Zweikampf
Toni Lindenhahn (r.) spielte mit dem HFC unentschieden. Bildrechte: Picture Point

Analyse zum Unterhaching-Spiel Nachholspiele werden für HFC zum Nachteil

Der HFC zeigt gegen Unterhaching erneut eine gute Leistung, gewinnt aber auch das zweite Heimspiel in dieser Woche nicht. Am Ende kämpften die Hallenser nicht nur gegen starke Bayern, sondern auch gegen schwere Beine.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Zweikampf
Toni Lindenhahn (r.) spielte mit dem HFC unentschieden. Bildrechte: Picture Point

Ralf Heskamp hatte schon in der Halbzeit so eine Vorahnung. So erklärte der HFC-Sportdirektor: "Vielleicht sind wir nach dem Nachholspiel gegen Hansa ein bisschen müde." Und tatsächlich wirkte der Hallesche FC im Nachholspiel gegen Unterhaching – insbesondere direkt vor der Pause – platt. Die Gäste aus Bayern drückten den HFC in die eigene Hälfte. In der 42. Minute hatte Halle Glück, dass gleich zwei scharfe Eingaben über die rechte HFC-Seite Richtung Fünfmeterraum irgendwie abgewehrt werden konnten.

Dabei war der HFC zu Beginn des Spiels die bessere Mannschaft, dominierte die Partie. Auch der frühe, verletzungsbedingte Ausfall von Björn Jopek änderte daran zunächst nichts. Der eingewechselte Kilian Pagliuca machte seine Sache ordentlich. Doch Schritt für Schritt gewann Unterhaching mehr Spielanteile. "Da hat sich eine gewisse Lethargie eingeschlichen", analysierte HFC-Kapitän Jan Washausen.

"Abläufe bei Standards stimmen"

Nach der Pause war davon jedoch nichts mehr zu merken. Der HFC begann schwungvoll und kam zu einer Reihe von Standards. Und dadurch auch zu Chancen. In der 48. Minute traf Washausen nach einer Ecke den Ball nicht richtig. Acht Minuten später machte er es besser und traf per Kopf zur Führung. Verwunderlich, dass eine nahezu identische Eckenvariante gleich zwei Mal funktioniert. Nicht unbedingt, glaubt Washausen: "Wir trainieren nicht mehr so viel Standards, wie zu Saisonbeginn. Die Abläufe stimmen mittlerweile. Weil sich die Verteidiger aber mehr auf Sebastian Mai konzentrieren, habe ich mehr Freiheiten."

Das Spiel gegen den Ball hat heute unglaublich viel Kraft gekostet. Diese Kraft hat dann vorne gefehlt.

Torsten Ziegner

Die Führung hielt jedoch keine zehn Minuten. Bei einem Freistoß ließ die HFC-Abwehr Marc Endres aus den Augen und Torwart Kai Eisele machte beim Rauslaufen eine sehr unglückliche Figur – 1:1. Und fortan fiel es dem HFC zunehmend schwer, gegen tief stehende Hachinger Ideen zu entwickeln. Der Wille, doch noch das Siegtor zu erzielen, war unverkennbar. Doch es fehlte an Durchschlagskraft, an Konzentration und auch ein bisschen an Glück. HFC-Trainer Torsten Ziegner erklärte anschließend im Interview bei Telekom Sport: "Das Spiel gegen den Ball hat heute unglaublich viel Kraft gekostet. Diese Kraft hat dann vorne gefehlt."

Opfer der englischen Woche

Und so ist der HFC am Ende womöglich zum Opfer der ausgefallenen Spiele gegen Cottbus und Rostock geworden. Denn während andere Drittligisten nach dem letzten regulären Spieltag am ersten Oktoberwochenende maximal im Landespokal antreten mussten, absolvierte der HFC in der Zwischenzeit die beiden Nachholspiele. Gegen Cottbus ging es gut, Halle gewann 2:1. Doch schon gegen Hansa hatte der HFC Pech. Unmittelbar vor der ursprünglich angesetzten Partie Ende September hatten die Rostocker eine krachende Niederlage gegen Münster kassiert. Sie waren deshalb emotional angeschlagen und hatten zudem ein Spiel mehr in den Beinen. In diesem Zustand wäre es für den HFC vielleicht etwas leichter geworden, die Partie zu gewinnen. Stattdessen nutzte Hansa die Pause, um sich neu zu sortieren und mit einem Sieg gegen den Karlsruher SC das Selbstvertrauen wiederherzustellen. Und konnte anschließend einen Auswärtssieg in Halle feiern.

Jan Washausen (HFC) sieht enttäuscht zu Sebastian Mai.
Das Spiel gegen Hansa Rostock hatte für den HFC auch gegen Unterhaching. (Archivbild) Bildrechte: Karina Heßland-Wissel

Dieses schwere Spiel schleppte der HFC nun als Bürde mit in die Partie gegen Unterhaching. Und konnte sie über neunzig Minuten gesehen nicht vollständig ablegen. Der Eindruck von Ralf Heskamp, er sollte sich letztendlich bestätigen. Und Jan Washausen hat Recht, wenn er sagt: "Ich freue mich, dass wir endlich mal wieder eine normale Woche vor uns haben." So wie ihm dürfte es allen beim HFC gehen.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen - und noch lange nicht genug davon.

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20. Oktober 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2018, 09:32 Uhr

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2 Kommentare

21.10.2018 02:38 Frührentner 2

ja Amateure hatten es schwer, als sie es waren und nicht nur in Buna auf der Lohnliste standen aber tatsächlich nie dem Gestank direkt ausgesetzt. Profis tun weiter nichts als spielen, jammern und klugscheißern

20.10.2018 21:45 ErberlysFlankensteilheit gegen 0 1

Westdeutschen Vereinen scheint es egal zu sein.