Neues Wissenszentrum Sachsen-Anhalt will E-Sport-Land werden

Daniel George
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Mit dem "E-Sport Hub Sachsen-Anhalt" unterstützt das Land virtuellen Sport. Unternehmen oder Schulen sollen von dem Know-how der Digital-Experten profitieren. Wie das funktionieren könnte, zeigt sich in der Corona-Zeit.

eSport Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt verfügt bereits jetzt über viel E-Sport-Fachwissen. Bildrechte: MDR/Imago

Noch befindet sich alles im Aufbau. Doch im Mai soll es richtig losgehen: Dann nimmt das "E-Sport Hub Sachsen-Anhalt" seine Arbeit auf. Dabei handelt es sich um ein vom Land gefördertes Projekt, das Strukturen schaffen will, "um den Wirtschaftsfaktor eSport für Unternehmen zu etablieren, Kompetenzen zu bündeln, Wissen zu transferieren und einen Beitrag zur Stärkung des Landesimage zu leisten", wie es in einer Mitteilung des neuen Wissenszentrums heißt.

Kurz gesagt: Sachsen-Anhalt will zum eSport-Land werden! Projektleiter Martin Müller sagt MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir wollen die eSport-Szene damit nachhaltig stärken – und davon sollen am Ende ganz viele Menschen in Sachsen-Anhalt profitieren."

Martin Müller Magdeburg eSports
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So könnten auch Klassenzimmer nachgebaut werden, wo der Unterricht dann virtuell stattfindet.

Martin Müller, Projektleiter E-Sport Hub Sachsen-Anhalt

E-Sport Hub: Wirtschaftsfaktor, Imagepflege, Aufklärungsarbeit

Die Corona-Krise sorgt aktuell für einen Digitalisierungsschub in zahlreichen Bereichen. Denn plötzlich muss von Zuhause gearbeitet werden, plötzlich muss zu Hause gelernt werden – und plötzlich werden Dinge umgesetzt, über die vorher nur diskutiert wurde. Auch das E-Sport Hub Sachsen-Anhalt befindet sich seit Längerem in Planung, weit vor der Corona-Krise. Nun wurde der Fördermittelbescheid übermittelt.

Das Wissenszentrum trägt als Digitalisierungsprojekt zur Umsetzung der Digitalen Agenda für das Land Sachsen-Anhalt bei und ist mit Mitteln des Landes in Höhe von knapp 200.000 Euro gefördert. Die Aufgaben des Projektes konzentrieren sich auf folgende drei Punkte:

  1. Unterstützung von Unternehmen bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen und Kommunikationsmaßnahmen für die Bindung und Akquise von Fachkräften mittels eSport.
  2. Steigerung des Landesimage als fortschrittliche Region, insbesondere für junge Fachkräfte und die Positionierung Sachsen-Anhalts als eSport-Land
  3. Fachliche Beratung von Politik und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema eSports.

So sollen für Unternehmen beispielsweise Workshops angeboten und Experten vermittelt werden. Schließlich werden in der Games-Branche weltweit mittlerweile Millionen umgesetzt. Auch der Politik wird das Hub beratend zur Seite stehen, genau wie klassischen Sportvereinen oder -verbänden. Außerdem steht die Aufklärungsarbeit bezüglich E-Sport im Fokus, vor allem in Bildungseinrichtungen, bei Kindern, aber auch Pädagogen oder Eltern.

Virtuelle Klassenräume während Corona-Zeit?

Auch wenn das E-Sport Hub seine Arbeit erst richtig im Mai aufnimmt, zeigen sich mögliche Anwendungsgebiete bereits jetzt während der Corona-Krise: Projektleiter Martin Müller ist zugleich Vizepräsident des eSport-Bund Deutschland (ESBD) und Vorsitzender des Vereins Magdeburg eSports. Sein Klub, der mitgliederstärkste eSports-Verein Deutschlands, unterstützt in der kommenden Woche beispielsweise eine Schule mit IT-Technik, informiert über Konferenz- und Streamingmöglichkeiten.

