahelegen sollen. Und auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben.  

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Daniel George ist zwar zwei Meter lang. Zum Basketball-Profi hat es trotzdem nicht gereicht. Dafür für eine stabile Karriere beim TSV Niederndodeleben, dem besten Dorfverein der Welt.

Weil das eigene sportliche Talent überschaubar war, konzentrierte sich der 26-Jährige früh auf das journalistische Handwerk. Der gebürtige Magdeburger berichtete bereits über zahlreiche Klubs aus Sachsen-Anhalt: die BSW Sixers, die Aschersleben Tigers, den BBC Magdeburg oder den BC Anhalt aus Dessau.

In seiner Kolumne "Erstklassig" schreibt er für MDR SACHSEN-ANHALT regelmäßig über den Mitteldeutschen BC.

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Quelle: MDR/fl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. September 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2019, 20:26 Uhr

1 Kommentar

Sachse44 vor 7 Wochen

Diese Indokttrinierung macht nur noch fassungslos, wie vor 30 Jahren! Abhaun!

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