FCM Paderborn -  Rico Preissinger (Magdeburg, 21)
Rico Preißinger traf zur Führung für den FCM. Bildrechte: IMAGO

Bestes Zweitliga-Team 2019 Weiter, immer weiter: So marschiert der FCM zum Klassenerhalt

Trotz verpasstem Heimsieg gegen Paderborn tankt der 1. FC Magdeburg weiter Selbstvertrauen. Wie der Aufsteiger das Remis einordnet – und warum die kommenden Wochen am Ende entscheidend sein könnten für den Ligaverbleib.

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

von Daniel George, MDR SACHSEN-ANHALT

FCM Paderborn -  Rico Preissinger (Magdeburg, 21)
Rico Preißinger traf zur Führung für den FCM. Bildrechte: IMAGO

Es hatte am Sonntagnachmittag den Anschein, als hätte jemand den Profis des 1. FC Magdeburg eine Schablone für ihre Antworten mit auf den Weg gegeben. Nach dem 1:1 im Heimspiel gegen den SC Paderborn stellten sich Jan Kirchhoff, Rico Preißinger, Tobias Müller und Co. in den Katakomben der MDCC-Arena den Fragen der Journalisten. Und sinngemäß hörte sich das bei jedem Einzelnen von ihnen gleich an: "Im ersten Moment überwiegt die Enttäuschung, aber wir sind weiterhin ungeschlagen in diesem Jahr. Jetzt blicken wir nach vorn. Denn jetzt kommen ganz wichtige Spiele für uns."

Etwas eintönig mutete das zwar an. Doch es waren schlicht präzise Analysen, die zeigten, dass sich beim FCM in diesem Jahr der Blick aller auf das Wesentliche richtet: den Abstiegskampf – und in genau dem könnte sich der Aufsteiger in den kommenden Wochen unzähliger Sorgen entledigen.

Dreimal gegen direkte Konkurrenz

Die nächsten drei Zweitliga-Partien haben das Zeug, um am Ende entscheidend zu sein im Kampf um die Millionen, im Kampf um den Ligaverbleib: Am Freitagabend gastiert der 1. FC Magdeburg beim Schlusslicht MSV Duisburg. Am Sonntag darauf kommt der Vorletzte aus Sandhausen in die Elbestadt. Und wieder eine Woche später geht es für den FCM nach Dresden. Dynamo steht als Tabellenvierzehnter mit vier Zählern mehr derzeit lediglich einen Platz besser da als Magdeburg.

1.FC Magdeburg - SC Paderborn 07 emspor, v.l. Michael Oenning (Magdeburg, Trainer)
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Wir haben da weitergemacht, wo wir 2019 begonnen haben. Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt.

FCM-Cheftrainer Michael Oenning

Bereits jetzt hat der FCM drei Zähler Vorsprung auf Relegationsrang 16, den Ingolstadt belegt. Erfolge gegen die direkten Konkurrenten im Abstiegskampf könnten das Polster nun noch größer werden lassen. Und: Die Mannschaft darf selbstbewusst in die kommenden Wochen gehen. Denn wenn die vergangenen Wochen eines gezeigt haben, dann, dass es sich dieser 1. FC Magdeburg verdient hätte, in der zweiten Bundesliga zu verbleiben.

"Das Team hat sich super entwickelt, das haben wir auch heute wieder gesehen", sagte Michel Oenning nach dem Heimspiel vor 20.201 Zuschauern gegen Paderborn. Was der Cheftrainer des FCM diesmal meinte: das Verhalten nach dem Gegentor. Paderborns Kapitän Uwe Hünemeier hatte nach 70 Minuten per sehenswertem Volley ausgeglichen. Aber: "Danach haben wir nicht gewackelt, sondern wieder angefangen, mehr zu tun", lobte Oenning. "Wir haben heute da weitergemacht, wo wir 2019 begonnen haben."

2019 bereits so viele Punkte wie in der gesamten Hinrunde

Fünf Spiele, drei Siege, zwei Unentschieden – schon jetzt hat der FCM 2019 so viele Zähler geholt wie in der gesamten Hinrunde, nämlich elf. Dabei bleiben noch elf Partien. Die Blau-Weißen machen ihren Anhängern in diesem Jahr wieder richtig Spaß. Das war auch am Sonntagnachmittag wieder so. Die Magdeburger jagten ihre Gegner, das aggressive Pressing führte gerade in Halbzeit eins immer wieder zu Paderborner Fehlern – und zu stehenden Ovationen der Fans.

"Wir wussten, dass sie schnelle und technisch starke Spieler haben. Da waren unsere Sinne geschärft, da mussten wir oft doppeln", sagte Rico Preißinger und blickte voraus: "Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Duisburg und wollen die drei Punkte mit nach Magdeburg nehmen."

Mut machte auch die Vorstellung von Preißinger selbst. Denn sein Führungstor nach 13 Minuten zeigte: Der FCM traut sich etwas. Der Mittelfeldspieler, dem der feine Pass für gewöhnlich näher liegt als der eigene Abschluss, zog flach aus der Distanz ab – und traf. "Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte nicht getroffen und wir hätten dafür gewonnen", sagte der 22-Jährige später brav den Satz, den ein Fußballprofi in dieser Situation wohl sagen muss.

Und dann marschierte Preißinger wie seine Teamkollegen in die Kabine. Das passte ins Bild. Punkt mitgenommen, Spiel abgehakt, weiter, immer weiter – so marschiert der FCM derzeit durch die zweite Bundesliga. Und wenn es so weitergeht, am Saisonende zum Klassenerhalt.

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Nach dem Studium Journalistik und Medienmanagement zog es ihn erst nach Dessau und später nach Halle. Dort arbeitete er für die Mitteldeutsche Zeitung als Sportredakteur und berichtete hauptsächlich über die besten Fußballklubs Sachsen-Anhalts: den 1. FC Magdeburg und den Halleschen FC.

Vom Internet und den neuen Möglichkeiten darin ist er fasziniert. Deshalb zog es ihn im April 2017 zurück in seine Heimatstadt, in der er seitdem in der Online-Redaktion von MDR SACHSEN-ANHALT arbeitet – als Sport-, Social-Media- und Politik-Redakteur, immer auf der Suche nach guten Geschichten, immer im Austausch mit unseren Nutzern.

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24. Februar 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Februar 2019, 18:33 Uhr

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2 Kommentare

24.02.2019 20:48 Hettstedt 2

Grimmepreisverdächtig.

24.02.2019 20:01 Kema82 1

Schöner Bericht, gefällt mir.

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