Polizei vor dem Magdeburger Fans.
Wegen eines Polizeieinsatzes verpassten viele FCM-Fans fast das komplette Spiel in Bochum. Bildrechte: imago images / DeFodi

Polizeieinsatz wegen Pyrotechnik Hunderte FCM-Fans verpassen Spiel in Bochum

Nach einem Polizeieinsatz am Bochumer Hauptbahnhof haben hunderte Magdeburger das Auswärtsspiel des 1. FCM verpasst. Aus einem Sonderzug von FCM-Fans soll Pyrotechnik geworfen worden sein. Während die Polizei Gefahr im Verzug sah, sprechen die Fans von einem unverhältnismäßigen Einsatz.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Polizei vor dem Magdeburger Fans.
Wegen eines Polizeieinsatzes verpassten viele FCM-Fans fast das komplette Spiel in Bochum. Bildrechte: imago images / DeFodi

Hunderte Fans des 1. FC Magdeburg haben das Auswärtsspiel in Bochum weitgehend verpasst. Grund dafür war ein Polizeieinsatz am Bochumer Hauptbahnhof. Erst 20 Minuten vor Spielende erreichten die Magdeburger das Ruhrstadion, wo der FCM 2:4 verlor.

Pyrotechnik im Sonderzug

Der Auslöser für den Polizeieinsatz: Etwa 700 FCM-Fans hatten die Reise ins Ruhrgebiet mit einem Sonderzug angetreten. Auf dem Weg nach Bochum sei Pyrotechnik gezündet und aus dem Zug geworfen worden, erklärte ein Polizeisprecher. Um zu verhindern, dass weitere Pyrotechnik gezündet werde – insbesondere im Bahnhof selbst – sollten alle FCM-Fans aus dem Zug nach ihrer Ankunft in Bochum kontrolliert werden, so der Sprecher.

Einige Fans sollen versucht haben, sich der Kontrolle zu entziehen und seien über die Gleise gelaufen, hieß es weiter. Daraufhin sei der Zugverkehr gestoppt worden. Züge im ganzen Ruhrgebiet mussten umgeleitet worden. Nach Angaben des Polizeisprechers zeigten sich die FCM-Fans wenig kooperativ. Erst nach und nach hätten sie die Kontrollen zugelassen, weshalb sich die Maßnahme erheblich in die Länge zog. Gefunden wurde bei den Kontrollen nichts.

Gästeblock bleibt leer

Mehr als drei Stunden mussten die Fans am Bahnhof ausharren, bevor sie – viel zu spät – zum Stadion konnten. Die meisten anderen FCM-Fans, die auf anderen Wegen angereist waren, solidarisierten sich mit denjenigen, die am Bahnhof festgehalten worden waren. Sie verließen das Bochumer Stadion nach wenigen Minuten wieder, durften den Stadionvorplatz aber zunächst nicht verlassen. Ob es am Stadion zu Zwischenfällen gekommen war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Fanhilfe verurteilt Einsatz

Ein gänzlich anderes Bild als die Polizei zeichnet die Fanhilfe Magdeburg. Ein Sprecher beobachtete einen Einsatz, der "von langer Hand geplant wirkte" und gleichzeitig chaotisch abgelaufen sei, sagte er MDR SACHSEN-ANHALT. Ohne Angaben von Gründen seien den FCM-Fans Zwangsmaßnahmen angedroht worden. Zudem soll ein Fananwalt der Magdeburger, der vermitteln wollte, an seiner Arbeit gehindert worden sein.

Die Fanhilfe Magdeburg verurteilte die Aktion der Polizei und beklagte die fehlende Verhältnismäßigkeit der Einsatzes. Es hätte Videoaufzeichnungen gegeben, zudem seien szenekundige Beamte vor Ort gewesen. So wäre es aus Sicht der Fanhilfe auch möglich gewesen, die Personen, die Pyrotechnik gezündet haben, im Nachgang zu identifizieren.

Oliver Leiste
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. Mai 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Mai 2019, 17:20 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

46 Kommentare

06.05.2019 12:59 Sr.Raul 46

Nee, @18 (Ingo D.), da sollte eben kein "Exempel" statuiert werden. Die Anforderung u.a. der Polizei in Stärke xyz, ist immer ein Ergebnis voran gegangener Sicherheitsberatungen vor den Spielen. Da geht es z.B. um die erwartete Anzahl von auswärtigen Fans, in welcher Anzahl sind welche der Kategorien "B" und vor allem "C" dabei? Das nur kurz gefasst, denn aus Jux und Dollerei erfolgt die Bestellung von Polizei, gewerblichen Ordnungsdienst und eigenen Ordnern in bestimmten Größenordnungen nicht. Klar Pech für die Unbeteiligten, wenn ich aber mit so einer großen Gruppe reise kann es dann durchaus so enden.

06.05.2019 10:57 Sachse43 45

Beim Fußball macht die Polizei auf dicke Hose.
Wenn es aber mal darum geht, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken, mittels Fußstreife, dann ist plötzlich kein Personal da oder man hat schlichtweg Angst.

06.05.2019 09:12 Schnibbler 44

@42 ReneMD
laß den typen doch schreiben, derartigen unsinn bzw. unsinnigkeiten und plattheiten verfaßt der in jedem anderen forum auch. hauptsache gegen den osten...
euch alles gute daß es wenigstens der reliplatz wird, wobei ich denke daß ist fast schon unrealistisch. die schanzer haben sich gefangen, werden denke einmal noch gewinnen und einmal unentschieden spielen.
dynamische grüße