Neues vom Krügel-Platz | Folge 23 mit Hans-Georg Moldenhauer "Alte Traditionen beim FCM wieder aufleben lassen"

Sollte der 1. FC Magdeburg noch mehr auf verdiente Ehemalige hören? Hans-Georg-Moldenhauer war Vorsitzender des Sportbeirates und bezieht Stellung dazu. Außerdem spricht er im Podcast über Trainerdiskussionen und die aktuelle Ergebniskrise des FCM.

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

Das Logo des 1. FC Magdeburg, daneben steht der Schriftzug Neues vom Krügel-Platz, Grafik für den Podcast von MDR SACHSEN-ANHALT 16 min
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MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir Di 06.11.2018 13:00Uhr 16:06 min

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Hans-Georg Moldenhauer war jahrelang Torhüter des 1. FC Magdeburg. Später startete der heute 76-Jährige eine erfolgreiche Karriere als Sportfunktionär. Der FCM ist sein Herzensverein. Und deshalb blutet ihm ob des aktuellen Formtiefs in der zweiten Bundesliga auch das Herz.

Hans-Georg Moldenhauer spricht in Folge 23 von "Neues vom Krügel-Platz" über ...

... seine Karriere als Sportfunktionär – ab Minute 0:40

Moldenhauer gilt als Präsident der deutschen Fußball-Einheit. Als es nach der politischen Wende um die Frage nach der Zukunft des DDR-Fußballs ging, führte Moldenhauer die Befürworter eines schnellen Anschlusses an den gesamtdeutschen Fußball an. Er wurde zum Präsidenten des DDR-Fußballverbandes, später zum Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Vizepräsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB) gewählt.

"Das war eine dramatische Situation 1990", sagt Moldenhauer und erzählt, welche Ehrenämter er noch heute mit 76 Jahren bekleidet. "Meine Frau hat neulich mal gesagt", sagt Moldenhauer und lacht, "eigentlich hat sich überhaupt nichts geändert."

... die Erfolge des FCM in den vergangenen Jahren – ab Minute 2:00

"Wir konnten uns nach der Wiedervereinigung weder für die erste noch für die zweite Bundesliga qualifizieren und dann setzte so ein Tief ein, das eigentlich bis vor zwei, drei Jahren andauerte", sagt Moldenhauer. Den Weg des FCM in den vergangenen Jahren hat der 76-Jährige, der wenn es geht kein Heimspiel verpasst, intensiv verfolgt.

"Es wurde stabil gearbeitet. Im Klub war Ruhe – auf allen Gebieten", sagt er. "Man hatte wieder ein gutes Gefühl, im Stadion zu sein. Das war herrlich, den Aufstieg in die zweite Bundesliga mitanzusehen."

... die aktuelle Ergebniskrise des FCM – ab Minute 3:20

Drei Niederlagen in Folge, erst ein Saisonsieg – der 1. FC Magdeburg sucht in der zweiten Bundesliga seine Form. "Es ist uns nicht gelungen, auf den Platz zu bringen, dass wir auch mal ein Spiel dominieren, dass wir noch mehr Selbstsicherheit ausstrahlen", sagt Moldenhauer und versucht, einen möglichen Ausweg aus der Ergebniskrise zu finden.

... Diskussionen um Trainer Jens Härtel – ab Minute 5:10

In den sozialen Netzwerken stärken zahlreiche Fans dem FCM-Trainer Jens Härtel den Rücken. Manche aber kritisieren ihn auch scharf – Medien eingeschlossen. "So ist das eben in diesem Geschäft", sagt Moldenhauer zu einer möglichen Trainerdiskussion. "Das weiß Jens Härtel auch. Trotz diesen großen Leistungen, die er erbracht hat, steht er unter Druck, wieder Erfolge zu haben mit dem Klub." Welchen Anteil hat Härtel am Formtief? Und steht der Klub hinter dem Trainer?

wei Männer sitzen in einem Hörfunkstudio
Hans-Georg Moldenhauer (l.) und Daniel George im Podcast-Studio Bildrechte: MDR/Oliver Leiste

... den Sportbeirat beim FCM – ab Minute 6:50

FCM-Legende Joachim Streich kritisierte am Montag auf seiner Facebookseite, dass der Verein in den vergangenen Jahren augenscheinlich kein Interesse mehr an der Meinung des Sportbeirates gehabt hätte. Laut Internetseite des FCM zählen Hans-Georg Moldenhauer, Wolfgang Seguin, Axel Tyll, Joachim Streich, Thomas Flößel, Dirk Stahmann, Dieter Hausdörfer und Mario Kallnik dazu. Moldenhauer war Vorsitzender. "Das Credo war, beratend zur Seite zu stehen", sagt Moldenhauer. "Wir wollten den Klub überhaupt nicht bevormunden oder so etwas." Doch: "Im Rausche des Erfolges hat sich die Sache verselbstständigt." Heißt: Der Sportbeirat wurde offensichtlich nicht meht gebraucht.

Moldenhauer erklärt, was er mit Peter Fechner, dem Präsidenten des FCM, bezüglich der Zukunft des Sportbeirates nun besprochen hat und wie er die Rolle der "Legenden-Gruppe" künftig sieht. Fühlt er sich und seine ehemaligen Mitstreiter genug gewertschätzt?

... Nachwuchsförderung – ab Minute 10:00

Moldenhauer war als DFB-Vizepräsident auch für die Talenteausbildung verantwortlich. Das Thema liegt ihm am Herzen. "Wir alte Spieler wollen natürlich auch gerne die alten Traditionen wieder aufleben lassen", sagt der 76-Jährige und erzählt von dem Europapokalsieger-Team von 1974, das "eine Bezirksauswahl Magdeburg" war. "Sowas ist heute undenkbar – und eigentlich ist das schade, denn die Talente werden ja entwickelt. Also muss es doch einen Mechanismus geben, sie in den eigenen Vereinen nach vorne zu bringen."

Außerdem erklärt Moldenhauer, was im Umgang mit Talenten seiner Meinung nach dringend verändert werden sollte.

... Freundschaften im Profifußball – ab Minute 12:20

"Das ist eine Entwicklung, die ich ein bisschen bedauere", sagt Moldenhauer. Ihm ist klar: "Die Zeiten, in denen wir gespielt haben, waren eben andere." Aber: "Wir hatten einen ganz anderen innerlichen Zusammenhalt." Für Moldenhauer ist das der Schlüssel für ein erfolgreiches Fußballteam: echte Freundschaften. Doch: Warum sind diese im heutigen Fußballgeschäft zu selten?

... verpasste Olympische Spiele – ab Minute 14:20

Moldenhauer hat während seiner Fußballlaufbahn studiert. Später entschied er sich für seinen Job als Diplom-Ingenieur. "Mein Studium hat mir damals übrigens auch die Olympischen Spiele 1964 in Tokio gekostet", sagt der ehemalige Towart und erzählt diese Anekdote.

Wo der Podcast zu hören ist

Ein Mikrofon in Nahaufnahme. Im Vordergrund sind die Logos von MDR SACHSEN-ANHALT, der ARD Audiothek und von iTunes zu sehen.
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Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. November 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2018, 12:05 Uhr

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