DHB-Pokal in Hamburg Trotz Finalniederlage: Die SCM-Saison ist noch nicht vorbei


Lukas Mertens erlebt sein bislang größtes Spiel als SCM-Profi. Weil die Magdeburger gegen Kiel deutlich verlieren, kann er sich aber darüber nicht freuen. Trotzdem können er und seine Mitspieler in dieser Saison noch einiges erreichen.

Oliver Leiste
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von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

die Magdeburger Mannschaft laesst nach der Niederlage die Koepfe haengen
Enttäuschte Gesichter beim SCM nach dem Abpfiff im DHB-Pokalfinale. Bildrechte: imago images / Nordphoto

Zum Schluss durfte Lukas Mertens noch für sieben Minuten im DHB-Pokalfinale ran. Die 24:28-Niederlage des SC Magdeburg gegen Kiel konnte aber auch er nicht mehr verhindern. Trotzdem war es für den 23-Jährigen sein bisher wichtigstes Profispiel und die Krönung einer Saison, die nach einem Kreuzbandriss vom langen Weg zurück auf die Platte geprägt war. Die Erfahrung des Finalspiels würde er dennoch ohne zu zögern eintauschen: "Ich hätte lieber nicht gespielt und dafür den Pokal gewonnen." Denn als Mertens zum Einsatz kam, war die Partie bereits entschieden.

Lagergren-Verletzung wird zum Wendepunkt

In der ersten Halbzeit des Finales sahen die Zuschauer in Hamburg ein mitreißendes Handballspiel. Nach der frühen Führung der Kieler zog der SCM das Tempo an und konnte sich seinerseits drei Tore absetzen. Kurz vor der Halbzeit eroberte der THW die Führung zurück. Für den Bruch im SCM-Spiel sorgte die Verletzung von Albin Lagergren. Der Schwede schied nach gut 20 Minuten verletzt aus. 

Lukas Mertens
Lukas Mertens erlebte erstmals als Profispieler ein Endspiel. Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Sein Vertreter Mads Christiansen konnte in der Folge nicht helfen. Auch, weil er sich seit Wochen mit einer Ellenbogenverletzung herumplagt, erklärte Trainer Bennet Wiegert später. Zwar konnte der SCM die Führung nach der Pause noch einmal zurückerobern. Doch ab der 35. Minute zog der THW davon und war nicht mehr zu stoppen. Zwischenzeitlich führten die Kieler mit acht Toren. Immerhin: Der SCM gab nicht auf und konnte am Ende erhobenen Hauptes von der Platte gehen. 

Traum geplatzt

Trotzdem war die Enttäuschung der Grün-Roten im Anschluss riesig. Vor der Saison hatten die Verantwortlichen einen Titelgewinn als Ziel ausgerufen. Dieser Traum platzte nun im allerletzten Moment. Und Trainer Bennet Wiegert erklärte auf der Pressekonferenz: "Gerade in der Kabine fühlte es sich so an, als sei die Saison vorbei. Es wird nicht einfach, diesen Schalter wieder umzulegen." Doch es zeichne eine gute Mannschaft aus, solche Niederlagen schnell zu verarbeiten, erklärte der Coach.

Und auch wenn es sich nach der Niederlage gegen Kiel nicht so anfühlt – der SC Magdeburg kann in dieser Saison noch einiges erreichen:

  • Torschützenkönig

Im Final Four hatte Matthias Musche nicht seine besten Tage. In der Bundesliga führt er dagegen die Torjägerliste an. Nie würde er den Torschützentitel über den Erfolg der Mannschaft stellen. Doch wenn er und seine Mitspieler in der gewohnten Form weiter spielen, wird der Linksaußen zwangsläufig noch etliche Treffer erzielen. Und vielleicht kann sich das Team dann rühmen, den besten Torjäger der Bundesliga in seinen Reihen zu haben.

  • Versöhnlicher Abschied für Robert Weber

Der letzte, der beim SCM Torschützenkönig war, war Robert Weber. Der Österreicher verlässt den SC Magdeburg im Sommer. Sein Traum war es, sich mit einem Titel zu verabschieden. Daraus wird nun nichts. Doch Weber hat den SCM ins Herz geschlossen und die Magdeburger ihn. Man kann davon ausgehen, dass Weber den Fans noch ein paar schöne Tore schenken möchte, bevor er geht – und dass ihm seine Mitspieler dabei helfen werden.

  • Einzug in die Champions League

Wenn es den SCM-Spielern gelingt, nicht nur Weber und Musche einzusetzen, sondern in allen Mannschaftsteilen erfolgreich zu spielen, winkt in dieser Saison noch etwas Großes: der Einzug in die Champions League. Der SCM ist aktuell Dritter der Bundesliga und hat vier Punkte Rückstand auf Kiel. Wird dieser Rückstand noch aufgeholt, qualifiziert sich der SC Magdeburg für die Königsklasse.

Davon träumt auch Lukas Mertens. Doch für den Moment übt er sich in Bescheidenheit. Sein Ziel ist es zunächst, mal wieder über 60 Minuten zu spielen. "Im Training stimmen die Leistungen, aber im Spiel kriege ich sie noch nicht so richtig auf die Platte", sagt er. Daran will er arbeiten. Und ist sich nach der Halbfinalteilnahme 2018 und einem Endspiel 2019 sicher: "Nächstes Jahr holen wir den Pokal."

Fans von Magdeburg
Die Magdeburg-Fans wollen in die Champions League. Bildrechte: imago images / Nordphoto
Oliver Leiste
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Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

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Quelle: MDR/olei,pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 07. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. April 2019, 20:34 Uhr

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