Verbandspräsident über Manipulationsvorwürfe Bugar zu Halberstadts Sportdirektor: "Keine Vorverurteilung von Petersen"

Nach den Manipulationsvorwürfen gegen Germania Halberstadts Sportdirektor Andreas Petersen ermittelt der Nordostdeutsche Fußballverband. Präsident Erwin Bugar bezieht bei MDR SACHSEN-ANHALT Stellung zu dem Fall.

Erwin Bugar
Rechtsanwalt Erwin Bugar aus Möckern ist Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Bildrechte: dpa

Kaum zum Präsidenten gewählt, schon steht Erwin Bugar vor der ersten großen Herausforderung als Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Die Manipulationsvorwürfe um Andreas Petersen, Sportdirektor des Regionalligisten Germania Halberstadt, beschäftigen den Verband.

Vor dem Punktspiel in Babelsberg soll der Vater von Bundesligaprofi Nils Petersen zwei gegnerische Spieler telefonisch zur Manipulation aufgefordert haben. Ihnen sei Geld angeboten worden, sagte Babelsbergs Trainer Almedin Civa. Die "Bild-Zeitung" berichtet von insgesamt 12.000 Euro. Petersen wies die Vorwürfe von sich. Den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" sagte er: "Ich war 31 Jahre im Fußballgeschäft sauber und werde immer sauber bleiben. Ich werde mit einem Anwalt gegen die Schmutzkampagne des SV Babelsberg vorgehen."

Das Sportgericht des NOFV ermittelt wegen des Anfangsverdachts einer unerlaubten Spielbeeinflussung. Erwin Bugar bezieht bei MDR SACHSEN-ANHALT Stellung zu den Manipulationsvorwürfen gegen Petersen:

Herr Bugar, was ist am Freitag Ihrer Kenntnis nach in Babelsberg passiert?

Erwin Bugar: Ich kenne Andreas Petersen recht gut. Deshalb möchte ich voraus schicken, dass wir keine Vorverurteilung vornehmen. Nachdem diese Nachricht letzten Freitag bekannt geworden ist, haben wir sofort das Sportgericht des NOFV in Gang gebracht. Das wird jetzt Ermittlungen anstellen und dann werden wir die entsprechende Entscheidung bekommen, wie es weitergeht. Solange handelt es sich um ein schwebendes Verfahren, bei dem wir uns nicht an Spekulationen beteiligen werden. Wir wissen, dass ein Kontakt zwischen Andreas Petersen und seinen ehemaligen Spielern auf Babelsberger Seite bestand. Was da genau gesprochen wurde, ist aber unklar.

Die Vorwürfe wurden bereits vor dem Spiel bekannt. Was ist im Vorfeld und während der Partie in Babelsberg passiert? Wer wurde informiert, dass es ein schwebendes Verfahren gibt?

Wir haben eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn die Nachricht von Babelsberg erhalten und haben dann sofort alles, was möglich war an Maßnahmen eingeleitet, einen Spielbeobachter zum Beispiel. Wir wussten, dass das Spiel ohnehin aufgezeichnet wird. Die Mannschaften wurden informiert, dass ermittelt wird. Das war das, was uns die Zeit eingeräumt hat.

Germania-Trainer Andreas Petersen nach dem Spiel inmitten seiner Spieler.
Das Sportgericht des NOFV ermittelt wegen des Anfangsverdachts einer unerlaubten Spielbeeinflussung gegen Andreas Petersen. Bildrechte: IMAGO

Germania Halberstadt hat sich bislang noch nicht geäußert. Warum?

Das ist ganz legitim. Das Sportgericht des NOFV wird Germania Halberstadt und auch Andreas Petersen zur Stellungnahme auffordern, um den Sachverhalt aufzuklären. Da steht es ihnen dann frei, Stellung zu nehmen und dazu beizutragen, dass das allumfassend geklärt wird.

Sollte es ein Verfahren geben: Wie sind da die zeitlichen Abläufe?

Ich kann dem nicht vorgreifen und keine Einflussnahme auf den zeitlichen Ablauf nehmen, weil das die Unabhängigkeit des Sportgerichtes beeinflussen könnte. Wir möchten, dass die Angelegenheit zeitnah geklärt wird.

In Richtung des Vereins könnte es unter anderem Punktabzug nach sich ziehen. Auch für den Sportdirektor gäbe es natürlich entsprechende Regelungen, bis hin zum Funktionsentzug.

Sollte sich die Manipulation bewahrheiten: Was gibt der Strafen-Katalog des NOFV her?

In Richtung des Vereins könnte es unter anderem Punktabzug nach sich ziehen. Auch für den Sportdirektor gäbe es natürlich entsprechende Regelungen, bis hin zum Funktionsentzug.

Aus Ihrer Erfahrung heraus: Passiert so etwas häufiger, dass Funktionäre den Kontakt zu Spielern anderer Mannschaften suchen?

Das, was uns in dieser Hinsicht bekanntgeworden ist, haben wir dann auch verfolgt und das ist der Sportgerichtsbarkeit zugeleitet worden. Über die Dunkelziffer, die dort herrscht, können wir nichts sagen. Wenn man sich persönlich kennt, ist es ja nicht ausgeschlossen, dass man da mal ein Telefonat führt. Natürlich ist die Sensibilität eines solchen Gespräches zu beachten, wenn man es kurz vor einem Spiel macht. Wenn man es nach einem Spiel oder lange vor einem Spiel macht, wird es mit Sicherheit anders bewertet, als wenn man den Kontakt ein oder zwei Stunden vor einem Spiel aufnimmt.   

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Dezember 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2018, 21:00 Uhr

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8 Kommentare

05.12.2018 12:34 Nappel 8

@ Pe633
Mal davon abgesehen, dass ich nur erahnen kann was Sie in ihrem Satz sagen wollen, was hat das mit Bestechungsvorwürfen gegen Petersen zu tun?

04.12.2018 12:12 Pe633 7

Immer wenn es um Beleidigungen gegen das sich geht oder um politische Dinge fällt der Name Babelsberg oder BAK....komisch...

04.12.2018 11:47 Gueram 6

Als ob HBS Geld hätte,sie spielen ja nicht umsonst mit einer Jugend Auswahl. Alles Blödsinn mit den Vorwürfen. Sollten mal die Spieler zu Wort kommen.