#MDRklärt Darum hat Magdeburg das Zeug zur eSport-Hauptstadt

Viele Menschen in einer ausgeleuchteten Halle.
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Viele Menschen in einer ausgeleuchteten Halle.
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Viele Menschen in einer ausgeleuchteten Halle.
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Im März fand im polnischen Kattowitz die elfte Saison der (Intel Extreme Masters) E-Sport Turniere statt.
Bildrechte: Electronic Sports League/Helena Kristiansson
Im März fand im polnischen Kattowitz die elfte Saison der (Intel Extreme Masters) E-Sport Turniere statt.
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Im März fand im polnischen Kattowitz die elfte Saison der (Intel Extreme Masters) E-Sport Turniere statt.
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Texttafel: "Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert"
Mehr Erklärgrafiken und -videos auf Instagram @mdrklaert Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Außerdem haben einige Mitglieder im Spiel "Minecraft" die "Unitheke" in Magdeburg nachgebaut – und treffen sich dort virtuell, weil die realen Kneipen geschlossen sind. "Das ist natürlich nur ein Spaß, aber das ließe sich auch auf andere Bereiche adaptieren", erklärt Martin Müller. "So könnten dort zum Beispiel auch Klassenzimmer nachgebaut werden, wo der Unterricht dann virtuell stattfindet."

Möglichkeiten gibt es im digitalen Raum zahlreiche – und Nachholbedarf auch, das zeigt die Corona-Krise. Martin Müller aber sieht vor allem die Chancen: "Ich bin selber Vater eines Sohnes und würde Eltern nur raten, sich mit dem zu beschäftigen: Was spielt mein Kind da eigentlich? Vielleicht kann man auch mal zusammen einen Stream gucken, sich das Hobby einfach erklären lassen."

Und natürlich: "Man sollte auch auf den Ausgleich achten, die Kinder auch mal an die frische Luft schicken", sagt Müller. "Es sind ja auch keine Ferien, also haben sie auch Schulaufgaben. Sie sollen nicht den ganzen Tag zocken." Auch wenn das viele Eltern mit dem E-Sports verbinden – mit solchen Vorurteilen aufzuräumen, soll schließlich auch eine Aufgabe des E-Sport Hub Sachsen-Anhalt sein.

E-Sport während der Corona-Krise – stellen Sie uns Ihre Fragen!

Ihr Kind muss wegen Corona gerade Zuhause bleiben – und sitzt öfter als sonst vor der Konsole oder dem Computer? Was spielt er da überhaupt? Und welche Möglichkeiten bietet der E-Sport vielleicht sogar in dieser Zeit? Stellen Sie uns Ihre Fragen per E-Mail an daniel.george@mdr.de und wir beantworten sie in der kommenden Woche in unserem neuen Format: "E-Sport ist ... | #mdrklärt".

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Daniel George
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Über den Autor Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport-, Social-Media- und Politik-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.

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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Fr 13.12.2019 14:27Uhr 60:04 min

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Quelle: MDR/dg

1 Kommentar

altmarkboy vor 24 Wochen

Kann Sachsen-Anhalt eigentlich immer nur "Sinnlos" ? Auf jedes galoppierende oder dahergelaufene Schwein springt die Regierung, oder die entscheidenden Verantwortlichen drauf. Leider und immer wieder ohne Substanz und nur von kurzer Dauer. Dann werden sie abgeworfen. Und das Gejammer ist gross. Milliarden Subventionen werden verbrannt und die Landschaft unserer Heimat wird bewußt entstellt und beschädigt. Ob nun Massentierhaltung, Solar-Industrie oder Windenergie. Nichts ist von Wert ! Was wir brauchen ist eine Wirtschaft mit Substanz ! Keine, die nur von Subventionen lebt.

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