Halberstadt gegen den HFC Premiere: Schiedsrichterin leitet erstmals Landespokalfinale

Wenn Germania Halberstadt am Samstag im Landespokalfinale auf den Halleschen FC trifft, steht eine Frau auf dem Feld im Mittelpunkt. Denn mit Miriam Schweinefuß wird erstmals eine Schiedsrichterin das Endspiel leiten. Im Interview spricht sie über Akzeptanz, Durchsetzungsfähigkeit und ihr Vorbild.

Schiedsrichterin Miriam Schweinefuß in Nahaufnahme auf dem Platz.
Schiedsrichterin Miriam Schweinefuß wird das Landespokalfinale leiten. Bildrechte: imago/foto2press

Miriam Schweinefuß, Sie leiten das Landespokalfinale. Wie haben Sie von Ihrer großen Aufgabe erfahren?

Vor zwei Wochen hat mich unser Obmann Markus Scheibel angerufen und mir das gesagt. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Wie nervös sind Sie vor so einem großen Spiel?

Ich denke, dass eine positive Anspannung da ist – und auch dazu gehört. Das ist schließlich etwas ganz Besonderes in meiner Fußball-Laufbahn. Man sollte sich da aber nicht verrückt machen, sondern sich einfach darauf freuen.

Stichwort Körpersprache: Haben Sie Signale, die Sie aussenden, um bestimmte Situationen auszuschließen und Abstand zu gewährleisten?

Es ist wichtig, eine klare Körpersprache zu haben, um seine Entscheidungen zu verkaufen und um akzeptiert zu werden. Gerade mit den Händen kann man gut Distanz halten. Das ist gerade als Frau ganz wichtig, weil man nicht die Körpergröße hat wie manche männliche Spieler.

Vor elf Jahren war Ihr Vater Sven Schweinefuß Schiedsrichter beim Landespokalfinale. Ist er Ihr größter Kritiker?

Das kann man schon sagen. Da wird jedes Spiel bewertet und zu Hause auch darüber gesprochen. Jetzt haben wir die Rollen getauscht. Damals saß ich auf der Tribüne und morgen wird er das dann machen.

Gutes Omen für den HFC? Schiedsrichtern liegt bei Schweinefuß' in der Familie. Schon ihr Vater Sven war Referee. 2008 leitete er das Landespokalfinale zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC. Der HFC gewann nach Elfmeterschießen.

Die 24-jährige Miriam Schweinefuß leitet Spiele in der Frauenbundesliga. Bei den Männern wird sie bis zur Verbandsliga eingesetzt.

Sie leiten Bundesligaspiele bei den Frauen, im Herrenbereich sind Sie auch aktiv. Gibt es da Unterschiede, wie Sie bei Männern und Frauen wahrgenommen werden?

In den letzten Jahren hat sich viel verändert. Wir Frauen werden im Männerbereich viel mehr akzeptiert. Man kann die Spiele häufig nicht miteinander vergleichen, die sind schon unterschiedlich. Ich denke aber, dass die Akzeptanz jetzt da ist und sich einiges getan hat.

Fast jeder kennt die Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Ist sie Ihr großes Vorbild?

Bibiana Steinhaus hat eine unglaublich tolle Karriere hingelegt. Da kann jede Schiedsrichterin aufblicken, auf das, was sie erreicht hat und was sie für uns getan hat.

Die Fragen stellte Marco Pahl.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR um 11 | 24. Mai 2019 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Mai 2019, 16:55 Uhr

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2 Kommentare

25.05.2019 17:21 Exil-Sachsen-Anhaltiner 2

#1 ach so: Geografie ist nicht so die Stärke, oder? Halle liegt nördlich von Merseburg, wenn Sie also Halle verunglimpfen wollen, sollten Sie "Merseburg-Nord" dazu sagen.
Aber warum freuen Sie sich nicht einfach auf ein schönes Spiel und darauf, dass nächste Saison 3 sachsen-anhaltinische Mannschaften im DFB-Pokal spielen werden? Wäre doch ein Ansatz.

24.05.2019 18:57 ach so 1

Sehr sehr schön wenn jetzt noch Merseburg Süd in Halberstadt eins übergebraten kriegt und die Möchtegern Kicker mit hängenden Köpfen dahin zurück fahren,dann ist es der perfekte Tag. Jungs aus HSB Haut Ran es werden viele Daumen gedrückt.

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